Stoßwellentherapie bei Fersensporn – Alles was Sie wissen müssen!

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Stoßwellentherapie ist eine häufig erfolgreiche Behandlung für beständige (persistente) Sehnenprobleme, eines Fersensporns oder eines Tennisarms. In den letzten Jahren wurde extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) zur Standardmethode für viele Physiotherapeuten. Die Behandlung ist oft effektiv und hat relativ wenige Nebenwirkungen.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Wie funktioniert die Stoßwellentherapie?
  2. Welche Nachteile hat die Stoßwellentherapie?
  3. Wie wird sie bei einem Fersensporn angewendet?
  4. Gibt es Nebenwirkungen bei der Stoßwellentherapie?
  5. Kosten, was übernimmt die Krankenkasse?
  6. Zusätzliche Maßnahmen?

Wie funktioniert die Stoßwellentherapie?

Es gibt sowohl eine hochenergetische als auch eine niederenergetische Form der Stoßwellenbehandlung, und beide Therapieformen können bei der Behandlung von Fersensporn verwendet werden. Die Stoßwellen werden bei der Behandlung elektromagnetisch erzeugt. Die Wirkungsweise einer Stoßwelle ist abhängig von:

+ der freigesetzten Energiemenge
+ der Anzahl verabreichter Impulse
+ der Wechselwirkung mit dem behandelten Gewebe

Je höher die verabreichte Energiemenge, desto stärker ist die Wirkung auf den Fersensporn und das Gewebe.

Niederenergetische Schockwellenbehandlungen werden als eine Serie von drei oder mehr Behandlungen gegeben. Die niederenergetischen Schockwellen sind nicht schmerzhaft oder leicht schmerzhaft. Auf der anderen Seite werden die hochenergetischen Stoßwellenbehandlungen meistens in einer Sitzung durchgeführt. Hochenergetische Stoßwellenbehandlungen sind ziemlich schmerzhaft und manchmal ist eine Art von Anästhesie erforderlich. Für die hochenergetischen Behandlungen kann entweder ein Regionalblock oder eine Vollnarkose verabreicht werden.

Bei der Stoßwellentherapie kommt es zu sogenannten Mikrotraumen im betroffenen Gewebe. Ein Mikrotrauma löst einen Heilungsprozess im Körper aus. Die Heilungsreaktion verursacht die Bildung neuer Blutgefäße und die bessere Versorgung mit Nährstoffen im betroffenen Bereich. Es wird angenommen, dass das Mikrotrauma einen Reparaturprozess stimuliert und die Schmerzsymptome lindert.

Schon seit längerer Zeit werden Nierensteine durch energetische Schallwellen zerkleinert. Im Jahr 1996 haben mehrere Forscher erstmals Untersuchungen veröffentlicht bei denen Schockwellen zur erfolgreichen Behandlung von Plantarfasziitis und Fersensporn eingesetzt wurden. Inzwischen gibt es viele Untersuchungen über die Wirksamkeit dieser Behandlung. Einige Studien zeigen gute Ergebnisse für die Behandlung, insbesondere bei Kalciumsehnenentzündung und Plantarfasziitis. Als besonders vielversprechend gilt eine Behandlung mit Stoßwellen beim Fersensporn, Fersenschmerzen oder bei entzündeten Fußsehnen.

Aus diesem Grund ist die Stoßwellenbehandlung als eine attraktive und nichtinvasive Option für Fußprobleme, die manchmal schwierig zu behandeln sind. Ein weiterer wichtiger Grund für die Anwendung von Schockwellen ist der Aspekt, dass es beim Einsatz chirurgischer Methoden bei Plantarfasziitis und Fersensporn zu ernsthaften Problemen kommen kann. Patienten, die operiert werden, haben ein Risiko für anhaltende Schmerzen, Wundprobleme und Infektionen. Bei der Anwendung der Stoßwellentherapie wurden nur wenige Komplikationen berichtet. Das Hauptproblem der ESWT ist, dass nicht alle Patienten von ihren Symptomen geheilt werden.

Welche Nachteile hat die Stoßwellentherapie?

Die Stoßwellentherapie ist ziemlich teuer, jede einzelne Behandlung kann viel Geld kosten, und die Krankenkassen übernehmen die Kosten erst seit kurzem. Nicht zu empfehlen ist die Stoßwellentherapie bei Gerinnungsstörungen. In der Schwangerschaft ist eine Behandlung zwar möglich, wenn die hochenergetischen Schallwellen den Fötus nicht erreichen.

Wie wird sie bei einem Fersensporn angewendet?

Die Stoßwellentherapie wird mit Schallwellen von hoher Energie durchgeführt. Diese werden direkt auf die Stelle des Fersensporns und der Plantarfaszie gerichtet. Die Stoßwellentherapie kann auf zwei Arten angewendet werden: radial oder fokussiert. Die radiale Schockwelle ist weniger direkt auf einen Punkt gerichtet, sondern etwas mehr gestreut. Auch das umliegende Gewebe, insbesondere die Sehnenplatte unter der Fußsohle, wird oft so behandelt. Die Schallwellen sind hochenergetisch und stimulieren das betroffene Sehnengewebe.

Der Grund für diese Behandlungsmethode ist, dass das Gewebe durch die Stimulation eine heilende Reaktion einleitet, anstatt sich auf unbestimmte Zeit weiter zu entzünden. Die Durchblutung und der Stoffwechsel werden an der behandelten Stelle erheblich stimuliert. Zu Beginn einer Behandlung sind oft nicht mehr als 4-6 Sitzungen erforderlich. In schweren Fällen können auch bis zu 10 Sitzungen erforderlich sein. Zwischen den Sitzungen liegen meistens mehrere Tage oder Wochen. Ist dann immer noch keine Besserung eingetreten ist, macht das Fortfahren keinen Sinn.

Die Behandlung mit der Stoßwellentherapie kann etwas schmerzhaft sein, aber jeder Patient erlebt das anders. Die Schallwellen können besonders zu Beginn der Behandlung als etwas unangenehm empfunden werden. Die Intensität kann jedoch an die Schmerzschwelle des Patienten angepasst werden. Normalerweise wird mit geringer Energie begonnen, dann wird die Intensität erhöht, wenn die erste Empfindlichkeit überwunden ist. Bei der Behandlung werden die Parameter individuell eingestellt. Das ist wichtig, um wenig Schaden anzurichten, gleichzeitig aber eine möglichst gute Wirkung zu erzielen.

Eine Behandlung dauert im Durchschnitt etwa 10 Minuten. Auch nach der Behandlung wird der Schmerz unterschiedlich wahrgenommen. Die schlimmsten Schmerzen sind weg, sobald die Behandlung aufhört, aber manche Patienten spüren einige Stunden bis Tage nach der Schockwellenbehandlung noch die Nachwirkungen.

Gibt es Nebenwirkungen bei der Stoßwellentherapie?

Nebenwirkungen der Behandlung sind kaum vorhanden. Während der Behandlung werden Schmerzen auftreten, die aber normalerweise nicht sehr intensiv sind und schnell wieder verschwinden. Gelegentlich können Schwellungen, Rötungen oder Blutergüsse auftreten, die in der Regel harmlos sind. Der große Vorteil dieser Behandlung besteht darin, dass besonders im Gegensatz zu Injektionen und Operationen praktisch die Nebenwirkungen sehr gering sind. Bei einer erfolgreichen Behandlung wird der Fersensporn nach einigen Sitzungen aufgelöst. Die Erfolgsrate ist relativ hoch, obwohl eine Heilung nicht sicher ist. Die beste Heilungschance haben Menschen, die lange Zeit keine Fersensporen hatten. Wenn die Entzündung bereits chronisch geworden ist, funktioniert die Stoßwellentherapie weniger gut, aber das gilt für viele Behandlungen. Wird die Fehlbelastung des Fußes nicht korrigiert, kann es sein, dass der Fersensporn sich wieder vergrößert.

Kosten, was übernimmt die Krankenkasse?

Bisher mussten die Kosten für eine extrakorporale Stoßwellentherapie vom Patienten selber getragen werden. Seit Juli 2018 wird diese Therapie bei Fersensporn als Kassenleistung übernommen. Allerdings gibt es ein paar Einschränkungen.

Die Übernahme der Kosten gilt für Patienten, die seit mindestens sechs Monaten unter Fersenschmerzen leiden und durch andere Therapiemaßnahmen wie Schuheinlagen, Dehnübungen etc. keine Besserung der Beschwerden erreichen konnten. Die Leistungen dürfen pro betroffenen Fuß in maximal drei Sitzungen von Orthopäden, Fachärzten für physikalische Medizin und Unfallchirurgen erbracht werden.

Zusätzliche Maßnahmen?

Fersensporn kann verhindert werden durch gut sitzende Schuhe mit stoßabsorbierenden Sohlen, individuell angepasste Einlagen, feste Schäfte und unterstützende Fersenstrümpfe. Auch durch die Auswahl geeigneter Schuhe für jede körperliche Aktivität sowie Aufwärmen und Dehnübungen vor jeder Aktivität kann die Bildung von Fersensporn verhindert werden.

Eine leichte Erhöhung des Absatzes und eine Polsterung im Fersenbereich reduzieren die Belastung verringern die Schmerzen. Im entzündlichen Stadium kann der Arzt Betäubungsmittel oder entzündungshemmende Wirkstoffe in den betroffenen Bereich spritzen. Dadurch wird Beschwerdefreiheit für eine bestimmte Zeit erreicht, als Dauertherapie eignen sich diese Verfahren jedoch nicht.

Eine Massage wird oft in Kombination mit anderen Behandlungen angewendet. Zur Behandlung von Fersensporn und Plantarfasziitis wird in der Regel die Wadenmuskulatur massiert damit diese weniger steif ist. Dieses regt außerdem die Durchblutung an und entspannt die Muskeln. Das Entspannen der Wadenmuskulatur verringert die Belastung der Faszie unter dem Fuß und entlastet auch den Fersensporn.

Bei übergewichtigen Menschen hilft eine Gewichtsreduzierung die Belastung der Füße zu verringern. Durch spezielle physiotherapeutische Übungen werden Muskeln und Sehnen gekräftigt. Die unter Anleitung eines Therapeuten durchgeführten Übungen können vom Patienten regelmäßig auch zuhause durchgeführt werden. Ausreichende Ruhepausen helfen den Füßen bei der Regeneration.

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Beitragsbild © smartmediadesign / Fotolia
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