Reisethrombose – Wissenswertes zur Vorbeugung

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Sie planen eine lange Fernreise und haben an alles gedacht. Das Flugticket liegt bereit, Sie erledigen die letzten Einkäufe und Besorgungen. Auch die medizinische Versorgung und Vorsorge spielt bei einer Fernreise eine wichtige Rolle. Neben den entsprechenden Schutzimpfungen, ist auch die Reisethrombose ein Thema, dem Beachtung geschenkt werden sollte. Hier erfahren Sie wissenswertes rund um die Thrombose, ihre Entstehung und wie man ihr vorbeugen kann.

Was ist eine Thrombose?

Eine Thrombose beschreibt ein Blutgerinnsel in einer Vene im tiefliegenden Venensystem. Im Blutgefäß wird dabei die Blutgerinnung aktiv und formt einen sogenannten Thrombus, der das Gefäß einengt oder ganz verschließt. In Folge dessen kommt es zu einer Verringerung oder Aufhebung des Flusses durch das jeweilige Gefäß. Das Blut sucht sich nun einen anderen Weg und fließt vermehrt durch das oberflächliche Venensystem ab. Die oberflächlichen Venen sind dann vermehrt unter der Haut sichtbar.
Eine Thrombose kann einige gefährliche Komplikationen nach sich ziehen, wie zum Beispiel die gefürchtete Lungenarterienembolie.

Warum entsteht eine Thrombose der tiefen Venen vermehrt auf langen Reisen?

Normalerweise verhindern Schutzprozesse im Blut, dass eine Blutgerinnung in einem unverletzten Gefäß stattfindet. Ein wichtiger Faktor dabei ist die Flussgeschwindigkeit des Blutes in den Venen. Bei einer hohen Flussgeschwindigkeit kann das Blut im Gefäß schwerer gerinnen. Nimmt die Flussgeschwindigkeit in einem zu großen Maße ab, dann kann es vermehrt zu Thrombosen kommen. Durch langes Sitzen, zum Beispiel in Auto und Flugzeug, kommt es zu solch einer Verlangsamung der Blutströmungsgeschwindigkeit. Die Muskulatur der Beine wird nicht beansprucht und die Gefäße in gebeugter Hüfte und Knien abgeknickt. Vor allem im Zusammenspiel mit vorgeschädigten Gefäßwänden und Dickflüssigkeit des Blutes, kann es nun zu einer Thrombose kommen. Diese drei wesentlichen Ursachen einer Thrombose, Schädigung der Gefäßwände, geringe Blutströmungsgeschwindigkeit und erhöhte Dickflüssigkeit des Blutes werden Virchowsche Trias genannt.

Wer hat ein erhöhtes Risiko eine Reisethrombose zu erleiden?

Aus den oben genannten Ursachen für eine Thrombose, lässt sich ableiten, wer ein erhöhtes Risiko hat an einer Thrombose zu erkranken. Risikofaktoren für eine tiefe Beinvenenthrombose sind: Eine bereits stattgefundene Thrombose in der Vergangenheit, Übergewicht, eine bösartige Tumorerkrankung, eine Therapie mit Östrogenen, eine Schwangerschaft, rauchen sowie angeborene Blutgerinnungsstörungen.

Wie kann einer Reisethrombose vorgebeugt werden?

Einer Reisethrombose kann auf verschiedene Weise vorgebeugt werden. Es gibt medikamentöse und nicht medikamentöse Maßnahmen, die das Risiko einer Reisethrombose senken. Falls Sie Sorgen haben, ein erhöhtes Risiko für eine Thrombose aufzuweisen, suchen Sie vor einer langen Fernreise Ihren Hausarzt auf und lassen Sie sich zur Prophylaxe einer Reisethrombose beraten. Im Folgenden finden Sie vorab die wichtigsten Informationen zu den verschiedenen Maßnahmen, wie einer Reisethrombose vorgebeugt werden kann. Je nach Risiko kommen verschiedene Maßnahmen in Frage. Es ist unerlässlich bei der Thromboseprophylaxe das Risiko der Maßnahme gegen Ihren Nutzen abzuwägen. Dies gilt insbesondere für medikamentöse Maßnahmen, die gefährliche Nebenwirkungen haben können.

Die nicht-medikamentösen Maßnahmen

Die Basismaßnahmen zur Vorbeugung einer Reisethrombose

Die Basismaßnahmen zur Vorbeugung einer Reisethrombose sind simpel und sollten von jedem, auf langen Reisen, durchgeführt werden. Dazu zählen ausreichendes Trinken von nichtalkoholischen Getränken, um die Blutzusammensetzung auf einem normalen Level zu halten. Zudem helfen regelmäßige Bewegungsübungen mit Beinen und Füßen, die sogenannte Muskelpumpe zu aktivieren und den Fluss des Blutes in den Gefäßen zu erhöhen.

Die physikalischen Maßnahmen zur Vorbeugung einer Reisethrombose

Neben den Basismaßnahmen gibt es spezielle physikalische Maßnahmen zur Thromboseprophylaxe. Besondere medizinische Kompressionsstrümpfe erhöhen den Blutfluss in den Tiefen Beinvenen und verhindern so die Bildung von Blutgerinnseln. Auch ein regelmäßiges Aufblasen einer Manschette, um die Unterschenkel, kann zur Erhöhung des Blutflusses in den tiefen Venen eingesetzt werden. Letztere Maßnahme ist allerdings vor allem auf Reisen sehr unpraktisch und umständlich einzusetzen.

Die medikamentösen Maßnahmen zur Vorbeugung einer Reisethrombose

Der modernen Medizin stehen einige Medikamente zur Verfügung, die zur Prophylaxe einer Thrombose eingesetzt werden. Die wichtigsten Vertreter dieser Medikamtentengruppe sind die Heparine. Sie verhindern wirksam die Blutgerinnung und reduzieren das Thromboserisiko. Heparine können, wenn vom Arzt verordnet, vor Reisen appliziert werden und so vor einer Reisethrombose schützen. In der Regel werden Heparine mit einer Spritze in das Unterhautfettgewebe an Bauch oder Oberschenkeln gespritzt. Dieser Vorgang kann vom auch vom Patienten selber durchgeführt werden. Heparine haben jedoch Nebenwirkungen und sind deshalb ausschließlich nach einer ärztlichen Beratung zur Vorbeugung einer Reisethrombose einzusetzen. Neben Heparinen gibt es weitere Medikamente, die in besonderen Situationen vom Arzt zur Thromboseprophylaxe verordnet werden können.

Was sollten Sie beim Verdacht auf eine Reisethrombose unternehmen?

Eine Thrombose zeigt einige typische Symptome, welche jedoch nicht beweisend für eine Thrombose sind. Klassisches Symptom einer Thrombose ist eine Schwellung des betroffenen Beines. In der Regel tritt eine Thrombose nur einseitig auf. Das linke Bein ist dabei häufiger betroffen. Neben der Schwellung tritt ein dumpfer Schmerz auf und das Bein kann gerötet oder sogar bläulich verfärbt erscheinen. Falls Sie nach einer Fernreise diese Symptome verspüren und den Verdacht auf eine Thrombose haben, suchen Sie unverzüglich einen Arzt auf.

Reisethrombose – Wissenswertes zur Vorbeugung
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Beitragsbild © Free-Photos / Pixabay
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