Was ist Lupus?

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Bei der Autoimmunerkrankung Lupus richtet sich das Abwehrsystem gegen den eigenen Körper. Zur Therapie gibt es einige Ansätze.

In Deutschland leiden rund 40.000 Menschen unter SLE, dem so genannten „systemischen Lupus erythematodes“ oder kurz Lupus. Dennoch wussten nach einer bundesweiten Umfrage über die Hälfte der Befragten nicht, was sie sich unter diesem Begriff vorstellen sollen. Auch der „Welt Lupus Tag“ am 10. Mai 2013, der die Aufmerksamkeit für die Erkrankung erhöhen soll, ging weitgehend unbeachtet vorbei. Dabei kann Lupus für Betroffene lebensbedrohlich sein. Doch es gibt heute Therapien, die den Verlauf günstig beeinflussen können.

Bei der Autoimmunerkrankung SLE richtet sich das Abwehrsystem der betroffenen Menschen gegen den eigenen Körper. Lupus kann entgegen der Ansicht von 60% der Befragten in jedem Lebensalter auftreten, wird aber hauptsächlich bei jüngeren Menschen im Alter von 15 bis 45 Jahren diagnostiziert. Mehr als 8 von 10 Befragten waren zwar der Meinung, dass Männer und Frauen gleich häufig von Lupus betroffen sind, doch tatsächlich sind etwa 90% der Patienten Frauen.

Krankheitssymptome von SLE: Fieber, Gelenkschmerzen, Erschöpfung

SLE beginnt oft mit Fieber, Gelenkschmerzen, permanenter Erschöpfung oder Sonnen-empfindlichkeit. Auf der Haut können sich rötliche Flecken bilden. Charakteristisch ist dabei das sogenannte Schmetterlingserythem im oberen Wangenbereich. Praktisch jedes Organ kann von den Entzündungen befallen werden: Herz, Lunge, Nieren, außerdem das gesamte Zentralnervensystem. Die Autoimmunerkrankung verläuft häufig in Schüben, die weder vorhersagbar sind noch immer gleich aussehen. Sie kann entgegen der Meinung von 36% der Befragten derzeit nicht geheilt werden. Heutzutage enden die Schübe zwar nur noch sehr selten tödlich, aber mit jedem Schub werden die betroffenen Organe durch die Entzündung weiter geschädigt.

Diagnose und Therapie von SLE

Da der SLE relativ selten ist und die auftretenden Beschwerden nur schwer richtig einzuordnen sind, denken viele Ärzte erst spät an diese mögliche Diagnose. Leider dauert es oft Monate, wenn nicht Jahre, bis eine korrekte Diagnose gestellt wird. Ein einfacher Bluttest genügt dafür nämlich nicht, wie nahezu die Hälfte (46%) der Befragten annahm. Viele Betroffene entwickeln darum im Lauf der Erkrankung schwere Organschädigungen bis hin zur Transplantation.

Um eine adäquate Therapie zu erhalten ist es wichtig, früh den richtigen Ansprechpartner zu finden. Denn: Wird die Krankheit frühzeitig erkannt, gibt es heute Therapien, die den Verlauf günstig beeinflussen können. Ziel der Behandlung ist, das Wohlbefinden der Patienten, ihre Leistungsfähigkeit zu verbessern und ihre Organe so gut wie möglich vor weiteren Schäden zu schützen.

Neue Therapieansätze zur Behandlung von SLE

Zur Therapie des Lupus werden heute neben Kortison eine Reihe von Medikamenten eingesetzt, die das Immunsystem hemmen. Hinzu kommen entzündungshemmende Medikamente, so genannte NSAR. Außerdem weiß man inzwischen, dass Medikamente, die ursprünglich zur Therapie der Malaria entwickelt wurden einen günstigen Einfluss auf den Lupus haben und Erkrankungsschübe verhindern, weshalb sie mittlerweile zur Basistherapie jedes SLE-Patienten gehören sollten.

All diese Medikamente wurden ursprünglich für ganz andere Krankheitsbilder entwickelt und werden beim SLE mangels zielgerichteter Behandlungsmöglichkeiten eingesetzt. Über mehrere Jahrzehnte gab es keine Therapie, die speziell zur Behandlung des Lupus entwickelt und zugelassen wurde. Verschiedene moderne Therapieansätze bekämpfen zielgerichtet die Auslöser der Erkrankung. Die bisherigen klinischen Studien zeigen, dass sie die Krankheitsaktivität oft deutlich verringern konnten und dabei von den Patienten gut vertragen wurden.

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Weitere Informationen

Weitere Informationen erhalten Sie unter: www.lupus-rheumanet.org

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