Sabbatjahr – warum ein Jahr Auszeit gut für Körper und Seele ist

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Stress und Hektik bestimmen unseren Alltag. Nicht nur beruflich, sondern auch privat. Doch diese Doppelbelastung hat auch ihren Preis. Denn Stress erzeugt ernsthafte Erkrankungen, die sich nicht nur körperlich, sondern auch seelisch auswirken können. In unserer leistungsorientierten Zeit träumen daher immer mehr Menschen von einer Auszeit und nehmen sich ein Sabbatjahr.

Sabbatjahr (Sabbatical) – was ist das eigentlich?

Ein Sabbatical, oder Sabbatjahr, ist die Bezeichnung für eine gesetzlich geregelte und vom Arbeitgeber bezahlte Auszeit für seinen Angestellten. Dabei kann das zeitlich begrenzte Aussteigen zwischen 3 bis 12 Monaten dauern und auf mehrere Arten erfolgen. Ein Sabbatjahr hat für beide Parteien Vorteile. Der Arbeitnehmer kann so in wirtschaftlich schweren Zeiten Kündigungen vermeiden. Indem er seine Mitarbeiter in das Sabbatjahr schickt, bleiben sie ihm für die Zukunft erhalten. Finanziell treten für ihn keine großen Belastungen auf, da die einzelnen Mitarbeiter die Kosten vorarbeiten und somit ein sogenanntes Guthabenkonto anlegen. Ein ausgelaugter Mitarbeiter kann keinen großen Nutzen für das Unternehmen erwirtschaften. Die geregelte Auszeit beugt stressbedingen Erkrankungen vor und erhält so auch auf Dauer die Arbeitskraft. Denn im Anschluss an das Sabbatjahr erhält der Arbeitgeber einen Angestellten zurück, der wieder leistungsfähig und gut motiviert ist. Viele nutzen die Auszeit auch zur Weiterbildung, woraus sich weitere Vorteile für das Unternehmen ergeben.

Was ist bei der Planung eines Sabbatjahres zu beachten?

Das Teilzeit- und Befristungsgesetz ist die Grundlage für eine flexible Auslegung der Arbeitszeit. Inzwischen greifen viele Beamte und Lehrer auf die Möglichkeit zurück und nutzen das Sabbatjahr zur Erholung, Weiterbildung oder Neuorientierung. Doch auch immer mehr Angestellte und Studenten erkennen die Vorteile und möchten sie nutzen. Auch wenn das zeitlich begrenzte Aussteigen gesetzlich geregelt ist, einen generellen Rechtsanspruch darauf gibt es nicht. Daher sollte sich jeder Arbeitnehmer vor der Bitte beim Chef umfassend informieren und vorbereiten.

Sabbatjahr – warum ein Jahr Auszeit nicht nur gut für den Körper ist

Inzwischen ist hinreichend bekannt, dass Stress in einem gewissen Maße leistungssteigernd ist. Es gibt Menschen, die nur dann zur Höchstform gelangen, wenn sie sehr „unter Strom“ stehen. Stress kann süchtig machen. Wer seinen Körper jedoch über Jahre hinweg zu stark fordert, kann auch genau das Gegenteil bewirken. Die meisten Menschen leben heute in einem Zustand einer ständigen Anspannung. Sie sind jederzeit, auch in ihrer Freizeit, abrufbereit und einsatzfähig. Das schadet jedoch dem Körper. Erste Anzeichen sind oftmals Schmerzen in den Gelenken, ständige Müdigkeit bis hin zu Schlafstörungen und/oder Kopfschmerzen. Eine chronische Anspannung führt oftmals zur Entstehung von Entzündungsherden, der Mensch wird anfälliger für allerlei Infekte. Die Krankheitsrate seigt. Herz-Rhythmus-Störungen sind weitere Warnzeichen des Körpers bei einer körperlichen und geistigen Überbelastung und können sogar zu ernsten gesundheitlichen Schäden führen. Ein Leistungsabfall ist da nur das geringste Übel. Viele Arbeitnehmer sterben weit vor dem Erreichen des Rentenalters, weil sie nicht auf die Warnzeichen des Körpers hören. Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Anspannung und Arbeit einerseits sowie Entspannung und Loslassen andererseits kann diesem Trend entgegenwirken.

Zu viel Stress kann jedoch auch zu seelischen Schäden führen. Bei dauerhaft anhaltendem Leistungsdruck ohne den entsprechenden Ausgleich oder die benötigten Ruhephasen kommt es schnell zu Nervosität, Schlafstörungen oder einer zunehmenden Erschöpfung. Der gesteigerte Arbeitsdruck löst also nicht nur chronische Schmerzen aus, sondern führt oftmals auch zu seelischen Belastungen bis hin zum Leistungsabfall, Konzentrationsstörungen sowie Ängsten und Depressionen. Steht erst einmal die Diagnose Burn-out fest, so müssen Sie sich eine lange Zeit der Genesung einstellen. Eine Behandlung mit starken Medikamenten wie Antidepressiva kann die Symptome bekämpfen, doch so lange die Ursachen nicht erkannt und beseitigt werden, ist nicht an eine dauerhafte Heilung zu denken.

Abstand vom Alltagsstress

Während eines Sabbatjahres können Sie sich ganz auf sich selbst konzentrieren. Zeitmangel und Arbeitsdruck sind auf einmal ganz nebensächlich und verschwinden. Die freie Zeit ermöglicht es Ihnen, Abstand von der Routine zu gewinnen, neue Perspektiven zu erkennen und neue Erfahrungen zu sammeln. Eigene Maßstäbe können neu gesetzt werden. Durch die ungewohnt viele Freizeit können Sie Ihren Körper auf eine ganz neue Art entdecken, Sie können sich persönlich neu zu orientieren und wieder Kraft und Lebensfreude finden. Was früher viel zu kurz kam, nämlich ihre Bedürfnisse und ihre Wünsche, stehen nun im Vordergrund. Dadurch stärken Sie nicht nur ihren Körper, sondern auch den Geist und können frisch und voller Tatendrang in die Routine des Arbeitsalltages zurückkehren.

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Beitragsbild © Pexels / Pixabay
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