Mineralstoffwechsel – Die stille Bedrohung

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Gestörtes Phosphatmanagement bei chronisch Nierenkranken

Aufgabe der Nieren ist es, neben der Regulation des Flüssigkeits- und des Säure-Basenhaushalts auch den Mineralstoffwechsel im Gleichgewicht zu halten. So bleiben z. B. die Serumspiegel von Kalzium und Phosphat auch dann relativ konstant, wenn die Mineralien im Übermaß mit der Nahrung aufgenommen oder aus den Knochen mobilisiert worden sein sollten.

Erkrankt die Niere jedoch, steigt der Phosphatspiegel an. Dieser Anstieg bleibt häufig unbemerkt, denn er macht zunächst keine Symptome. Langfristig aber führt er zu einem schweren, auch lebensbedrohlichen Krankheitsbild. Durch einen stärkeren Knochenumbau werden Kalzium und Phosphat vermehrt freigesetzt und die Knochenstabilität nimmt spürbar ab.

Das überschüssige Phosphat aber führt zusammen mit Kalzium zur Verkalkung und Versteifung der inneren Organe sowie sämtlicher Gefäßabschnitte der Blutgefäße. Dies wiederum führt zur Entstehung einer vergrößerten linken Herzkammer und einer Beeinträchtigung der koronaren Durchblutung. Hieraus  können Herzinsuffizienz und plötzlicher Herztod resultieren.

Probleme mit Fast Food und Cola

Vor allem bei Dialysepatienten kommt der Phosphataufnahme mit der Nahrung eine besondere Bedeutung zu. Die Leitlinien empfehlen, diese zu vermindern, gleichzeitig aber eine genügende Proteinzufuhr zu gewährleisten, denn ein guter Ernährungsstatus wirkt sich positiv auf die Lebenserwartung des Dialysepatienten aus.

Leider enthalten aber proteinreiche Nahrungsmittel auch besonders viel Phosphat, wobei das Phosphat aus tierischem Eiweiß stärker absorbiert wird als das aus pflanzlicher Quelle. Ein besonderes Problem stellt das in Nahrungsmittelzusätzen „versteckte“ Phosphat dar, das insbesondere bei der Fleischverarbeitung und im sogenannten Fast Food zum Einsatz kommt. Dadurch kann der Phosphatgehalt um bis zu 70 % höher sein als in Lebensmitteln ohne solche Zusätze, zudem wird dieses Phosphat noch besonders effektiv absorbiert. So werden Schinken oder Wurst, Fischkonserven, Schmelzkäse, Backwaren, Cola-Getränke und andere Soft-Drinks zu einem echten Überlebensrisiko für chronisch nierenkranke Menschen.

Eine effektive Kontrolle des Phosphatspiegels mit diätetischen Maßnahmen allein ist kaum zu bewerkstelligen. Daher wird oft eine Therapie mit sog. Phosphatbindern benötigt, um den Patienten beim Phosphatmanagement zu helfen.

Viele Tabletten – niedrige Therapietreue

Dialysepatienten müssen durchschnittlich 19 Tabletten täglich einnehmen, manche von ihnen sogar noch mehr. Bei einer Phosphatbinder-Therapie steigt die Zahl noch weiter an. Erwiesenermaßen sinkt jedoch die Therapietreue im gleichen Maße, wie die Zahl der einzunehmenden Tabletten steigt.

Besonders wichtig für den Patienten ist deshalb eine hohe Phosphatbindungskapazität des eingesetzten Medikaments, denn die entscheidet wesentlich mit über die Gesamt-Tablettenlast des Betroffenen.
Phosphatbinder senken den Serum-Phosphatspiegel und werden in der Regel gut vertragen. Solch ein bewährter Phosphatbinder mit hoher Bindungskapazität steht z. B. als Kautablette zur Verfügung, der in geeigneter Wirkstärke die Verminderung der täglich einzunehmenden Tablettenzahl ermöglicht und deshalb geeignet ist, die Therapietreue und damit auch das klinische Therapieergebnis zu verbessern. Ihr behandelnder Arzt wird Sie gerne beraten.

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