Medikamente gegen Schizophrenie

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Medikamente gegen Schizophrenie: Psychotherapie oder Neuroleptika oder beides?

Das Wichtigste zuerst: Bei einer Schizophrenie sind Medikamente nicht die einzige Lösung. Eine erfolgreiche Behandlung besteht immer aus Psychotherapie, die dann im Bedarfsfall mit Medikamenten kombiniert wird. Es geht hier somit nicht um Alternativen, sondern eine individuell bestimmbare und zusammenwirkende Therapie.
Fast ebenso wichtig ist eine begleitende Soziotherapie, denn ein aufgeklärtes Umfeld trägt zum Behandlungserfolg bei.

Schizophrenie wird oft spät erkannt – frühe Therapie mit Medikamenten ist sinnvoll

Bei der Schizophrenie ist ein frühzeitiger Beginn der Therapie besser als ein später. Allerdings ist es schwer, das zu erreichen: Die Symptome einer Schizophrenie sind anfangs oft unspezifisch. Daher werden Früherkennungsmaßnahmen permanent verbessert und Früherkennungszentren eingerichtet. Die Behandlung einer Schizophrenie setzt sich aus drei Bausteinen zusammen. Mit Schizophrenie Medikamenten (Antipsychotika, auch als Neuroleptika bezeichnet) werden eine Psychotherapie und eine Soziotherapie kombiniert.

Die Medikamente kommen in der akuten Krankheitsphase zum Einsatz. Sie sollen psychotische Symptome wie Wahn und Halluzinationen günstig beeinflussen, und diese Beschwerden lassen sich medikamentös gut behandeln. So ist es den Betroffenen möglich, trotz der akuten Krankheit ohne Angst weiter zu leben. Oft wird die Therapie anfangs in einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Klinik, manchmal auch in einer Tagesklinik oder ambulant angegangen. In der Phase der Stabilisierung werden psychotherapeutische und soziotherapeutische Methoden wichtiger. Sie sollten im weiteren Verlauf auch als ambulante Angebote genutzt werden oder können teilstationär stattfinden. Die Therapien versetzen Patienten und Patientinnen in die Lage, ihre Krankheit besser zu verstehen. Sie können dann aktiv an der Therapie mitzuarbeiten, können Anzeichen eines Rückfalls erkennen und lernen, wie sie frühzeitig Hilfsangebote in Anspruch nehmen können. Auch für Beruf und Alltag gibt es Unterstützung, nicht zuletzt über Rehabilitationsmaßnahmen wie betreute Wohngruppen.

Die Symptome sind nicht immer gleich

Zu den üblichen Symptomen von Schizophrenie gehören Halluzinationen wie das Hören von Stimmen, Wahnvorstellungen und sogar Denkstörungen. Sie treten in der akuten Phase auf, aber sie können auch fehlen. Zu den Denkstörungen gehört, dass Gedankengänge immer mal wieder ins Stocken geraten, dass sie abreißen und sich einzelne Gedanken einschieben und den Fluss stören. Auch eine Ich-Störung kann Teil der Symptome sein. Die Aufmerksamkeit ist beeinträchtig, es kommt zu Antriebsstörungen und Bewegungsstörungen, die Stimmung kann verändert sein.

Medikamente helfen, die Symptome zu lindern

Werden bei Schizophrenie Medikamente eingesetzt, können diese die Erkrankung nicht heilen. Es geht hier nur darum, die Symptome zum Abklingen zu bringen. Schon in den ersten Tagen bessern diese sich meistens.

Auf dem Markt gibt es eine Vielzahl an Medikanten, um die Schizophrenie zu behandeln. Die behandelnden Ärzte müssen das passende Medikament finden – passend zum Patienten und zu möglichen Vorerkrankungen. Wichtig ist eine ausführliche Aufklärung bezüglich der Nebenwirkungen.

Bei den Medikamenten gibt es zwei Untergruppen.

  • Typische Antipsychotika oder Neuroleptika der ersten Generation
  • Atypische Antipsychotika oder Neuroleptika der zweiten Generation

In der Regel wird nur ein Medikament verschrieben. Die Dosierung sollte an die Stärke der Krankheit und an das Stadium angepasst werden. Begonnen wird mit einer niedrigen Dosis, da viele Patienten dann schon gut darauf reagieren. Stellen die Ärzte fest, dass die Medikamente nicht die gewünschte Wirkung entfalten, kann die Dosis nach und nach erhöht werden. Alternativ wird ein anderes Medikament verabreicht.

Manchmal werden neben Schizophrenie-Medikamenten auch Sedativa, Antidepressive oder Stimmungsstabilisierer verschrieben.

In etwa einem Drittel der Fälle helfen Schizophrenie Medikamente gar nicht. Zu diesen gar nicht so seltenen Fällen, in denen Medikamente einfach nicht anschlagen, gehören Negativsymptome und Denkstörungen. In diesen Fällen sind Medikamente als einzige Maßnahme schlicht nicht ausreichend.

Nebenwirkungen von Antipsychotika

Schizophrenie Medikamente aus der Gruppe der Antipsychotika machen nicht abhängig und verändern nicht die Persönlichkeit. Aber sie greifen in den Stoffwechsel des Botenstoffs Dopamin ein, und der wird für die Koordination von Bewegungen benötigt. Bewegungsstörungen sind daher unerwünschte Nebenwirkungen. Die können bei einer längeren Therapie auch entsprechend lange anhalten. Allerdings sind die atypischen Antipsychotika etwas anders zusammengesetzt und zeigen selten diese motorischen Nebenwirkungen. Stattdessen kommt es bei den Medikamenten dieser Gruppe häufiger zu Gewichtszunahmen und Stoffwechselstörungen. Meist müssen die Wirkstoffe für einige Jahre oder dauerhaft eingenommen werden, was die Nebenwirkungen für die Betroffenen umso unangenehmer macht.

Ziele der Psychotherapie

Zur Psychotherapie gehört, dass die Betroffenen umfassend über ihre Erkrankung informiert werden. So sollen sie in der Lage sein, ein Stück weit selbst die Verantwortung für den Umgang mit der Schizophrenie zu übernehmen, Rückfälle frühzeitig zu erkennen und kompetent darauf zu reagieren. Das alleine senkt bereits das Risiko von Rückfällen. Auch der Umgang mit Konflikten und Stress wird ausgiebig erlernt. Kommunikation und andere soziale Fähigkeiten müssen geübt werden, und sowohl Aufmerksamkeit als auch Konzentrationsvermögen werden durch gezielte Übungen gesteigert.

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Beitragsbild © StockSnap / Pixabay
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