Präzisionsmedizin – Neue Wege in der Behandlung von Blutkrebs

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Bei einigen Blutkrebserkrankungen haben sich die Behandlungsmöglichkeiten in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Moderne, gezielt wirkende Therapien, die teilweise individuell auf die Erkrankung und die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten zugeschnitten werden, eröffnen neue Perspektiven – beispielsweise beim Multiplen Myelom. Entscheidend ist dabei die Wahl der richtigen Therapie zum richtigen Zeitpunkt: möglichst frühzeitig und auf die persönliche Situation der Betroffenen abgestimmt.

Beim Multiplen Myelom handelt es sich um eine Form von Blutkrebs, die vor allem im höheren Lebensalter auftritt. Die meisten Betroffenen sind bei der Diagnose zwischen 75 und 85 Jahre alt.1 In Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 7.300 Menschen an einem Multiplen Myelom.1 Die Erkrankung entsteht im Knochenmark, wo sich körpereigene Abwehrzellen – sogenannte Plasmazellen – verändern und sich rasch und unkontrolliert vermehren. Die veränderten Plasmazellen (Myelomzellen genannt) teilen sich vielfach (multipel) und breiten sich so im Knochenmark aus. Dadurch können gesunde Blutzellen verdrängt werden. Zusätzlich produzieren die Myelomzellen funktionsunfähige Antikörper. Beides schwächt die Immunabwehr.

Das Multiple Myelom kann verschiedene Beschwerden verursachen, wie beispielsweise Knochenschmerzen oder Knochenbrüche, Blutarmut (Anämie) oder eine erhöhte Anfälligkeit für Infektionen (siehe Abbildung).2

Die Erkrankung ist überaus komplex und kann bei jedem Menschen unterschiedlich verlaufen. Insbesondere bei wiederkehrender oder behandlungsresistenter Erkrankung, dem sogenannten rezidivierten oder refraktären Multiplen Myelom, ist die Prognose bislang eher ungünstig.1 Genau da setzt die Forschung rund um moderne zielgerichtete Therapien an.

CAR-T-Zelltherapie – Hoffnung aus der Zelle

Die Behandlung des Multiplen Myeloms hat sich in den vergangenen Jahren deutlich weiterentwickelt. In den 1990er Jahren lag die Lebenserwartung bei lediglich 3 – 5 Jahren nach Diagnosestellung. Mit der Einführung moderner Therapiekonzepte hat sich die Prognose kontinuierlich verbessert – Ziel ist dabei, die Erkrankung möglichst wirksam und langfristig zu kontrollieren und gleichzeitig die Lebensqualität der Betroffenen zu erhalten. Eine wichtige Rolle spielen dabei Immuntherapien. Sie nutzen das körpereigene Immunsystem, um Krebszellen gezielt zu erkennen und zu bekämpfen. Dadurch eröffnen sie neue Behandlungsmöglichkeiten – auch für Patient:innen, deren Erkrankung bereits fortgeschritten ist.

Zu den vielversprechenden Entwicklungen zählen in diesem Bereich die so genannte CAR-T-Zelltherapie und bispezifische Antikörper. Bei der CAR-T-Zelltherapie werden körpereigene Immunzellen (T-Zellen) entnommen und im Labor so verändert, dass sie Myelomzellen erkennen und zerstören können. Anschließend werden die Zellen dem Körper wieder zugeführt. Dort suchen sie nach den Krebszellen und greifen diese gezielt an. Bei vielen Patient:innen kommt es mit einer einmaligen Behandlung zu einer deutlichen Verringerung der Tumoraktivität und einer langanhaltenden Krankheitskontrolle. In einzelnen Fällen konnte die Erkrankung sogar vollständig zurückgedrängt werden. Damit eröffnen sich neue Perspektiven für längere therapie- und krankheitsfreie Phasen.

Bispezifische Antikörper – die andere Art der Immuntherapie

Auch bispezifische Antikörper gewinnen zunehmend an Bedeutung. Sie können gleichzeitig an zwei verschiedene Zielstrukturen binden: wie eine Art Brücke bringen sie so die körpereigenen T-Zellen direkt mit den Myelomzellen in Kontakt. Unser Immunsystem kann dadurch den Krebs gezielt angreifen und zerstören. Im Vergleich zur CAR-T-Zelltherapie sind bispezifische Antikörper schnell verfügbar, oft weniger aufwendig in der Anwendung und können teilweise ambulant verabreicht werden. Dadurch können sie insbesondere für ältere Patient:innen oder Menschen mit Begleiterkrankungen infrage kommen sowie für Betroffene, die eine wohnortnahe Behandlung bevorzugen.

Fazit

Auch wenn das Multiple Myelom bisher meist als nicht heilbar gilt, haben die Fortschritte der letzten Jahre die Behandlungsmöglichkeiten grundlegend verbessert. Moderne Therapien ermöglichen vielen Betroffenen heute deutlich längere Phasen ohne Fortschreiten der Erkrankung. Neben der Lebensverlängerung steht dabei zunehmend die Lebensqualität im Mittelpunkt. Ziel ist es, das Leben im Alltag möglichst wenig einzuschränken und längere krankheits- und therapiefreie Zeiten zu schaffen. Die Entwicklung neuer, individuell zugeschnittener Behandlungen macht Hoffnung, dass sich diese Perspektiven künftig weiter verbessern werden.

Mit freundlicher Unterstützung der Janssen Cilag GmbH, a Johnson & Johnson company, Neuss

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Bild: © GettyImages
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