Grauer Star – Alles was Sie zur OP-Nachsorge wissen müssen!

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Die Linsenoperation beim Grauen Star (Katarakt) verläuft in über 90 Prozent der Fälle ohne Komplikationen. Der getrübte Teil der Augenlinse wird entfernt und durch eine artifizielle Linse (Intrakokularlinse) ersetzt. Dieser Eingriff ist als gering invasiv einzustufen und wird bevorzugt ambulant durchgeführt. Der Operationsverlauf ohne Komplikationen beträgt unter 30 Minuten, da es sich um ein empirisch erprobtes Verfahren handelt. Statistiken und Langzeitstudien zeigen, dass postoperativ mit einer deutlichen Verbesserung der Sehschärfe zu rechnen ist. Damit die Heilung schnell und unbeschwert abläuft, sollten Sie jedoch einige Hinweise zur Nachsorge beachten.

Die ersten Stunden nach der Operation

Bei einer Katarakt-Operation handelt es sich um einen harmlosen Routineeingriff. Solange Sie sich einer guten Gesundheit erfreuen, stellt auch eine Vollnarkose kein hohes Risiko dar. Ihr Anästhesist wird vor dem Eingriff auf alle Bedenken und Fragen ihrerseits eingegangen sein. Diese Aufklärungsgespräche dienen unter anderem dazu, bestehende Allergien und Medikament-Unverträglichkeiten auszuschließen, was Narkosekomplikationen weiter minimiert. Die Fürsorgepflicht der behandelnden Ärzte endet nicht mit Abschluss der Operation. Daher werden Sie nach einem ambulanten Eingriff noch etwas Zeit in Obhut des medizinischen Fachpersonals verbringen, damit sicher gestellt werden kann, dass Sie die Narkose gut überstanden haben. Selten können kreislaufbedingte Übelkeit und Schwindel auftreten. Im Normalfall können Sie sich auf den Heimweg begeben, sobald Sie sich ausreichend fit fühlen. Da Sie auch einige Stunden nach dem Eingriff noch unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln stehen, ist es Ihnen verboten eigenständig mit dem Auto nach Hause zu fahren. Lassen Sie sich daher am besten von einer Vertrauensperson abholen oder bestellen Sie sich ein Taxi.

Die ersten Tage nach der Operation

Ihr frisch operiertes Auge wird mit einem Verband und mit einer Augenklappe abgedeckt sein. Nach Anraten Ihres Arztes, dürfen Sie den Verband meist am selben, spätestens aber am folgenden Tag entfernen. Klinische Studien legen nahe, dass hinsichtlich des objektiven Befundes und subjektiver Beschwerden auf den postoperativen Augenverband verzichtet werden könnte. Die Augenklappe dient dem Schutz der Operationswunde und sollte bis zu zwei Wochen beim schlafen getragen werden. Wenn Sie schlafen besteht ein erhöhtes Risiko, dass Sie sich versehentlich ins Auge fassen oder etwas hineingerät, was sich durch die Augenklappe leicht vorbeugen lässt. Ein wichtiger Aspekt der erfolgreichen Nachsorge ist, dass den Anweisungen des behandelnden Arztes folge geleistet wird. Dies beinhaltet mitunter die Applikation von antiinflammatorischen Augentropfen. Schonen Sie sich in den ersten Tagen. Gehen Sie nur leichten Aufgaben nach, die Sie körperlich nicht stark beanspruchen. Sitzende Tätigkeiten, wie Fernsehen oder Lesen, sind problemlos möglich. Ruhen Sie sich rechtzeitig aus, wenn Ihre Augen ermüden. Vorsichtiges Baden und Duschen ist schon in den ersten Tagen nach der Operation möglich. Beachten Sie, dass kein Shampoo in Ihr Auge gerät. Der Kontakt mit klarem Wasser sollte ebenfalls vermieden werden, um das Infektionsrisiko gering zu halten.

Die erste Wochen nach der Operation

Auf körperlich anspruchsvolle Tätigkeiten, wie das heben schwerer Lasten oder Leistungssport, sollten Sie noch verzichten. Leichter Sport kann mit Bedacht ausgeführt werden. Im Alltag werden Sie nur noch geringfügige Einschränkungen spüren. Von haltungsbedingter Augeninnendruckerhöhung, zum Beispiel beim sich vorbeugen oder während eines Kopfstands, ist abzuraten. Um den Heilungsprozess nicht durch eine Infektion zu gefährden, müssen Kontaminationen des Auges weiterhin minimal gehalten werden. Meiden Sie daher Make-Up, staubige Umgebung und chlorhaltiges Wasser (zum Beispiel in öffentlichen Bädern) für mindestens zwei Wochen.

Typische Beschwerden während der Nachsorge

In den ersten Tagen ist es völlig normal, dass Ihr Auge leicht brennt und juckt. Sie dürfen keinesfalls an Ihrem Augen reiben. Stattdessen können Sie versuchen die Stellen behutsam zu kühlen. Über ein Drittel der Kataraktpatienten berichten von postoperativen Schmerzen, welche in 10 Prozent der Fälle bis zu einer Woche anhielten. Analgetika (Ibuprofen, Paracetamol) zeigen in solchen Fällen gute Wirksamkeit. Bis Sie eine Gewohnheit gegenüber der Intrakokularlinse entwickelt haben, kann eine verstärke Fremdkörper-Empfindung auftreten. Das Gefühl einen Fremdkörper im Auge zu haben, verschwindet nach einigen Tagen. Außerdem kann in der ersten Woche eine erhöhte Lichtsensibilität auftreten.

Beitragsbild © skeeze / Pixabay
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