Dem Typ-1-Diabetes einen Schritt voraus sein
Typ-1-Diabetes (abgekürzt T1D) ist eine fortschreitende Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die Insulinproduzierenden Betazellen in der Bauchspeicheldrüse zerstört. Die Erkrankung beginnt unbemerkt schon Monate bis Jahre, bevor Symptome sichtbar werden und eine Insulinbehandlung erforderlich wird.
Mithilfe eines Früherkennungstests kann T1D bereits vor den ersten Krankheitszeichen nachgewiesen werden. Je früher eine Erkrankung festgestellt wird, desto besser sind oft die Chancen, darauf medizinisch zu reagieren.
Beim Angriff des Immunsystems auf die insulinproduzierenden Zellen stellt der Körper sogenannte
Autoantikörper her. Diese sind der wichtigste Marker für den Autoimmunprozess. Erste Autoantikörper können bereits im Säuglingsalter auftreten.
Schon vor den ersten Symptomen sind diese Marker durch einen einfachen Bluttest nachweisbar.
Hierfür braucht es einen kleinen Pieks in den Finger oder eine Blutentnahme. Werden zwei oder mehr
Autoantikörper im Blut nachgewiesen, liegt ein T1D im Frühstadium vor.
Der Früherkennungstest wird besonders zwischen dem zweiten und zehnten Lebensjahr empfohlen.
Ein positiver Test bedeutet: Der T1D entwickelt sich mit nahezu 100-prozentiger Wahrscheinlichkeit zum symptomatischen Stadium weiter. Bis dahin kann es wenige Monate bis mehrere Jahrzehnte dauern.
T1D-Früherkennungsstudien
Die Früherkennung von T1D gehört in Deutschland bisher nicht zur Regelversorgung. Internationale
Expert*innen empfehlen jedoch zunehmend einen Früherkennungstest auf T1D, vor allem bei Kindern
und Jugendlichen sowie bei Personen, die nahe Verwandte mit T1D haben.
Ein Früherkennungstest auf Autoantikörper ist freiwillig in Deutschland möglich. Das Institut für
Diabetesforschung am Helmholtz Munich ermöglicht die kostenlose Teilnahme über unabhängige
wissenschaftliche Studien:
Fr1da-Studie für Kinder
- Alle Kinder zwischen 2 und 10 Jahren
- Wohnsitz in: Bayern, Niedersachsen, Hamburg, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Hessen
- Jedes Kind kann 2-mal mit einem mindestens 12-monatigen Abstand teilnehmen.
Fr1da-Studie für Verwandte
- Verwandte 1. oder 2. Grades von Menschen mit T1D von 1 bis 21 Jahren
- Wohnsitz in: Deutschland
- Bei der getesteten Person wurde bisher kein T1D diagnostiziert.
Vorteile der Früherkennung
Wird T1D bereits früh erkannt, können die Familien frühzeitig durch Spezialist*innen betreut werden. Sie werden an ein Diabeteszentrum angebunden und auf den Umgang mit T1D vorbereitet. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen helfen festzustellen, wann der Stoffwechsel durch Insulingabe unterstützt werden muss. Frühzeitige Aufklärung schafft mehr Zeit, sich auf das Leben mit T1D vorzubereiten. Die psychische Belastung im Vergleich zur klinischen Diagnose ohne vorherige Früherkennung wird reduziert. Es kommt zu weniger Fehldiagnosen und Verwechslung mit T2D. Man findet den richtigen Zeitpunkt für den Beginn einer Insulinbehandlung und vermeidet eine Entgleisung des Blutzuckers. Damit besteht ein geringeres Risiko von schweren Komplikationen wie einer diabetischen Ketoazidose (DKA).
Bei wem besteht das Risiko für T1D?
Jede und jeder kann T1D entwickeln, unabhängig von Lebensstil oder familiärer Vorgeschichte. Bis zu 90 % der Betroffenen haben keine Angehörigen mit T1D. Verwandte von Personen mit T1D haben ein erhöhtes Risiko für T1D. Bei Verwandten 1. Grades ist die Wahrscheinlichkeit bis zu 15-fach höher. Personen mit anderen Autoimmunerkrankungen wie Zöliakie und Schilddrüsenerkrankungen haben ein 2–3-fach erhöhtes Risiko für T1D.
Mit freundlicher Unterstützung durch Sanofi-Aventis Deutschland GmbH