Stielwarzen: Ursachen und Entfernungsvarianten

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Inhaltsverzeichnis:

  1. Was sind Stielwarzen überhaupt?
  2. Die Entstehung von Stielwarzen
  3. Stielwarzen beim Arzt entfernen lassen und die Kosten
  4. Stielwarzen vereisen
  5. Stielwarzen zu Hause entfernen
  6. Fazit

Was sind Stielwarzen überhaupt?

Zugegeben, der Begriff „Stielwarze“ ist leider etwas irreführend. Anders, als es sich beim Wort „Warze“ vermuten lässt, handelt es sich bei der Stielwarze um keine „klassische“ Warze im herkömmlichen Sinn, sondern vielmehr um ein Fibrom. Ein Fibrom meint hierbei eine gutartige Geschwulst, die vor allem durch eine Wucherung der so genannten Fibrozyten entsteht. Fibrozyten sind Zellen des Bindegewebes, die sich in bestimmten Situationen „vermehren“, bzw. wuchern können, zum Beispiel, wenn nach einer Operation/Verletzung eine Narbe gebildet wird. Wenn Sie sich selbst unsicher sind, ob Sie eine Stielwarze entdeckt haben, so sollten Sie auf folgende Merkmale achten:

  • Sind die Geschwulste länglich oder
  • rundlich? Zudem kann ein Stielförmiger Hautansatz vorhanden sein
  • Die Größe beträgt etwa zwei bis zehn Millimeter, in seltenen Fällen können es auch 30 mm sein
  • Die Geschwulste lassen sich frei bewegen, sind weich und verursachen keine Schmerzen
  • Die Stielwarzen weisen eine Färbung im Grundton der Hautfarbe auf, können aber auch dunkler oder rötlich ausfallen, vor allem, wenn sie entzündet sind
  • Die Fibrome bilden sich nicht von alleine zurück
  • Sie können einzeln, aber auch gruppenweise auftreten

Der Hautarzt sollte bei einem entsprechenden Verdacht hinzugezogen werden, damit er eventuelle Hautkrankheiten oder bösartige Geschwulste ausschließen kann.

Die Entstehung von Stielwarzen

Um die Entstehung der Stielwarzen (im Fachjargon auch Fibruma Pendulans genannt) zu verstehen, ist es hilfreich, einen Vergleich zu den „echten“ Warzen zu ziehen: so entstehen alle anderen (echten) Warzenarten vor allem durch eine Infektion durch Pockenviren oder HP-Viren (Humane Papilomviren). Diese Warzenarten sind somit hochansteckend. Wie aber bereits oben beschrieben wurde, handelt es sich bei der Stielwarze um keine „klassische“ Warze, sondern um ein Fibrom. Ein Fibrom entsteht durch eine Wucherung der Bindegewebszellen. Warum es genau zu der Wucherung kommt, konnte noch nicht abschließend geklärt werden. Sehr viele Experten gehen aber davon aus, dass eine erbliche Veranlagung mit einer der Gründe für die Wucherung sein könnte. Eine weitere These beinhaltet, dass die Wucherung der Haut gerade dort stattfindet, wo es zu vermehrten Hautfalten kommt (Achsel etc.) und auch die Zusammensetzung der Haut (vermehrtes Körperfett/Hautalterung) mit eine Rolle spielen kann. Ein weiterer Punkt, der zur Entstehung der Stielwarzen beitragen kann, ist das steigende Alter, wobei es keine besonderen Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt. Stattdessen findet die Vermehrung auf weichem Hautgewebe statt, wie etwa den Oberschenkeln, im Gesicht, am Hals, der Leiste, dem Augenlid oder der oben erwähnten Achsel.

Stielwarzen beim Arzt entfernen lassen und die Kosten

Obwohl Stielwarzen an sich nicht gefährlich oder ansteckend sind, können sie selbstverständlich stören oder auch im Gesicht als unästhetisch empfunden werden. Auch an Stellen, an denen eine vermehrte Reibung stattfindet oder wenn Sie an der betroffenen Stelle stark schwitzen, kann es sinnvoll sein, die Stielwarzen entfernen zu lassen. In den allermeisten Fällen wird Ihr Hautarzt einen kleinen Eingriff vornehmen, gerade dann, wenn es sich um mehrere Stielwarzen handelt. Nachdem die Stielwarze und die nähere Umgebung umfassend desinfiziert wurde, wird der Arzt entweder eine Lokalanästhesie vornehmen (also ein lokale Betäubung) die meistens mit einer Spritze gegeben wird. Ist die Stielwarze sehr klein, so kann auch ein Betäubungs– oder Vereisungsspray benutzt werden. Allerdings hält die Betäubung in diesem Falle nicht lange an. Die Wucherung wird nun mit einem Skalpell, einem chirurgischen Löffel oder einer chirurgischen Scherze vom Arzt entfernt. Je nach Größe wird die entstandene Wunde im Anschluss genäht oder geklebt. Eine andere Methode ist das Entfernen der Stielwarze mit einem Laser oder auch der Zugabe von kleinen Stromreizen, diese Methode wird Elektrokoagulation genannt. Durch die kurze Berührung mit Hochfrequenzstrom stirbt die Stielwarze augenblicklich ab. Sämtliche Kosten, egal ob der chirurgische Eingriff oder die Laser- bzw. Strommethode müssen von Ihnen selbst bezahlt werden, die Krankenkassen übernehmen die Kosten nicht. Oft wird empfohlen, eine Entfernung im Winter vornehmen zu lassen, da die Wunden besser heilen können. Bei der einfachen Entfernung mit der Schere müssen Sie beim Hautarzt mit etwa 25 Euro rechnen, die Kosten für eine Laserbehandlung sind höher angesetzt.

Stielwarzen vereisen

Obwohl es sich bei Stielwarzen um keine echten Warzen handelt, kann eine Vereisung helfen, die Stielwarzen loszuwerden. Seit 2016 gibt es spezielle Vereisungsmittel, die extra für Stielwarzen gedacht sind und die Sie auch bequem Zuhause anwenden können. Sie müssen einfach in der Apotheke nach einem Vereisungsmittel gegen Stielwarzen fragen, eines ist zum Beispiel „Wortie Spezial„. Mit einem beigelegten Fixierungsring, der um die Stielwarze gelegt wird, stellen Sie sicher, dass die Warze nicht verrutscht und Sie die Behandlung präzise durchführen können. Sie müssen den Kopf des Applikators lediglich nach unten auf die Warze drücken, wo er diese binnen 40 Sekunden vereisen soll. Innerhalb von 10 bis 14 Tagen soll die behandelte Haut abfallen und durch neue ersetzt werden. Falls Sie sich unsicher sind, können Sie auch bei Ihrem Hautarzt nachfragen, ob und wie er die Vereisung vornimmt.

Stielwarzen selbst zuhause entfernen und diverse „Hausmittel“

Oftmals ist die Versuchung sehr groß, die unliebsame Stielwarze einfach mit der Schere abzuschneiden. Allerdings ist von dieser Methode eher abzuraten, da es trotz der kleinen Wunde entweder zu Blutungen kommen kann und natürlich die Gefahr einer Infektion besteht, wenn das Fibrom mit einer handelsüblichen und nicht desinfizierten Schere durchgeführt wurde. Sehen Sie daher lieber vor solchen Operationen daheim ab und gehen Sie zu Ihrem Hautarzt, denn schließlich sind diese Spezialisten dazu da, Ihnen fachmännisch zu helfen.

Andere Mittel, die Sie vielleicht in der Apotheke gegen Warzen finden, werden bei Stielwarzen jedoch nutzlos sein, da es sich bei Stielwarzen um keine echten Warzen handelt, die durch Viren entstehen. Sehr oft kursieren bestimmte „Hausmittel“ im Internet, die gegen Stielwarzen erfolgreich sein sollen: so wird etwa dem Apfelessig eine nahezu heilende Wirkung angedichtet, angeblich soll man die Stielwarze mit etwas Apfelessig einreiben und binnen weniger Wochen würde diese verschwinden. Teebaumöl soll gleichermaßen helfen. Allerdings gilt diese Methode als fragwürdig, da Teebaumöl zwar antibakteriell wirkt, gegen die Stielwarze als solches aber nichts ausrichten kann. Ganz im Gegenteil: die Haut kann austrocknen, Hautaschläge sind ebenfalls nicht selten, wenn Sie Teebaumöl dauerhaft anwenden. Das gleiche Phänomen kann beim Apfelessig der Fall sein: zwar ist es möglich, dass die Stielwarze nach dauerhafter Behandlung abfällt, allerdings wird das umliegende Hautgewebe durch die Berührung mit dem Apfelessig immer wieder gereizt und kann daher zu Entzündungen oder Ekzemen führen. Daher raten Fachleute von diesen Maßnahmen ab.

Als letzte Methode, die immer wieder vorgeschlagen wird, wird das Abbinden der Stielwarze mit einem Stück Nähgarn. Auf diese Weise soll die ungeliebte Hautpartie schwarz werden und über kurz oder lang absterben und abfallen. Vor dieser Vorgehensweise wird ebenfalls abgeraten, da diese Methode zum einen sehr unpräzise ist und Sie Ihrer Haut mit dem Abbinden echte Schäden zufügen können. Im Bereich der abgestorbenen Haut kann es zu unangenehmen Entzündungen kommen.

Fazit

Was lässt sich also zusammenfassend festhalten? Bei den Stielwarzen handelt es sich um ungefährliche, gutartige Hautwucherungen, die nicht ansteckend oder schmerzhaft sind. Wenn Sie sich von den Stielwarzen „gestört“ fühlen, können Sie entweder auf eigene Kosten eine Entfernung beim Hautarzt vornehmen lassen oder es mit einem speziellen Enteisungsspray aus der Apotheke Ihres Vertrauens versuchen. Beachten Sie dabei, dass Sie unbedingt ein Enteisungsspray gegen Stielwarzen kaufen, da Mittel für herkömmliche Warzen nutzlos sind. Gleichermaßen sollten Sie auf Alleingänge Zuhause verzichten, wie etwa das Entfernen der Stielwarze mit einer Schere oder auch Hausmittel, wie beispielsweise Apfelessig oder Teebaumöl. Damit können Sie mehr Schaden anrichten. Bedenken Sie zudem, dass Salben oder Cremes gegen herkömmliche Warzen hier nicht helfen, da es sich bei Ihrer Warzenart um keine durch Viren verursachte Warze handelt, sondern um ein Fibrom.

 

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Foto: © User: Oliver Riesen - Weiches Fibrom am oberen Augenlid.
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