Hype oder Krankheit? Glutenbedingte Beschwerden erkennen und handeln!

Gesundes Frühstück (Foto © DAK Gesundheit)

Glutenunverträglichkeiten werden oft erst spät erkannt oder nicht korrekt diagnostiziert. Bei einem Symposium beleuchtete Prof. Dr. med. Martin Storr, Starnberg, die zugehörigen Krankheitsbilder und zeigte notwendige Diagnoseschritte auf. Im Fokus standen dabei Studienergebnisse zu Vorkommen und Ursachen der Erkrankung sowie zur Therapie mit glutenfreier Ernährung.

Die unspezifische Symptomatik von Glutenunverträglichkeiten und die Vielzahl an Differentialdiagnosen erschweren die Diagnosefindung und Beratungssituation. Eine Ausschlussdiagnose kann, abhängig von der zugrundeliegenden Erkrankung, Klarheit bringen. „Bei der Gluten-/Weizensensitivität haben wir weder ein eindeutiges Symptombild noch gute Biomarker, um die betroffenen Patienten zu erkennen“, so Storr.

Welche Diagnostik ist erforderlich?

Nach einer ausführlichen Anamnese gehören ein psychosoziales Screening, körperliche Untersuchungen, Basislabor, ein Ultraschall des Abdomens sowie gynäkologische Untersuchungen bei Frauen zu den weiterführenden basisdiagnostischen Schritten. Wichtig ist der Ausschluss von Nahrungsunverträglichkeiten auf Substanzen wie Laktose, Fruktose, Sorbit sowie von Dünndarmfehlbesiedlungen. Können dann laborchemisch und histologisch Zöliakie und Weizenallergie ausgeschlossen werden, besteht der Verdacht auf Gluten-/Weizensensitivität. Die Diagnose kann dann über eine probatorische, glutenfreie Ernährung mit standardisiertem Protokoll bestätigt oder ausgeschlossen werden.

Schnittmenge zum Reizdarmsyndrom

Als wirksame Therapieoption hat sich, wie bei der Zöliakie, in verschiedenen Studien eine glutenfreie Ernährung erwiesen. Es gibt klare Evidenzen für die Gluten-/Weizensensitivität. Die Erkrankung hat offenkundig eine Schnittmenge mit dem Reizdarmsyndrom. Auch beim Reizdarm kann bei einer Untergruppe der Patienten mit einer glutenfreien Ernährung eine gute Symptomlinderung erreicht werden. Alle Responder einer Studie an der Berliner Charité ernährten sich in der Nachbeobachtungsperiode weiter glutenfrei. Sogar 55 Prozent der Non-Responder hielten sich nach einem Jahr weiter an eine glutenfreie Ernährung, da sie eine symptomatische Verbesserung empfanden. Einige der Teilnehmer zeigten erst nach zwei Monaten signifikante Verbesserungen. Um ein Ansprechen festzustellen, ist daher eine glutenfreie Ernährung über einen längeren Zeitraum empfehlenswert.

Glutenfrei mit Geschmack

„Eine Ernährungsberatung ist bei der Umstellung zentral, um die Betroffenen gut zu instruieren, etwa hinsichtlich einer ausreichenden Ballaststoffaufnahme“, unterstrich Storr. Seit 2014 gelten Produkte bis zu einem Richtwert von höchstens 20 Milligramm Gluten pro Kilogramm als glutenfrei. Diese sind im Handel zur Orientierung speziell gekennzeichnet. Die glutenfreien Produkte, z. B. von Dr. Schär, basieren auf jahrzehntelanger wissenschaftlicher Forschung und Erfahrung. Die große Vielfalt und der gute Geschmack der Produkte vereinfachen es Patienten, ihre Ernährung umzustellen und sich besser zu fühlen. Das breite Sortiment reicht von Brot, Pasta und Keksen bis hin zu Mehlen, Cerealien, Tiefkühlprodukten und verschiedenen Snacks.