Beschwerdefrei fliegen? Das sollten Sie beachten!

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Mit dem Flugzeug in den Urlaub fliegen oder eine Geschäftsreise machen, gehört für viele Menschen zum Alltag. Aber was müssen Menschen, die gesundheitliche Probleme haben, auf Flugreisen beachten und welche gesundheitlichen Einschränkungen kann es geben? Schließlich soll eine Flugreise nicht zu schwereren, gesundheitlichen Schäden führen. Generell sollten Menschen, deren Gesundheit angegriffen ist oder sich in einem schlechten, gesundheitlichen Zustand befinden, eine Flugreise vermeiden. Sie belastet den Organismus zusätzlich und kann bestehende Symptome verstärken. Ist aber der Flug aus irgendwelchen Gründen unvermeidbar, ist es ratsam, mit dem Arzt darüber zu sprechen und sich eventuell medikamentöse Unterstützung zu holen.

Allgemeine Beschwerden während des Fluges

Es gibt verschiedene Umweltbedingungen an Bord, die nicht alle Fluggäste gleichermaßen gut vertragen wie die extrem niedrige Luftfeuchtigkeit von rund 10 Prozent. In Europa beträgt die Luftfeuchtigkeit normalerweise um die 60 Prozent, weshalb die trockene Luft zu verschiedenen Beschwerden führen kann wie eine trockene Haut im Gesicht und an den Händen. Wer darunter leidet, nimmt am besten eine Tube Creme im Handgepäck mit. Leider trocknet die Luft besonders auf langen Flügen auch die Schleimhäute aus, was sich durch ein feuchtes Taschentuch über Mund und Nase abmildern lässt. Ein Meerwasserspray für die Nasenschleimhäute kann Abhilfe schaffen. Zudem muss dem gesamten Organismus mehr Flüssigkeit durch Wasser zugeführt werden. Alkohol oder Kaffee sind in diesen Fällen kontraproduktiv. Den Trägern von Kontaktlinsen wird während eines Fluges zum Tragen einer Brille geraten, da die trockene Luft auch zu trockenen Augen bis hin zu einer Bindehautentzündung führen kann.

Jetlag kann Tage anhalten

Langwieriger ist dagegen das Problem mit dem Jet Lag. Hierbei handelt es sich um eine Störung des gewohnten Biorhythmus, wenn durch die Zeitverschiebung am Urlaubsort die Nacht zum Tag oder umgekehrt wird. Ausreichender Schlaf in ersten Nacht im Hotel kann hier hilfreich sein wie auch die konsequente Anpassung an die gegebenen Verhältnisse vor Ort.

Kaugummi kauen gegen Probleme beim Luftdruckausgleich

Viele Menschen kennen das Problem mit dem Luftdruck, der vorrangig beim Start oder der Landung spürbar ist. Der sich plötzlich verändernde Druck schlägt auf die Ohren, was allerdings durch das Kaugummi kauen oder auch mehrfaches gähnen gemildert wird.

Thrombosegefahr nicht nur auf Langstrecken

Fluggäste bei Pauschalreise und alle die Economy Class buchen, wissen um die engen Sitzverhältnisse für die Passagiere. Durch das enge und bewegungslose Sitzen auch auf langen Strecken kann sich in seltenen Fällen ein Blutgerinnsel (Thrombus) in den Gliedmaßen bilden. Bei einem Thrombus besteht immer die Gefahr, dass er sich plötzlich löst und in die Lunge wandert, wo er zu einen lebensgefährlichen Verschluss der Blutgefäße führt. Besonders anfällig für eine Thrombose sind alle Menschen, die bereits unter Gefäßerkrankungen leiden. Auch Menschen mit einer Nierenerkrankung, Alkoholiker, Raucher, Diabetiker und Schwangere haben ein erhöhtes Risiko während des Fluges. Als Gegenmaßnahmen empfiehlt sich eine erhöhte Aufnahme von Flüssigkeit und zumindest alle zwei Stunden aufzustehen und sich etwas die Beine zu vertreten. Es kann zudem helfen, sich die Waden zu massieren.

Strahlenbelastung ist gering

Weniger bekannt ist es, dass bei Flügen in extremen Höhen der Körper einer höheren Strahlenbelastung ausgesetzt ist. Hier sind aber vorrangig Vielflieger wie auch Schwangere gefährdet, wobei ein oder zwei längere Flüge vom Körper problemlos vertragen werden. Nur bei sehr häufigen, langen Flügen wie beispielsweise Flugbegleiter sollte die Strahlenbelastung überprüft werden.

Flugangst ist keine Kleinigkeit

Etwa jeder neunte Passagier eines Fluges leidet nachhaltig unter Flugangst, die besonders häufig bei Menschen auftritt, die bereits über andere Phobie wie Höhenangst oder Platzangst leiden. Diese Menschen haben Probleme mit dem Flug und zeigen Symptome wie heftige Schweißausbrüche, feuchte Hände, bis hin zu Kurzatmigkeit, Herzrasen oder sogar Panikattacken. Betroffene können sich unbedingt Rat von ihrem Hausarzt holen, ob nicht ein leichtes Beruhigungsmittel helfen kann. Eine weitere Hilfe kann es sein, so lange wie möglich während eines Flugs zu schlafen oder sich durch ein Buch, Musik oder einem Film abzulenken. Es werden auch Seminare angeboten, die sich mit Flugangst beschäftigen.

Fliegen mit verschiedenen Erkrankungen

Es gibt verschiedene Erkrankungen, die das Fliegen zu einem gewissen Risiko werden lassen. Wer unter einer solchen Erkrankung leidet, wendet sich damit an seinem Arzt, ob ein Flug überhaupt tragbar ist. Manche Menschen müssen mit einem Gipsbein oder Arm eine Flugreise antreten, wobei das Risiko mit einem frischen Bruch größer ist, denn durch niedrigen Luftdruck können sich Wunden und Verletzungen ausdehnen. Bei einem Gipsverband ist eine fachgerechte Spaltung für den Flug ratsam. Auch Menschen mit einer Herzerkrankung müssen mit Risiken während eines Fluges rechnen. Durch die niedrige Sauerstoffkonzentration in der Luft kann es zu Beschwerden kommen, wobei der gesamte Organismus stark belastet wird. Darum sollte ein Arzt im Vorfeld sein Okay zu der geplanten Flugreise geben oder der Patient sollte auf die Reise verzichten. Ansonsten sollte der Patient Medikamente für den Notfall mit sich führen und im Handgepäck bereit halten.

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Weitere Informationen

Quellen:

https://www.merkur.de/reise/fliegen-krankheit-behinderung-rollstuhl-prothese-beachten-zr-7178939.html
http://www.medizinfo.de/reisemedizin/anreise/flugreisen.shtml

Beitragsbild © Free-Photos / Pixabay
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