Borreliose beim Pferd – das müssen Sie wissen

0

Es wurde unter Veterinärmedizinern lange darüber gestritten, ob es eine Borreliose beim Pferd überhaupt gibt. Mittlerweile sind sich die Wissenschaftler hinsichtlich der Existenz einig. Diagnostik und Behandlung ist allerdings nach wie vor erschwert, nicht zuletzt deswegen, weil die Borreliose beim Pferd viele Gesichter hat.

Symptome – woran Sie erkennen, ob Ihr Pferd eine Borreliose hat

Die Symptome einer Infektion beim Pferd sind oftmals sehr untypisch. So kommt es vor, dass zunächst eine Reihe von Differentialdiagnosen aufgestellt wird, bis die tatsächliche Erkrankung erkannt wird. Häufig wird die Vermutung gestellt, dass ein Equines Cushing Syndrom oder eine Infektion mit dem Borna-Virus vorliegt. Je nach Ausprägung der Symptome laufen viele Pferde durch eine Odyssee von Magenspiegelungen oder Szintigraphien ohne Befund, bis der Verdacht auf Borreliose geäußert wird.

Allgemeinbefinden und Verhalten

Das Allgemeinbefinden ist oft gestört und die Anfälligkeit für Infektionen ist erhöht. Das können Infektionen sein, die das Immunsystem beeinträchtigen, sich aber auch in Entzündungen und Pilzerkrankungen der Haut zeigen. Durch das geschwächte Immunsystem kann es vermehrt zu Allergiereaktionen kommen.
Neben dem Auftreten von Headshaking kann das Verhalten aggressiv oder übernervös wirken. Es kann aber auch das Gegenteil auftreten: das Pferd ist lethargisch und teilnahmslos. Manchmal kommt es außerdem zu Augenerkrankungen, die den Besitzern aber nicht immer auffallen.

Bewegungsapparat

Viele Pferde zeigen unklare Lahmheitssymptome. Das kann heißen, dass die Lahmheit immer wieder an verschiedenen Beinen auftritt, der Rücken verspannt wirkt und die Lahmheiten sogar über einen gewissen Zeitraum verschwinden, um zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufzutreten. Weitere Probleme, die den Bewegungsapparat betreffen, können Muskelverspannungen sein. Befallen die Borrelien das Rückenmark, kann es zu einer Ataxie kommen. Beeinträchtigt werden können, neben den Gelenken und Muskeln, zusätzlich die Hufe. Es kann zu einer Huflederhautentzündung, auch bekannt als Hufrehe, kommen.

Verdauungssystem und innere Organe

Typisch sind oftmals kolikartige Symptome, ohne dass tatsächlich eine Kolik vorliegt. Es kann allerdings auch zu richtigen Koliken kommen. Abmagerung und Gewichtsverlust sind weitere Symptome. Auch andere innere Organe wie Leber oder Nieren können im Blutbild auffällige Werte aufweisen und ein Hinweis auf eine Borrelien-Infektion darstellen.

Diagnostik

In dem Fall, dass ein Pferd bereits Kontakt mit Borrelien hatte, ist der sogenannte Titer für Antikörper im Blut erhöht. Dieser erhöhte Titer ist allerdings nicht gleichbedeutend mit einer Infektion. Häufig wird nach drei bis vier Wochen erneut der Titer bestimmt. Mittels sogenannter Western Blots soll die Diagnose zusätzlich gesichert werden. Eine weitere Option wäre, mittels Gewebeprobe eine Bakterienkultur anzulegen und so Borrelien nachzuweisen.

Therapie und Prognose

Der übliche Behandlungsweg sieht eine Gabe von Antibiotika über einen Zeitraum von zwei bis sechs Wochen vor. Das Antibiotika kann sowohl oral gegeben als auch in den Muskel gespritzt werden.
Das tückische an der Behandlung ist die Wirkung des Antibiotika auf die Borrelien. Es ist nur in der Lage aktive Bakterien zu zerstören. Inaktive Erreger bleiben im Körper und können später zu einem erneuten Ausbruch der Krankheit führen. So kommt es immer wieder zu Schüben und es besteht die Gefahr, dass die Borrelien nie vollständig eliminiert werden können. Abhängig davon, in welchem Stadium die Erkrankung ist, sind auch die Aussichten. Da eine Borreliose oft erst spät diagnostiziert wird, ist die Erkrankung bereits chronisch. Wird sie zu spät erkannt, kann sie sogar tödlich verlaufen.

Wie Sie unterstützen können

Nach der Behandlung ist eine Kur mit Milchsäure-Bakterien zwingend erforderlich, da die Darmflora durch das Antibiotika aus dem Gleichgewicht geraten ist. Um den Körper bei chronischen Schüben zu unterstützen, kann das Immunsystem auf natürliche Weise unterstützt werden.  Je nach Wirkung der homöopathischen Mittel, werden die Entgiftungsorgane unterstützt oder versucht Symptome wie Muskelverspannungen zu lindern. Häufig wird deshalb gegeben: Goldrutenkraut, Bierhefe, Propolis, Spirulinaalgen, Aniskraut, Ackerschachtelhalm, Johanniskraut Knoblauch, wilde Kardenwurzel und kolloidales Silber.

Gibt es Präventivmaßnahmen?

Viele Pferdebesitzer fragen sich, welche Maßnahmen sie ergreifen können, um eine Infektion mit Borrelien bei ihrem Pferd zu verhindern. Bedingt durch die Tatsache, dass Pferde ganzjährig draußen leben und im Sommer im besten Fall viel auf Wiesen sind, geraten sie unweigerlich täglich in Kontakt mit Zecken.

Immunsystem stärken

Die beste Maßnahme, um eine Infektion zu verhindern, ist dafür zu sorgen, dass ein Pferd über ein gutes Immunsystem verfügt. Pferde, die sich permanent viel bewegen können und an der frischen Luft sind, haben in aller Regel ein starkes Immunsystem. Gutes Raufutter und dem Trainingsstand angemessene Bewegung runden einen guten Allgemeinzustand ab.

Chemische Mittel und Impfung

Präventiv wird gerne Wellcare auf dem Pferd verteilt. Alternativ kann das Pferd mindestens einmal täglich auf Zecken abgesucht werden. Seit noch nicht all zu langer Zeit wird eine Impfung gegen Borreliose angeboten, die dafür sorgen soll, dass die Baktieren abgetötet werden, bevor sie dem Pferd schaden können.

Borreliose beim Pferd – das müssen Sie wissen
Diesen Artikel bewerten
Beitragsbild © Chiemsee2016 / Pixabay
Teile diesen Artikel:

Comments are closed.