Wechselwirkungen: Wenn Lebensmittel Medikamente stören…

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Wer morgens Medikamente nehmen muss, macht dies meist beim Frühstück. Doch Vorsicht: Viele – auch sehr gesunde – Lebensmittel verändern die Wirkung von Arzneimitteln. Diese kann verstärkt oder abgeschwächt werden, in Einzelfällen kann es sogar zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen.

Beispiel Milch:

Mit Milch oder Milchprodukten sollte man beispielsweise keine Osteoporose-Tabletten, Fluoride, Schilddrüsenhormone und bestimmte Antibiotika einnehmen. Denn das Kalzium der Milch verhindert, dass die Wirkstoffe in die Blutbahn gelangen und vom Körper richtig aufgenommen werden. Bei Schilddrüsenhormonen ist dies vor allem zu Beginn der Medikamenteneinnahme zu berücksichtigen. Diese Wechselwirkung ist besonders natürlich auch bei kalziumhaltigen Arzneimitteln von Bedeutung. Auch Sojaprodukte können die Aufnahme der Hormone vermindern und eine Dosisanpassung der Schilddrüsen-Präparate notwendig machen.

Beispiel Grapefruitsaft:

Grapefruitsaft hingegen verstärkt die Wirkung vieler Medikamente, was oftmals gefährlich werden kann. Blutdrucksenkende Mittel wie Betablocker, Schmerz- und Schlafmittel und Antiallergika wirken durch Pampelmusen wie überdosiert. Bei Herztabletten mit dem Wirkstoff Nifedipin kann es in Kombination mit Grapefruit zu Blutdruckabfall, Herzrasen und Kopfschmerzen kommen.
Beispiel Kohlehydrate: Auch Müsli und Brot können Probleme machen, wenn man Schmerzmittel nehmen muss. Sie wirken dann deutlich schlechter. So wird Paracetamol nur halb so gut vom Körper aufgenommen, wenn es mit kohlehydratreichen Lebensmitteln eingenommen wird.

Beispiel Proteine:

Eiweißreiche Lebensmittel, die längere Zeit gelagert werden, wie Käse, Salami, Salzheringe, Sauerkraut oder auch Rotwein, enthalten Tyramin, das den Blutdruck steigen lässt. Wenn Antidepressiva (MAO-Hemmer) dazu eingenommen werden, können Blut- und Hirndruck steigen. Um die genannten Wechselwirkungen auszuschließen, sollte man die Medikamente mit einem Abstand von mindestens zwei Stunden vor oder nach dem Essen oder Trinken nehmen.

Beispiel schwarzer Pfeffer:

Wer theophyllinhaltige Asthmamittel einnehmen muss, sollte schwarzen Pfeffer nur zurückhaltend verwenden, da es sonst zu einem überhöhten Wirkstoffspiegel im Blut kommen kann.

Beispiel Lakritz:

Wer über längere Zeit Mittel zur Entwässerung (Diuretika) nimmt, sollte auf Lakritz weitgehend verzichten, da das den Kaliumspiegel stärker senkt. Es kann zu Muskelschwäche, Schläfrigkeit und schwächeren Reflexen kommen.

Beispiel Kortison:

Besonders viel ist zu beachten, wenn man regelmäßig Kortison einnehmen muss. Man sollte sparsam mit Zucker, Salz und Fetten sein, da der Körper durch Kortison hiervon ohnehin eher zu viel einlagert. Außerdem ist es gut, die Tabletten morgens zwischen sechs und acht Uhr einzunehmen, weil da auch das körpereigene Cortisol produziert wird.

Beispiel Alkohol:

Dass man Medikamente tunlichst nicht mit Alkohol schlucken sollte, ist nichts Neues. Alkohol verstärkt die Wirkung von Antidepressiva, Psychopharmaka, Schlaf- und Beruhigungsmitteln und von blutdrucksenkenden Mitteln. Man sollte seine Arzneimittel auch nicht mit Fruchtsaft einnehmen, sondern immer mit einem großen Glas Wasser, am besten Leitungswasser. Denn selbst bei Mineralwasser sind Wechselwirkungen, beispielsweise mit Osteoporosemitteln, nicht ausgeschlossen.

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Weitere Informationen

Weitere Informationen erhalten Sie beim Deutschen Grünen Kreuz (DGK). Im Internet erreichbar unter der Adresse: www.dgk.de.

 

Foto © DGK
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