Katzenernährung: Die 5 häufigsten Irrtümer

0

Jedes Haustier benötigt artgerechtes Futter, damit es gesund und munter bleibt. Aber es ist nicht immer einfach seinen vierbeinigen Freund oder das schmusige Wollknäuel richtig zu ernähren. Wenn Sie eine Katze zu Hause haben, kommt es wie beim Menschen auch, auf das Alter, die Größe und dem aktuellen Gewicht der Katze an, um die richtige Menge der täglichen Futterration zu bestimmen. Als ersten Leitfaden können Sie auf den Nassfutterdosen und Trockenfutterpackungen die jeweiligen empfohlenen Futtermengen für eine durchschnittlich große Hauskatze nachlesen. In der Regel gibt man einer ausgewachsenen durchschnittlich großen Katze mit einem Körpergewicht von 3 – 5 Kilogramm zwischen 200 und 400 Gramm Futter am Tag.

Meine Katze soll nicht immer dasselbe Futter bekommen

Beim Einkauf werden Sie bereits feststellen, dass es eine Unmenge Katzenfuttersorten in Dosen, Beuteln und Schälchen von verschiedenen Herstellern gibt. Darüber hinaus haben Sie die Wahl zwischen Katzenbabynahrung, normale Katzennahrung, Trockennahrung, kleine Leckerlis (zum Spielen oder zur Belohnung) und spezielles Katzenfutter für ältere Katzen. Dies verwirrt nicht nur Sie als Katzenliebhaber. Es ist ein großer Irrtum zu glauben, dass Katzen abwechslungsreiches Futter brauchen, um gesund zu bleiben.

Wird in ausreichender Menge mit Nassfutter aus der Dose oder kleinen Portionsschälchen gefüttert, ist dies als vollwertiges Alleinfuttermittel gedacht und vollkommen ausreichend. Es macht der Katze überhaupt nichts aus, wenn sie immer dasselbe Futter bzw. die selbe Sorte bekommt. In der freien Natur gibt es auch nur Mäuse oder Vögel für die Katzen. Eine Unterversorgung an bestimmten Mineralien und Nährstoffen ist bei Freigängerkatzen nicht gegeben. Wenn Sie unsicher sind, ob Ihre Hauskatze optimal mit Nährstoffen & Co. versorgt ist, können Sie regelmäßig zwischen zwei oder drei Herstellermarken wechseln.

Jeder Futterhersteller benutzt eine eigene Rezeptur – der eine achtet vermehrt auf bestimmte Vitaminzusätze und der andere auf die Kohlehydrate und beim nächsten sind eventuell mehr Proteine im Futter enthalten. Wenn Sie regelmäßig wechseln schließen Sie eine Unterversorgung in der Ernährung Ihrer Katze fast zu 100 Prozent aus. Wenn Sie allerdings urplötzlich nach Jahren das Futter wechseln, kann es sein, dass Ihre Katze zunächst „streikt“ oder rum mäkelt und das Futter nicht anrührt. Dies ist der sogenannten „Futterprägung“ bei Katzen geschuldet und es braucht etwas Geduld.

Eine zu große Auswahl an verschiedenen Sorten ist allerdings nicht empfehlenswert: Ihre Katze verlangt im Umkehrschluss zwangsläufig zu jeder Mahlzeit eine andere Sorte. Ein Herstellerwechsel verläuft meist nicht so problematisch – zu jeder Mahlzeit eine andere Sorte (und sei es im Sommer nur der „Frische“ wegen) ist im täglichen Umgang mit der Katze keineswegs optimal.

Meine Katze wird selbst wissen wie viel sie am Tag braucht

So zu denken wäre fatal. Denn, wenn Sie auf Ihre Katze hören würden, würde diese mit Sicherheit bis zu 20 Mal täglich vor dem Fressnapf sitzen und einen Happen einfordern. Leider bettelt jede Katze (auch Freigänger) immer und immer wieder und zwar solange bis ihre Bettelei von Erfolg gekrönt ist. Gerade Freigänger ahmen unbewusst das Fressverhalten ihrer wildlebenden Artgenossen nach. Frei- bzw. wildlebende Katzen fressen in der Tat bis zu 20 Mal täglich kleine Happen. Sie als Katzenbesitzer sind nun gefordert ein geregeltes Maß zu finden und konsequent zu bleiben. Optimal wäre eine Futtergabe in kleineren Portionen von 2 – 5 Mal am Tag. Zum Einen schont das auf Dauer Ihr eigenes Nervenkostüm, wenn Sie nicht ständig der Katze „nachgeben“ und die Katze wird nicht zu dick. Füttern Sie immer zur selben Zeit, wird sich auch eine Freigängerkatze pünktlich zum Fressen einfinden.

Meine Katze hat gewiss doch noch Hunger, wenn Sie immerzu jammert

Versuchen Sie in solchen Momenten der „Bettelei“ nicht nachzugeben und vermeiden Sie es, doch noch eine Kleinigkeit nebenbei zu geben. Ihre Katze merkt sich das und wird mit der täglichen Bettelei nicht aufhören; selbst wenn die Erfolgsquote sehr gering sein sollte. Lenken Sie Ihr Kätzchen oder den ausgewachsenen Stubentiger mit einem kleinen Spiel oder einer Schmusestunde vom „Fressen“ und der Bettelei ab. Wenn Sie ein gutes Nervenkostüm haben, können Sie die Bettelei einfach ignorieren. Letzteres hat den entscheidenden Vorteil, dass die Bettelei vor dem leeren Fressnapf irgendwann gänzlich aufhört. Eine Katze im Allgemeinen ständig mehr zu füttern als erfahrungsgemäß notwendig ist, wird das Tier auf Dauer krank und dick werden lassen. 50 Gramm Futter je Kilogramm Körpergewicht sind ein gutes Mittelmaß, welches Sie als Katzenhalter im Kopf haben sollten.

Selbstgemachtes Futter für Katzen ist gesünder als Konservenfutter?

Es stellt sich für manchen Katzenfreund die Frage, ob selbstgemachtes Futter nicht die gesündere Art und Weise der Fütterung sein könnte. Nicht unbedingt. Grundsätzlich dürfen Katzen (auch Hunde) kein rohes Schweinefleisch zu sich nehmen, um sich nicht ungewollt den tödlichen Aujeszky-Virus (eine besondere Form von Herpesviren) einzufangen, der innerhalb weniger Tage zum Tode führen kann. Die Katzen bekommen eine Rückenmarks- und Gehirnentzündung; wobei die Symptome schwer und nicht immer eindeutig zu erkennen sind. Die Symptome können sich nach ca, 2 Tagen u. a. mit verstärktem Juckreiz, einer starken Aggressivität und gleichzeitiger Trägheit, sowie Erbrechen und Durchfall äußern. Sie müssen bei derartigen Anzeichen so schnell wie möglich mit Ihrer Katze zum Tierarzt. Auf der sicheren Seite bei der Fütterung von selbstgekochtem Futter sind Sie, wenn Sie alle Fleischarten und Fisch nur gegart anbieten. Sie können Fleisch und Fisch braten, dünsten oder kochen. Möchten Sie ihre Katze dauerhaft mit selbstgemachtem Futter versorgen, ist es ratsam sich mit ihrem Tierarzt hinsichtlich der richtigen Mischverhältnisse und Mengenrationen abzusprechen. Neben Eiweiß aus Fleisch, Geflügel und Fisch benötigt eine Katze verschiedene Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe im richtigen Verhältnis. Im Internet können Sie interessante Rezepte für selbstgemachtes Katzenfutter finden oder Sie besorgen sich entsprechende Fachliteratur.

Babykatzen und ausgewachsene mögen Milch besonders gern

Kleine Kätzchen trinken gern und noch sehr viel Milch. Das ist vollkommen in Ordnung und richtig. Jedoch bitte keine Kuhmilch geben. Der Stoffwechsel der jungen Katzen kann die Kuhmilch aufgrund von Milchzucker (Laktose) sehr schlecht verdauen. Die Folge: Die Katze bekommt meist Durchfall. Dies gilt auch für erwachsene und insbesondere ältere Katzen. Es gibt im Handel, in Tiershops, Drogerien, Discountern und Supermärkten spezielle Katzenmilch zu kaufen. Nach der Wachstumsphase sollten Sie Ihrer Katze nicht mehr so viel Milch geben, da diese sehr kalorienhaltig ist. Ein Mal wöchentlich ist vollkommen in Ordnung und Sie bereiten Ihrer Katze eine große Freude. Haben Sie mehrere Katzen oder leiden selbst an einer Laktoseintoleranz, geben Sie einfach von der normalen laktosefreien Milch, die es in allen Lebensmittelgeschäften zu kaufen gibt. Dies dürfte unter Umständen preisgünstiger sein. Ansonsten genügt es, der Katze täglich eine Schale mit Wasser bereit zu stellen. Sie müssen sich in diesem Zusammenhang nicht sorgen, wenn Ihre Katze scheinbar das Wasser nicht anrührt. Fertiges Nassfutter enthält bereits einiges an „Wasser“. Bekommt die Katze dahingegen ausschließlich Trockenfutter, ist eine ausreichende Menge Wasser besonders wichtig. Anfangs können Sie ein wenig Wasser direkt dem Trockenfutter beigeben. Dies erleichtert der Katze gleichzeitig die Eingewöhnung an die trockene und harte Substanz vom Trockenfutter.

Beitragsbild © meineresterampe / Pixabay
Teile diesen Artikel:

Comments are closed.