Wie moderne Therapien und gezieltes Selbstmanagement mehr Freiheit in den Alltag bringen können.
Hustenanfälle im Kino, zunehmende Atemnot mit jeder Treppenstufe, die Wanderung im Frühling lieber gleich abgesagt: Oft schleichen sich Einschränkungen durch unkontrolliertes Asthma so langsam in den Alltag ein, dass Betroffene erst spät merken, wie ihr Lebensradius Stück für Stück kleiner geworden ist.
Doch das muss nicht sein. Dank moderner Präzisionsmedizin und gezieltem Selbstmanagement ist heute viel mehr möglich. Zeit, die Kontrolle zurückzuerobern!
Asthma: Was in den Atemwegen passiert
Asthma bronchiale ist eine chronische Atemwegsentzündung. Die Bronchien schwellen bei Reizen (wie Kälte, Sport, Pollen oder Rauch) an und verengen sich kritisch – die Folge sind Husten und Atemnot – oder im schlimmsten Fall einen Asthmaanfall. Diese gilt es unbedingt zu vermeiden.
Bei unzureichender Asthma-Kontrolle passen sich Betroffene unbemerkt ihrer Krankheit an und meiden, was belasten könnte.
Mehr ist möglich: Auch mit Asthma
„Klassisch ist, dass Menschen solche Einschränkungen einfach hinnehmen“, weiß Pneumologe Dr. Justus de Zeeuw. „Unser Ansatz ist heute umgekehrt: Wir wollen die Asthma-Therapie an das Leben anpassen – damit Sie wieder das tun können, was Sie eigentlich möchten.“
Um das zu erreichen, setzen moderne Therapien, wie zum Beispiel Biologika, direkt an der Ursache an. Oft steckt eine sogenannte Typ-2-Entzündung hinter schwerem Asthma. Ein Bluttest beim Facharzt auf bestimmte Entzündungszellen – die eosinophilen Granulozyten (EOS) – schafft Klarheit und weist den Weg zur passenden Behandlung.
Die richtige Therapie legt das Fundament. Doch für mehr Freiheit im Alltag spielen Betroffene selbst die wichtigste Rolle. Sie sollen das Steuer aktiv in die Hand nehmen:
You’ve got the power:
3 Tipps für ein starkes Asthma-Selbstmanagement
- Tipp 1: Den Asthma-Typ kennen: Werden Sie zum aufmerksamen Beobachter. Notieren Sie Ihre Symptome und Auslöser und fragen Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin gezielt nach Ihren entzündungsrelevanten Blutwerten.
- Tipp 2: Signale wahrnehmen: Machen Sie eine ehrliche Inventur: Schränken Sie sich im Alltag ein? Nutzen Sie das Notfallspray häufiger? Falls ja, ist es Zeit für einen Therapie-Check beim Facharzt oder bei der Fachärztin.
- Tipp 3: Ziele definieren: Finden Sie sich nicht mit Atemnot ab! Besprechen Sie konkrete Ziele (z. B. unbeschwert ins Kino gehen oder eine Wanderung) als festes Therapieziel mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärtzin.
„Ich kann wieder vieles so machen, wie früher.“
Dass der Weg zurück in ein aktiveres Leben möglich ist, zeigt Dagmar (88): „Ich kann wieder in Restaurants gehen, mich mit Freunden treffen und lange Spaziergänge machen, ohne ständig zu husten.“
