Trockene Augen – Rheuma als Auslöser

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Die Augen brennen, sind gerötet und ein Fremdkörpergefühl besteht? Dann kann es sich um trockene Augen handeln. Neben einer Reduzierung der Tränenproduktion kann auch der Tränenfilm stark verdunsten. Dahinter können äußerliche Einwirkungen stecken wie Kontaktlinsen oder auch ein Luftzug. Erkrankungen wie Diabetes und Rheuma können ebenfalls  Auslöser für trockene Augen sein.

Was verbirgt sich hinter trockenen Augen?

Trockene brennende Augen können somit ein Zeichen für das Sjörgen-Syndrom sein (nach dem schwedischen Augenarzt Henrik Sjörgen). Das ist eine Autoimmunerkrankung, die die Schleimhäute austrocknet und zu Entzündungen von Tränen- und Speicheldrüsen führt. Das Sjörgen-Syndrom stellt eine chronisch-entzündliche rheumatische Erkrankung dar. Die sekretbildenden Drüsen sind dabei entzündet. Das Sjörgen-Syndrom kann als eigene Erkrankung auftreten oder sich im Zusammenhang mit beispielsweise einer rheumatioden Arthritis zeigen. Von dieser rheumatoiden Arthritis sind mehr Frauen als Männer betroffen. Bei den Frauen stellt der Arzt diese Erkrankung erst nach den Wechseljahren fest.

Typische Symptome bei trockenen Augen durch Rheuma

Typische Anzeichen sind trockene Augen und ein ausgetrockneter Mund. Selten kann es zu anhaltender Trockenheit der Schleimhäute wie etwa im Scheidenbereich oder in der Nase kommen. Da ein Mangel an schützendem Sekret besteht, kann eine Bindehautentzündung auftreten aber auch andere entzündliche Veränderungen in den Schleimhäuten. Handelt es sich um eine schwere Verlaufsform in den Augen kann das zu Hornhautschäden führen. Andere Symptome können Schwellungen der Ohrspeicheldrüsen, der Gelenke, der Lymphknoten sein. Es können sich Gelenkschmerzen einstellen. Es kann aber auch zu krampfartigen Gefäßverengungen und einer schmerzhaft verringerten Durchblutung einzelner Finger kommen.

Wenn die Bildung der Tränenflüssigkeit gestört ist, wird die Bindehaut gereizt und ein Trockenheitsgefühl entsteht. Die Augenoberfläche wird dann rau und ist schmerzhaft, was dann zu Sehstörungen führen kann. Der Krankheitsverlauf ist gutartig. Die Betroffenen sind aber in ihren Tätigkeiten oft eingeschränkt.

Das Sjörgen-Syndrom

Das Sjörgen-Syndrom tritt im Rahmen einer rheumatischen Grunderkrankung. Das Auge juckt, brennt und ist müde, so beschreiben viele Patienten ihre Beschwerden. Indem die Tränenproduktion beeinträchtigt ist oder, wenn äußere Einflüsse auf den Tränenfilm einwirken, spricht man vom trockenen Auge. Der gesunde Mensch produziert täglich 1,5 Milliliter Tränenflüssigkeit. Diese hält die Augenoberfläche geschmeidig und glatt, sie transportiert Sauerstoff und Nährstoffe und spült Fremdkörper aus dem Auge. Beim trockenen Auge ist auch die Tränenflüssigkeit verändert, was zu Benetzungsstörungen der Augenoberfläche führt. Neben vielen Krankheiten wie Diabetes oder einer rheumatischen Erkrankung können Veränderungen am Auge zu einem sogenannten Sicca-Syndrom führen. Aber auch bestimmte Medikamente wie die Anti-Baby-Pille, Schlafmittel oder Beruhigungsmittel können für ein trockenes Auge sorgen. Daneben zählen aber auch klimatische Einflüsse wie Klimaanlagen, Stäube, Lösungsmitteldämpfe, die das Auge austrocknen können.

Die Diagnose

Ausschlaggebend ist die Schilderung der Beschwerden. Der Augenarzt wird mit einer Spaltlampe das Auge betrachten. Es gibt aber auch Tests die durch eine Messung der Tränenfilmstabilität das trockene Auge bestimmen.

Wie wird ein trockenes Auge behandelt?

Es muss dazu gesagt werden, dass es nur in einzelnen Fällen möglich ist, die Ursache zu beseitigen oder überhaupt zu finden. Deshalb bleibt eigentlich nur, die Symptome des trockenen Auges zu behandeln. Da die Wirksamkeit von verschiedenen Tränenersatzmittel sehr unterschiedlich ist, müssen mehre Präparate ausprobiert werden. Dabei hängt die Wahl des richtigen Mittels vom Schweregrad des trockenen Auges ab. Hat der Patient nur hin und wieder Beschwerden, so reichen dünnflüssige Tränenersatzmittel. Schwere Beschwerden hingegen sollten mit dickflüssigen Präparaten behandelt werden. Reichen die üblichen Tränenersatzmittel nicht mehr, können autologen Serum-Augentropfen beansprucht werden. Es kann aber auch ein Verschluss der Tränenwege erfolgen. Wer weiche Kontaktlinsen trägt, der darf nur künstliche Tränen ohne Konservierungsmittel benutzen. Der Grund, Konservierungsmittel reichern sich in der Kontaktlinse an und es kann dann zu Schäden auf der Hornhaut kommen. Beim Tragen von harten Kontaktlinsen können Tränenersatzmittel mit und ohne Konservierungsstoff getragen werden.

Um die Beschwerden des trockenen Auges zu lindern, können Betroffene selbst einiges tun. So sollte mehrmals am Tag gelüftet werden. Wenn möglich einen Luftbefeuchter verwenden. Im Auto das Gebläse nur wenig oder gar nicht benutzen. Es sollte ausreichend getrunken werden, etwa 2 Liter am Tag. Möglichst auf Zigaretten verzichten. Häufig und bewusst Blinzeln bei der Arbeit am PC und beim Lesen.

Fazit

Wer unter Rheuma leidet und trockene Augen hat, der sollte diese fachlich behandeln. Hier ist der Besuch beim Augenarzt angesagt, denn wenn für trockene Augen das Rheuma verantwortlich ist, kann es zu einer ernsten Erkrankung des Auges kommen. Das Rheuma kann eine sogenannte Uveitis auslösen die bei Patienten mit rheumatischer Arthritis starke Schmerzen auslösen kann. Der Uveitis kann eine Entrundung der Pupillenöffnung hervorrufen, wobei sich die Linse trüben kann. Wird die Krankheit nicht behandelt, kann sich verstärkt Kalzium in der Hornhaut bilden und daraus ein Makulaödem entstehen lassen. Die Sehkraft wird stark verschlechtert. Bei dieser Konstellation des trockenen Auges durch Rheuma kommen Augentropfen mit Kortison in Frage. Bei schweren Fällen kann das Kortison direkt ins Auge gespritzt werden.

Trockene Augen – Rheuma als Auslöser
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Foto © Daisy Daisy / Fotolia
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