Die Explosion des Wissens- Ärzte informieren sich beim weltweit größten Krebskongress in Chicago

Krebsforscherinnen mit Glaskolben (Foto: © Roche)

Während vor einigen Jahren nur wenig über die Entstehung von Krebs bekannt war, sprechen Forscher heute von einer Explosion des Wissens. Experten sind sich einig: Das Wissen über die molekularbiologischen Grundlagen von Krebs hat unser Verständnis der Krankheit nachhaltig verändert. Krebs wird nicht mehr als eine Krankheit, sondern als eine Anhäufung hunderter von Krankheiten gesehen. Während früher jeder Patient eine Chemotherapie durchleben musste, können Patienten heute bei einigen Krebserkrankungen mit wirksameren und verträglicheren Alternativen behandelt werden. Manchmal sprechen wir sogar von Heilung.

Der rasante Anstieg im Wissen über Krebs macht Forschern und Patienten zu Recht Mut. Gleichzeitig stellt er eine neue Herausforderung dar: Täglich werden neue Informationen über Krebs durch die Forschung generiert. Wie kommen diese Informationen in die Praxis und somit zum Patienten?

Was vor über einem Jahrhundert mit einer Idee begann, ist heute einer der wichtigsten Impulsgeber für den Fortschritt in der Behandlung von Krebs: Die American Society of Clinical Oncology (ASCO). Einmal im Jahr kommen mehr als 35.000 Mediziner, Forscher und Vertreter der Industrie zur Jahrestagung der Amerikanischen Krebsgesellschaft nach Chicago. Bis heute vereint alle Teilnehmer ein gemeinsames Ziel: Das Wissen und den Fortschritt in der Behandlung von Krebs voranzutreiben, um die Prognose der Betroffenen weiter zu verbessern. Roche trägt auch in diesem Jahr auf dem ASCO maßgeblich zum Erkenntnisgewinn in der Onkologie bei: mit mehr als 190 wissenschaftlichen Beiträgen zu 20 unterschiedlichen Substanzen gegen Krebs.

Chicago/Illinois, 9. April 1964.

Krebsmoleküle (Foto: © Roche)In einem kleinen Konferenzraum des Edgewater Beach Hotels kommen sieben US-amerikanische Mediziner zusammen: Fred J. Ansfield, Harry F. Bisel, Hermann H. Freckman, Arnoldus Gouds, Robert W. Talley, William Wilson und – als einzige Frau – Jane C. Wright. Sie alle vereint ein gemeinsames Ziel: Die Versorgung und das Leben von Menschen, die an Krebs erkrankt sind, nachhaltig zu verbessern. Dieser Fortschritt ist dringend notwendig: Zum damaligen Zeitpunkt – vor rund einem halben Jahrhundert – lässt sich Krebs kaum behandeln. Die wenigen Arzneimittel, die überhaupt zur Verfügung stehen, zeigen meist nur eine geringe Wirkung – gleichzeitig leiden die Patienten häufig unter massiven Nebenwirkungen. Und Krebs ist in der damaligen Zeit ein Stigma: Die Betroffenen sind häufig isoliert, leiden für sich alleine und bekommen nur wenig oder gar keine Unterstützung. Dies wollen die sieben Mediziner ändern: Sie gründen die American Society of Clinical Oncology (ASCO).

Ein halbes Jahrhundert später …Treffen der Amerikanischen Krebsgesellschaft (ASCO) 2017 (Foto: © Roche)

Heute – mehr als 50 Jahre später – ist die American Society of Clinical Oncology mit weltweit rund 40.000 Mitgliedern eine der größten und wichtigsten medizinischen Fachgesellschaften überhaupt. Ihre eigene Entwicklung ist dabei untrennbar mit den Erfolgen verknüpft, die in der Behandlung von Krebspatienten in den vergangenen Jahrzehnten erzielt wurden. Denn dank der enormen Fortschritte in der Früherkennung, Diagnostik, Behandlung und Nachsorge haben sich die Überlebenschancen für Menschen mit Krebserkrankungen in den vergangenen Jahren erheblich verbessert: Heute werden etwa 6 von 10 Krebspatienten wieder gesund.

Doch es gibt mehr als 200 verschiedene Krebsarten – und nach wie vor ist weiterer medizinischer Fortschritt dringend notwendig, um diese Erkrankung, an der allein in Deutschland jedes Jahr rund eine halbe Million Menschen erkranken, zu besiegen. Die Überlebenschancen und die Lebensqualität von Krebspatienten weiter zu verbessern – daran arbeiten täglich Forscher und Wissenschaftler auf der ganzen Welt. Viele von ihnen kamen im Juni 2017 nach Chicago zur ASCO-Jahrestagung.

Neue Erkenntnisse beim ASCO 2017

Seit mehr als 50 Jahren zählt Roche zu den Vorreitern in der Behandlung von Krebs. Mit intensiver Forschung & Entwicklung konnte ein entscheidender Beitrag geleistet werden, dass sich die Prognose von Krebspatienten in den vergangenen Jahren erheblich verbessert hat. Und die Forschung in der Onkologie steht nicht still – das belegt auch der Beitrag zur diesjährigen Jahrestagung der Amerikanischen Krebsgesellschaft: Bei den von Roche vorgestellten Forschungsergebnissen stehen neue Erkenntnisse im Bereich der personalisierten Therapie – insbesondere bei speziellen Formen von Lungen- und Brustkrebs – sowie neue Daten aus dem umfassenden Forschungsprogramm zur Krebsimmuntherapie im Fokus.

Die Behandlung von Krebspatienten wird immer spezifischer. Das Verständnis, welche molekularen Mechanismen bei der Entstehung und dem Fortschreiten von Krebserkrankungen eine Rolle spielen, wächst ständig. Dieses Wissen ermöglicht es, Therapien zu entwickeln, die immer spezifischer auf die individuellen Anforderungen einzelner Krebsformen zugeschnitten sind. Dafür ist auch weiterhin kontinuierliche Forschung notwendig, um bestmögliche Behandlungsergebnisse zu erzielen.

Mit freundlicher Unterstützung der Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen