Dauerhusten Ratgeber – Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten

Frau mit Dauerhusten (Foto © Fotolia/Africa Studio)

Husten ist ein Reflex: Der Körper schützt sich vor „Eindringlingen“ (Krankheitserreger, Bakterien oder Fremdkörper) und versucht, diese nach außen zu befördern. Wird der Husten allerdings chronisch, handelt es sich nicht mehr um einen gewöhnlichen Hustenreflex. Vielmehr kann der Dauerhusten auf eine Krankheit hindeuten. Für eine wirksame Therapie müssen zunächst die Ursachen der Erkrankung diagnostiziert werden.

Warum husten wir? Die Ursachen und Auslöser des (Dauer-) Hustens

Die Funktion des Hustens besteht darin, die Atemwege von Schleim, Staub und anderen Fremdkörpern zu befreien. Dringt etwas in die Atemwege ein, z.B. beim Einatmen reizender Gase, ätzender Gerüche oder Staub bzw. dem Verschlucken von Fremdkörpern, erfolgt ein Hustenanfall, der dann in einem direkten Zusammenhang mit dem Hustenauslöser steht. Abgesehen davon, kann Husten auch als Symptom folgender Erkrankungen auftreten:

  • Infekte und Erkältungen
  • Asthma, Bronchitis und Keuchhusten
  • Lungenentzündungen
  • COPD (Chronisch-obstruktive Lungenerkrankung)
  • Rippenfellentzündungen
  • Kehlkopferkrankungen
  • Herzerkrankungen (z. B. Herzschwäche)
  • Allergien (häufiger Auslöser ist eine Schimmelpilzallergie)
  • Lungenkollaps und Lungenembolie
  • Lungenkrebs
  • Tuberkulose
  • intersititelle Lungenerkrankungen
  • Diphterie
  • Pseudo-Krupp
  • Bronchiektasie
  • Mukoviszidose
  • Refluxkrankheit
  • Psychosomatische Erscheinungen

Außerdem kann Husten auch als Nebenwirkung von Medikamenten oder Folge von chronischem Rauchen auftreten.

Husten ist nicht gleich Husten

Der Begriff Dauerhusten impliziert nicht nur, dass eine Person permanent hustet, sondern auch, dass die Hustenanfälle über einen langen Zeitraum immer wieder auftreten und niemals ganz abklingen. Möchten Sie herausfinden, was sich hinter Ihrem Dauerhusten verbirgt, müssen Sie darauf achten, wann und in welchen Situationen die Hustenanfälle auftreten. Beobachten Sie sich und Ihren Körper genau.

Obwohl sich aus jedem Husten mit der Zeit ein Dauerhusten entwickeln kann, muss zunächst die jeweilige Hustenart bestimmt werden. Eine solche Einteilung ist erforderlich, da jede Hustenart vom Arzt anders behandelt wird. Dabei werden folgende Hustenarten unterschieden:

– Husten, der mit einer Erkältung, Grippe oder einer Bronchitis einhergeht, beginnt mit Halsschmerzen gefolgt von einem zunächst trockenen Husten. Wird im Laufe der Erkältung vermehrt Schleim gebildet, ist auch der Husten häufig von Auswurf begleitet. Durch die vermehrte Schleimbildung werden Bakterien und Keime aus dem Organismus herausbefördert. Man spricht daher auch von einem „produktiven“ Husten. Je nach Krankheitsverlauf kann es zu ebenfalls zu Kopf- und Gliederschmerzen kommen.

– Allergischer Husten kann ebenfalls trocken sein, tritt aber nur dann auf, wenn der Betroffene mit hustenauslösenden Allergenen in Kontakt kommt

– Auch beim so genannten Reizhusten handelt es sich um eine trockene Hustenart, die jedoch durch ganz unterschiedliche Reize ausgelöst werden kann. Der Begriff „Reizhusten“ wird von dem Umstand abgeleitet, dass der Husten entsteht, weil die Rachenschleimhaut so gereizt ist, dass aufgrund dieser Reizung ein Husten entsteht. Zu den Auslösern von Reizhusten zählen z.B. Staub oder besonders trockene Luft.

– Steht der Husten im Zusammenhang mit einer Kehlkopfentzündung ist er ebenfalls trocken und kann von Heiserkeit (bis hin zum Stimmverlust) und Fieber begleitet werden.

– Husten zählt auch zu den Symptomen einer Lungenentzündung. Charakteristisch für diese Hustenart sind Schmerzen beim Luftholen, Atemnot und Fieber.

– Husten kann aber auch psychosomatische Gründe haben, wenn es sich um einen „Tic“ handelt, der sich durch Hüsteln und Räuspern äußert.

Ab wann wird ein Husten chronisch?

Ein Husten wird dann als chronisch bezeichnet, wenn er nach einer Krankheitsdauer von acht Wochen immer noch nicht ausgeheilt ist. Die Gründe sind dabei vielfältig. Oft ist eine ungesunde Wohnumgebung für die Entstehung von Dauerhusten verantwortlich. Menschen, die in einem ungesunden Wohnumfeld wohnen, leiden z. B. oft unter langanhaltendem Husten, weil sich Schimmel an den Wänden zeigt oder Allergene zu bestimmten Jahreszeiten den Husten auslösen. Starke Raucher erkranken häufig an einem sogenannten „Raucherhusten“, weil durch das Rauchen eine vermehrte Schleimbildung begünstigt wird. Derartige Hustenerkrankungen können einen Zeitraum von acht Wochen überschreiten, aber auch komplett wieder komplett verschwinden, z.B. nach einem Wohnungswechsel oder, wenn das Rauchen aufgegeben wird.

Diagnose: Wie kann die genaue Ursache festgestellt werden?

Um eine klare Diagnose stellen zu können, ist eine umfassende Befragung des Patienten durch den Arzt erforderlich. Ein solches Anamnesegespräch sollte sehr ausführlich sein und nicht nur die Krankenvorgeschichte, Erbkrankheiten, berufliche Tätigkeit, Hobbys usw. enthalten, sondern auch andere wichtige Informationen, die sich auch auf die Lebensgewohnheiten des Patienten beziehen. Zu den wichtigen Fragen bei einer Hustenanamnese gehören:

  • Wann begann die Hustenerkrankung?
  • Begann die Erkrankung mit einem trockenen oder einem produktiven Husten?
  • Tritt der Husten immer wieder in den gleichen zeitlichen Abfolgen oder bei bestimmten Ereignissen auf?
  • Bestehen Allergien, Heuschnupfen oder Überempfindlichkeiten?
  • Ist der Patient Raucher oder wird im Umfeld geraucht?
  • Sind beim Husten Schmerzen spürbar?
  • Ist ein begleitender Auswurf erkennbar?
  • Wurde schon einmal Blut gehustet?
  • Wann fand die letzte Reise ins Ausland statt und wohin führte sie?
  • Gibt es anderweitige Grunderkrankungen?
  • Werden Medikamente eingenommen? Wenn ja, welche?

Bei vielen Erkrankten ist es hilfreich, wenn über einige Zeit hinweg ein „Hustentagebuch“ geführt wird. Dieses sollte nicht nur die Beschwerden, sondern auch den Tagesablauf und die Tätigkeiten des Patienten enthalten. Zudem sollten Angaben zu den Lebensmitteln, die verzehrt werden und ggf. eingenommenen Medikamenten gemacht werden.
Nach der Anamnese beginnt dann die körperliche Untersuchung, bei der zuerst einmal der Brustkorb und der Rückenbereich vom Arzt mit dem Stethoskop, abgehört werden. Atemgeräusche, Atemnebengeräusche, Lungengeräusche und Herzgeräusche können wichtige Hinweise auf die Krankheitsursache geben.

Zusätzlich können aufgrund labortechnischer Untersuchungen Diagnosen gestellt, erhärtet oder widerlegt werden. Diese reichen von einer einfachen Blutuntersuchung, bis hin zu einem Rachenabstrich oder einer Untersuchung des Sputums (Auswurf). Sollte danach keine eindeutige Diagnose möglich sein, können auch eine Röntgenuntersuchung oder eine Computertomographie Aufschluss über die Krankheitsursache geben. Mithilfe eines Lungenfunktionstests, der fast bei jedem Arzt durchgeführt werden kann, können Atemwegsverengungen erkannt werden. Eine endoskopische Untersuchung der Bronchien, bei der eine kleine Kamera in die Bronchien eingeführt wird, bietet die Möglichkeit der Entnahme von Gewebe- und Sekretproben. Mittels einer Nasenspiegelung kann außerdem abgeklärt werden, ob eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung vorliegt. Zum Ausschluss einer Refluxkrankheit (Mageninhalt fließt in die Speiseröhre zurück), wird eine Gastroskopie (Magenspiegelung) durchgeführt.

Begleitend kann ein Allergietest (Prick-Test) auf eventuelle Allergien aufzeigen, während anhand einer Echokardiografie (Ultraschall vom Herzen) geklärt werden kann, ob der Patient womöglich an einer Herzschwäche leidet.

Wann sollte man zur Abklärung zum Arzt gehen?

Der Gang zum Arzt sollte bei einem Husten nicht zu lange herausgezögert werden. Suchen Sie einen Arzt auf, wenn…

  • …das persönliche Wohlbefinden so schlecht ist, dass der Wunsch nach einem Arztbesuch wächst
  • …eine Erkältung mit Husten nach einer Woche immer noch unverändert stark ist und der Husten trotz der Einnahme frei verkäuflicher Hustenlöser / -stiller, nicht abklingt
  • Atemnot und Schmerzen auftreten
  • Krankheitssymptome wie Stimmverlust, hohes Fieber, Brustschmerzen, eitriger Auswurf oder bellender Husten, erkennbar sind.
  • sich trotz der Verwendung von „Hausmitteln“ und rezeptfreien Medikamenten keine Besserung der Symptome einstellt.

Ein starker Husten nach Reisen in Ländern, in denen die Verbreitung der Tuberkulose bekannt ist, oder Kontakt zu Tuberkulosekranken bestanden hat, sollte immer von einem Arzt untersucht werden. Ebenso ist ein Arztbesuch dringend angeraten, wenn eine Immunschwäche vorliegt, in der Vorgeschichte eine Krebserkrankung bekannt ist oder viel geraucht wird.

Therapie: Was kann man tun bei Dauerhusten?

Bei einem Dauerhusten sollte zuerst der Auslöser des Hustens gesucht werden, damit die Therapie dementsprechend gewählt werden kann.

Bei einer Erkältung helfen pflanzliche und natürliche Hustenstiller, wie z. B. Isländisch Moos, Spitzwegerich, Fenchelhonig, Malve, Efeupräparate, Hustentees, reine ätherische Öle für Inhalationen sowie die Verwendung einer Duftlampe. Um den Hustenreiz zu stillen, müssen die Schleimhäute stets gut befeuchtet sein. Hierbei helfen Inhalationen mit Wasserdampf sind Verdunster an den Heizungen und eine ausreichend große Flüssigkeitszufuhr. Einige chemisch-synthetische Medikamente sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich und stillen nicht nur den Husten, sondern wirken auch schleimlösend.

Je nach Art der Erkrankung lässt sich die Einnahme von Antibiotika nicht umgehen.