Lippenherpes – erster Kontakt, Symptome und Therapie

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Inhaltsverzeichnis:

  1. Erster Kontakt mit Lippenherpes
  2. Übertragung des Erregers
  3. Symptome bei Lippenherpes
  4. Reaktivierung des Virus
  5. Diagnose von Lippenherpes
  6. Therapie der Erkrankung
  7. Vorbeugen von Lippenherpes
  8. Komplikationen bei einer Herpes-Infektion

Bei den meisten Menschen zeigt sich Lippenherpes in Form von kleinen schmerzenden Blasen auf den Lippen und um den Mund. Es handelt sich dabei um eine Infektion mit Herpes-Viren. Verantwortlich ist häufig das Herpes-simplex-Virus vom Typ 1. Die juckenden und schmerzhaften Bläschen können auch an den Fingernägeln, am Gesäß oder in dem Bereich um das Auge auftreten. Ist die Haut um den Mund oder die Nase befallen, spricht der Volksmund von Fieberblasen. 90 Prozent der Erwachsenen haben in ihrem Leben Kontakt mit dem Herpes-simplex-Virus Typ 1 gehabt und tragen Antikörper im Blut. Nicht bei jedem Träger zeigen sich die lästigen Bläschen im Laufe des Lebens. Zwischen 20 und 30 Prozent der mit dem Herpes-simplex-Virus Infizierten leiden regelmäßig unter den lästigen und unschönen Symptomen. Bei geschwächter Immunabwehr – etwa bei grippalen Infekten, Krebsleiden oder nach Operationen – tritt Lippenherpes besonders häufig zutage.

Erster Kontakt mit Lippenherpes

Zum ersten Mal kommen Betroffene meist vor dem sechsten Geburtstag mit dem Virus in Berührung. Die Infektion geschieht bei vielen unbemerkt. Der Erreger dringt durch kleine Risse in der Haut oder Schleimhaut in den Körper ein und verursacht dort die typischen Symptome. Nach dem Abheilen der Bläschen, bleibt das Virus ein Leben lang im Körper. Von den Epithelzellen der obersten Schicht der Haut wandert der Erreger entlang der Nervenbahnen bis zum Rückenmark. Dieses Wandern heißt in der Fachsprache retrograder axonaler Transport. Bei Lippenherpes bewegen sich die Erreger meist entlang des Nervus Trigeminus. Dieser Gesichtsnerv ist für das Fühlen der Gesichtshaut verantwortlich. Nach dem Erreichen des Rückenmarks nistet sich das Virus in den Zellen ein und geht in einen Ruhe-Modus über. Bis zum ersten Ausbruch der Krankheit können viele Jahre vergehen. Es kann bei diesem einen Ausbruch bleiben. Bei den meisten Betroffenen kehrt die Lippenherpes regelmäßig wieder. Eine Immunität gegen das Virus gibt es nicht. Ein intaktes Abwehrsystem kann den Ausbruch der Lippenherpes aber unterdrücken. Mit fortschreitendem Alter zeigen sich die schmerzenden Bläschen seltener.

Übertragung des Erregers

Die Weitergabe von Lippenherpes geschieht meist durch Schmierinfektion. Dabei überträgt eine Person das Virus durch direkten Körperkontakt auf eine andere. Die Viren befinden sich in der Bläschenflüssigkeit und im Speichel der von Lippenherpes befallenen Person. Leiden Sie akut unter den schmerzenden Bläschen, sollten sie engen Körperkontakt wie Küssen, Streicheln oder oralen Geschlechtsverkehr vermeiden. Die dünne Haut der Lippen ist empfindlich und daher besonders anfällig für eine Übertragung. Das Virus kann über kurze Distanz auch über die Luft weitergegeben werden. Durch sogenannte Tröpfcheninfektion beim Sprechen, Husten oder Niesen verbreiten Infizierte den Erreger. Bei Kindern ist das Übertragen von Lippenherpes häufig. Im Kindergarten oder der Schule haben die Kleinen oft engen Körperkontakt. Kinder berühren sich mit ihren Fingern häufiger im Gesicht als Erwachsene und geben die Viren mit den Händen an ihre Kindergartenfreunde oder Klassenkollegen weiter. Das Herpes-Virus überlebt bis zu zwei Tage außerhalb des Körpers. Eine indirekte Ansteckung über infizierte Taschentücher, Geschirr oder Messer und Gabel ist daher möglich.

Symptome bei Lippenherpes

Viele Betroffene wissen schon vor dem Auftreten der ersten Bläschen Bescheid. Sie klagen über Empfindlichkeit, spüren ein Brennen, Kribbeln oder ein Spannungsgefühl an den Lippen. Die Haut ist gerötet und juckt. Oft vergehen mehrere Stunden bis zu einem ganzen Tag bis die Lippenherpes ausbricht. Soll der Ausbruch der Krankheit aufgehalten werden, müssen Sie jetzt handeln und Cremes oder antiviral wirkende Gels auftragen. Die Bläschen kündigen sich aber nicht immer an und bilden sich innerhalb von kurzer Zeit oder im Schlaf. Der Betroffene erwacht mit einer unangenehmen Überraschung. Begleiterscheinung der Lippenherpes sind auch angeschwollene und schmerzende Lymphknoten in dem betroffenen Bereich.

Den Ausbruch der Krankheit begleitet häufig ein Gefühl der Mattigkeit und des Unwohlseins. Die Bläschen wölben sich auf der Haut und füllen sich mit einer klaren Flüssigkeit. Sie können sich rund um die Nase, an den Wangen und bis zum Auge und den Ohren hin ausbreiten. Die Bläschen platzen nach ein paar Tagen. Die offenen Stellen sind empfindlich und können schmerzen. Sie verkrusten nach durchschnittlich ein bis zwei Wochen und heilen von selbst ab. Bis sich die Kruste an den wunden Stellen gebildet hat, sind die Erkrankten Überträger und können andere Personen mit dem Herpes-simplex Virus infizieren.

Besonders bei Kindern und einer Erstinfektion kann Lippenherpes als Mundfäule auftreten. Die Schleimhaut der Mundhöhle ist mit schmerzenden und juckenden Bläschen übersät. Hohes Fieber begleitet die Krankheit und die betroffenen Kinder verweigern häufig die Nahrungsaufnahme. Achten Sie in diesem Fall auf ausreichend Flüssigkeitszufuhr und suchen Sie einen Arzt auf!

Reaktivierung des Virus

Einmal infiziert, schlummert das Herpes-simplex-Virus im Körper. Bei geschwächter Immunabwehr kann der ruhende Erreger wieder aktiviert werden. Zu den typischen Auslösern für das Erscheinen der Bläschen zählen Fieber und Infektionskrankheiten. Starke Sonneneinstrahlung vermindert die Tätigkeit der Immunzellen der Haut und kann so zum Auslöser werden. In Phasen von Hormonumstellungen des Körpers, in der Pubertät, während einer Schwangerschaft oder der Menstruation ist das Risiko des Auftretens von Lippenherpes erhöht. Auch in Zeiten psychischer Belastung zeigen sich die juckenden Bläschen. In Trauerphasen, bei Angstzuständen, Stress oder nicht ausreichendem Schlaf ist eine Reaktivierung wahrscheinlich. Die erwachten Erreger nehmen jetzt den umgekehrten Weg. Sie wandern vom Rückenmark entlang der Nervenbahnen zur Oberfläche der Haut und verursachen dort das Auftreten der juckenden und schmerzhaften Bläschen.

Diagnose von Lippenherpes

Der Haus-, Kinder- oder Hautarzt stellt die Diagnose. Treten die Bläschen im Genitalbereich auf, suchen Sie einen Experten für Geschlechtskrankheiten auf. Bei Schwangeren ist der Frauenarzt für das Erstellen der Diagnose zuständig. Bei Herpes reicht meist eine Blickdiagnose. Der Arzt erkennt Lippenherpes an den Schilderungen des Patienten und an den für die Krankheit typischen Bläschen. Treten die Symptome an untypischen Stellen auf, folgt eine Untersuchung der Bläschenflüssigkeit oder ein Abstrich der Schleimhaut. Eventuell wird der Virus-Typ bestimmt. Neben dem häufigen Herpes-simplex-Virus Typ 1 existiert auch der Herpes-simplex-Virus Typ 2. Er verursacht Genitalherpes.

Therapie der Erkrankung

Die Bläschen heilen nach einem Zeitraum von sieben bis vierzehn Tagen von selbst ab. Steht der Ausbruch der Krankheit unmittelbar bevor oder ist bereits erfolgt, können Sie die Heilung beschleunigen und die Symptome lindern. Gele mit enthaltenem Zinksulfat helfen, die Bläschen rascher auszutrocknen, wirken durch ihre Inhaltsstoffe desinfizierend und beschleunigen das Abheilen. Heilerde, Zahnpasta und Melissenextrakt sind gängige Hausmittel. Sie haben eine austrocknende Wirkung. Tragen Sie Cremes und Gele mit enthaltenen Virusstatika ab dem ersten Anzeichen für den Ausbruch der Krankheit regelmäßig auf. Nur so können sie die Vermehrung der Viren hemmen und die Heilung beschleunigen. Achtung: Bei häufiger Behandlung von Lippenherpes mit diversen Cremes und Gelen können sich Resistenzen bilden! Suchen Sie in diesem Fall den Arzt auf. Er wird eine Testung durchführen. Ist der Verlauf der Erkrankung schwer oder besteht die Gefahr einer großflächigen Ausbreitung, kommen antivirale Medikamente in Form von Tabletten, Saft oder Infusionen zum Einsatz. Vermeiden Sie das Übertragen von Lippenherpes auf andere Körperteile. Die Bläschen trotz des unangenehmen Juckens nicht berühren oder aufkratzen. Die enthaltene Flüssigkeit ist durch die hohe Konzentration an Viren extrem ansteckend. Waschen Sie sich häufig die Hände, um das Verbreiten von Lippenherpes einzudämmen. Verzichten Sie in der Zeit der Erkrankung auf intensiven Körperkontakt.

Vorbeugen von Lippenherpes

Gegen Lippenherpes gibt es keine Schutzimpfung. Die Erkrankung verläuft aber in den meisten Fällen harmlos. Ohne Komplikationen heilen die lästigen, schmerzenden und unschönen Bläschen nach spätestens vierzehn Tagen ab. An den betroffenen Stellen bildet sich neue Haut. Der Ausbruch von Lippenherpes kann unterbunden werden. Vermeiden Sie Stress, sorgen Sie für ausreichend Schlaf und unterstützen Sie ihr Immunsystem mit regelmäßiger Bewegung an der frischen Luft. Eine ausgewogene Ernährung hilft. Teilen Sie keine Badetücher, Besteck oder Gläser mit akut erkrankten Personen und waschen Sie sich regelmäßig die Hände. Vermeiden Sie intensives Sonnenbaden.

Komplikationen bei einer Herpes-Infektion

Für den Betroffenen sind die Symptome von Lippenherpes unangenehm. Die Bläschen jucken und schmerzen und sind generell kein schöner Anblick. Bei normalem Verlauf der Krankheit ist Lippenherpes aber nicht gefährlich. Ausnahmen treten meist bei Personen mit geschwächter Immunabwehr auf. Bei Säuglingen, Krebspatienten oder HIV-Infizierten kann eine harmlose Herpes-Erkrankung gefährlich sein. Bei Herpes Encephalitis ist das Gehirn von der Erkrankung betroffen. Die Entzündung ist eine lebensgefährliche Komplikation und sollte rasch erkannt und behandelt werden. Leidet der Patient an Neurodermitis, haben die von dem Virus verursachten Bläschen auf der beanspruchten und empfindlichen Haut leichtes Spiel. Sie können sich gut ausbreiten und den ganzen Körper befallen. Eine Infektion mit Bakterien kommt häufig hinzu und das Risiko einer Herpes Encephalitis ist erhöht. Kratzen Sie die juckenden Bläschen bei einer Herpes-Infektion nicht auf! In die Wunde können bakterielle Keime wie Streptokokken oder Staphylokokken eindringen und eine eitrige Infektion verursachen.  Bei schweren Verläufen und Befall des Auges kann es zu Schäden an der Hornhaut kommen. Geschwüre oder Narben sind die Folge. Die Sehkraft kann eingeschränkt sein. Als Komplikation bei einer Herpes-Infektion kommt bei verminderter Abwehrkraft manchmal eine Lungenentzündung hinzu.In seltenen Fällen kann eine Schwangere das Virus auf ihr ungeborenes Kind übertragen. Die Gefahr einer Gehirnhautentzündung besteht.

Foto © Janina Dierks / Fotolia
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