Schuppenflechte trifft nicht nur die Haut: Erfolgreiche Behandlung möglich

Schuppenflechte (Foto: ©Fotolia/- stock.adobe.com)

Schuppenflechte (Psoriasis) gehört zu den häufigsten chronischen Hauterkrankungen weltweit. In Deutschland leiden über 2 Millionen Menschen an dieser nicht ansteckenden und chronisch-entzündlichen Hauterkrankung. Etwa 30% der Betroffenen leiden auch an einer entzündlichen Gelenkbeteiligung, der sogenannten Schuppenflechtenarthritis (Psoriasis-Arthritis).

Während sich die obere Hautschicht gesunder Menschen alle 28 Tage erneuert, dauert dieser Prozess bei Menschen mit Schuppenflechte gerade einmal drei bis vier Tage. Als Resultat bilden sich silbrig-glänzende, deutlich begrenzte Hautschuppenareale. Oftmals schmerzen, brennen oder jucken die betroffenen Hautstellen. Am meisten betroffen sind Kopfhaut, Ellenbogen und Knie. Kratzt man die Schuppen auf, bluten sie meist stark.

Viele gesundheitliche Auswirkungen

Betroffene empfinden ihre schuppige Haut als starke psychische Belastung und stoßen nicht selten auf Berührungsängste oder gar soziale Ablehnung bei ihren Mitmenschen.

Leiden Schuppenflechte-Erkrankte dann auch noch an arthritischen Gelenkbeschwerden, kommt eine starke körperliche Belastung dazu, die mit geschwollenen und schmerzenden Gelenken sowie einer daraus folgenden Bewegungseinschränkung einhergeht. Der Gang zum Rheumatologen ist dann unbedingt erforderlich, um irreversiblen Gelenkveränderungen möglichst vorzubeugen.

Therapiemöglichkeiten nach Schweregrad

Zur Behandlung der Schuppenflechte steht eine Vielzahl an Behandlungsoptionen zur Verfügung: Angepasst an den jeweiligen Krankheitsverkauf und den Schweregrad der Hauterkrankung, können so z. B. Cremes oder Salben zur äußerlichen Anwendung, sogenannte Topika, zum Einsatz kommen. Für schwere Formen der Schuppenflechte sind äußerliche Therapien jedoch oftmals nicht mehr ausreichend, so dass die Einnahme von Medikamenten oder die regelmäßige Injektion von Wirksubstanzen (z. B. Biologika) ratsam ist. Dadurch können mittelschwere bis schwere Formen der Schuppenflechte mit gutem Therapieerfolg behandelt werden.

Therapieerfolge sind messbar

Den Erfolg einer Therapie messen Hautärzte anhand des PASI-Scores („Psoriasis Area Severity Index“). Er ermittelt u. a. den Krankheitsverlauf der Schuppenflechte in Relation zur Ausgangssymptomatik. Haben sich Hautsymptome z. B. um 75% verbessert, spricht man von einem PASI 75 – das Standardtherapieziel für eine erfolgreiche Behandlung. Aktuelle Studienergebnisse moderner Biologika-Therapien zeigen jedoch, dass inzwischen auch 90 bis 100%ige Hautverbesserungen (PASI 90 und 100) erreicht und langfristig aufrecht erhalten werden können.

Biologika stoppen entzündliche Vorgänge im Körper

Eine Heilung der Hauterkrankung ist nicht möglich. Moderne Therapien zielen daher in erster Linie darauf ab, Hauterscheinungen zu mildern oder bis zu einem gewissen Grad abzuheilen. Dennoch gibt es vielversprechende Behandlungsmethoden, die die Haut- und auch die Gelenkerkrankung maßgeblich positiv beeinflussen können. Forscher haben herausgefunden, dass dem Zytokin Interleukin-17A eine bedeutsame Rolle im Entzündungsgeschehen in Haut und Gelenken zukommt. Ein Eingreifen in diesen Prozess mit einem Biologikum, das Interleukin-17A hemmt, hat gezeigt, dass die autoimmune Überreaktion des Körpers vermindert und Entzündungen zielgerichtet gestoppt werden können – und zwar mit großem und vor allem langfristigem Therapieerfolg.

So konnten Patienten eine Verbesserung der Hauterscheinungen von 90 oder gar 100% (PASI 90 und 100) erreichen. Der Traum von erscheinungsfreier Haut ist somit greifbar geworden.