Nächtlicher Harndrang – was tun?

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Nächtlicher Harndrang kann störend sein und viele fragen sich, ob dies eine Alterserscheinung ist, oder ob da eine ernsthafte Erkrankung vorliegt. Um diese Fragen beantworten zu können, ist es wichtig den Grund für das häufige Wasserlassen (Nykturie) in der Nacht zu ergründen. Sollte der Harndrang in der Nacht ständig vorliegen, so ist eine Abklärung mit einem Arzt dringend anzuraten. Eine ernsthafte Erkrankung kann, muss aber nicht vorliegen. Deshalb ist eine fachärztliche Abklärung immens wichtig.

Ursachen für einen häufigen Harndrang

Es werden drei verschieden Formen bei einem häufigen Harndrang unterschieden. Diese sind die Polyurie, die Pollakisurie und die Nykturie, mit der wir uns hier im Wesentlichen beschäftigen. Werden täglich mehr als zwei bis drei Liter Urin ausgeschieden, so liegt diese Menge deutlich über der Norm. Bei einem Diabetes mellitus geht der häufige Harndrang mit einem starken Durstgefühl einher. Der häufige Harndrang mit wenig oder gar keinem Urin nennt sich Pollakisurie. Hier kann eine Reizblase oder eine Reizblase oder eine Blasenentzündung vorliegen. Bei Männern, besonders im fortgeschrittenen Alter, kann hier eine Erkrankung der Prostata vorliegen. Und von einer Nykturie, also der nächtliche Harndrang, kann gesprochen werden, wenn die Blase regelmäßig mehr als zweimal entleert werden muss. Die Nykturie stört erheblich den Schlaf und tagsüber kann es zu Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen und Müdigkeit kommen. Bei Männern kann auch hier eine gutartige Vergrößerung der Prostata vorliegen. Tritt der nächtliche Harndrang bei Frauen auf, ist eine Blasenentzündung eventuell nicht auszuschließen.

Wann liegt eine Nykturie vor?

Die Nykturie ist keine eigenständige Erkrankung, sie ist lediglich ein Symptom einer anderen körperlichen Störung. Auch wenn die Nykturie als eine Alterserscheinung (häufig beim Mann) dargestellt wird, muss die individuelle Ursache abgeklärt werden. Eine Nykturie liegt vor, wenn ein vermehrter Harndrang nur in der Nacht auftritt und mehr als zweimal die Blase in der Nacht entleert werden muss. Bei jüngeren Menschen beträgt die nächtliche Urinmenge höchstens 20 Prozent der Urinmenge, die innerhalb von 24 Stunden ausgeschieden wird. Bei älteren Menschen sollte die nächtliche Urinmenge nicht über 33 Prozent liegen. Um dies festzuhalten, kann die Urinmenge über den ganzen Tag gemessen werden, sodass sehr schnell herausgefunden werden kann, ob eine Nykturie vorliegt. Bei jüngeren Personen (20 bis 40 Jahre alt) sind Frauen öfters von der Nykturie betroffen als Männer. Mit zunehmenden Alter erhöht sich jedoch die Zahl bei den Männern.

Häufiger Harndrang in der Nacht – was kann helfen?

Es ist nervig, wenn während der Nacht der Schlaf durch einen Harndrang gestört wird. Viele fragen sich dann, was da helfen kann und ob in solch einem Fall Medikamente hilfreich sein können. Zunächst sollte von irgendwelchen Medikamenten Abstand genommen werden. Nur ein Arzt, zum Beispiel ein Urologe, kann feststellen, warum dieser nächtliche Harndrang entsteht. Oftmals gibt es eine Erklärung für den nächtlichen Harndrang, sodass jeder herausfinden kann, woran es liegt. Wer am Abend gerne Bier oder Tee trinkt, sollte wissen, dass wenige Stunden vor dem Schlaf der Harndrang in der Nacht erhöht ist. Aus diesem Grund sollte vor dem Schlafengehen nicht mehr so viel getrunken werden. Die tägliche Flüssigkeitsmenge sollte lieber über den Tag verteilt werden. Daher sollten Sie Ihr Trinkverhalten anpassen. Wichtige Punkte, die Sie beachten sollten, sind nachfolgend aufgeführt:

– am Abend sollte weniger getrunken werden
– den Großteil der Trinkmenge über den Tag verteilen
– nach 17:00 Uhr sollte kein Kaffee oder Tee getrunken werden
– etwa 4 Stunden vor dem Schlafengehen keinen Alkohol mehr trinken und
– 2 Stunden vor dem Schlaf nicht mehr trinken.

Wenn Sie diese Punkte beachten und feststellen, dass auch dies nicht hilft, sollten Sie Ihrem Arzt dieses Problem schildern. Nach Möglichkeit sollten Sie hier einen Urologen aufsuchen, der die Ursache für den vermehrten Harndrang in der Nacht, aber auch tagsüber, feststellen kann.

Fazit

Ein vermehrter nächtlicher Harndrang muss also nichts Schlimmes bedeuten. Die Ursache sollte jedoch auf jeden Fall ärztlicherseits abgeklärt werden. Sie sollten jedoch den nächtlichen Harndrang nicht auf leichte Schulter nehmen und einfach so weiter machen als sei dies nichts Besonderes. Denn im Ernstfall kann natürlich auch eine ernsthafte Erkrankung vorliegen, die unbedingt behandelt werden muss. Das Aufsuchen eines Facharztes ist in solchen Fällen immer angebracht. Denn nur ein Facharzt (Urologe) kann die Ursache für den vermehrten nächtlichen Harndrang herausfinden.

Beitragsbild © Free-Photos / Pixabay
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