Schlaganfall im Auge (Sehsturz) – Alle wichtigen Informationen!

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Der plötzliche Verlust der Sehkraft ohne Schmerzen ist das häufigste Symptom eines Schlaganfalls, an dem das Auge beteiligt ist. Bei einem Schlaganfall im Auge oder ischämische vordere Optikusneuropathie (auch Sehsturz genannt) ist der Blutfluss entweder blockiert oder auf den vorderen Teil des Sehnervs reduziert. Das kann zu einem plötzlichen Verlust des peripheren Sehvermögens, einer verzerrte Sicht und blinden Flecken im Sehvermögen führen. Ein Sehsturz ist ein medizinischer Notfall. Doch obwohl die Symptome oft beängstigend sind, kann eine sofortige medizinische Behandlung den Verlust der Sehkraft verhindern oder begrenzen.

Die Ursachen des retinalen Arterienverschlusses

Der Schlaganfall im Auge wird durch eine schlechte Durchblutung der Blutgefäße verursacht, die den vorderen Teil des Sehnervs versorgen. Der Sehnerv ist wie ein Kabel, das das Gehirn mit dem Auge verbindet und Millionen von Nervenfasern und vielen Blutgefäßen besteht. Ein Sehsturz kann durch eine totale Blockierung eines Blutgefäßes auftreten, das den Sehnerv versorgt. Weit häufiger wird die Erkrankung jedoch durch einen Mangel an Druck oder Perfusion des Gewebes verursacht. Der Blutdruck kann sich relativ zum Augendruck ändern und der normale Blutfluss wird reduziert. Wenn die Nährstoff- und Sauerstoffversorgung des Sehnervs unterbrochen wird, wird das Nervengewebe beschädigt und geht verloren, was zu einem Verlust der Sehkraft führt.

Normalerweise kommt die Blockade der Augenarterien von einem Blutgerinnsel. Das Gerinnsel kann sich in der Netzhaut bilden oder von einem anderen Teil des Körpers dorthin wandern. Die Blockade kann außerdem durch einen entzündlichen Gefäßverschluss, Bluthochdruck, Diabetes oder Störungen des Fettstoffwechsels hervorgerufen werden. So kann auch ein zu hoher Cholesterinspiegel oder eine Herzkrankheit das Risiko eines Schlaganfalls im Auge erhöhen.

Es gibt jedoch noch andere Faktoren, die zu einem Verschluss der Netzhautarterie führen können:

  • Augentrauma
  • 40 Jahre und älter
  • Rauchen
  • Antibabypillen
  • Erkrankung der Karotiden (Halsschlagadern)
  • Nierenkrankheit
  • Entzündung der Blutgefäße
  • Schwangerschaft

Die Symptome der ischämisch vorderen Optikusneuropathie

Das Hauptmerkmal eines Augenschlaganfalls ist eine plötzliche Veränderung der Sicht. Dieses passiert fast immer auf nur an einem Auge. Betroffene Patienten fühlen normalerweise keinen Schmerz.

Folgende Symptome können auftreten:

  • Verlust des gesamten oder eines Teils des Sehvermögens
  • Erkrankte sind nicht in der Lage, aus den Augen zu sehen
  • Verschwommene oder verzerrte Sicht
  • Tote Winkel im Sehbereich

Betroffene erkennen möglicherweise eine Handbewegung, selten jedoch mehr. Gelegentlich kann das Sehvermögen von allein zurückkehren. Wenn es sich um eine weniger schwerwiegende Form der Blockade handelt, kann das Sehvermögen in etwa 80 Prozent aller Fälle wieder normal werden.

Verschluss der Netzhautarterie

Gefäßerkrankungen, Bluthochdruck Diabetes und Störungen des Fettstoffwechsels betreffen auch die Netzhautarterie. Der Verschluss dieser Arterie wird häufig durch ein eingeschwemmtes Blutgerinnsel verursacht. Das Blutgerinnsel stammt meistens aus Ablagerungen in der Halsschlagader oder aus anderen Gefäßen. Manchmal verursacht auch eine Gefäßentzündung den Verschluss. Die Symptome bei einem Verschluss der Netzhautarterie sind eine einseitige und plötzliche Erblindung. Dabei verspürt der Patient keine Schmerzen. Ist dagegen eine Abzweigung der Zentralarterie blockiert, macht sich das durch eine deutliche Minderung des Sehens und einen Gesichtsfeldausfall bemerkbar. Dabei bleibt das Sehvermögen teilweise erhalten.

Papilleninfarkt

Der Papilleninfarkt ist die häufigste Form der ischämischen vorderen Optikusneuropathie. Infolge einer Durchblutungsstörung kommt es zu einer Schädigung des Sehnervs im Bereich des Sehnervenkopfes auch Papille genannt. Als Hauptursachen gelten Gefäßentzündungen (Riesenzellarteriitis) und Arteriosklerose (Gefäßverkalkung). Sehr selten ist auch ein starker Blutdruckausfall der Auslöser.

Frauen erkranken an einer Riesenzellarteriitis deutlich häufiger als Männer. Bei den meisten Erkrankungen sind die Patienten älter als 50 Jahre. Symptome einer Riesenzellarteriitis sind starke Kopfschmerzen, die meistens beidseitig auftreten. Einige Patienten beklagen zudem eine übermäßige und schmerzhafte Überempfindlichkeit der Kopfhaut und Schmerzen der Zunge und beim Kauen. Bei den meisten Patienten verschlechtert sich der Zustand sehr schnell. Es kommt zu Sehstörungen, die Betroffenen sehen Doppelbilder und das Gesichtsfeld ist eingeengt. Das Auge selber ist schmerzfrei. Bei etwa der Hälfte der Patienten treten zusätzlich Schmerzen im oberen Schulterbereich sowie im Nacken und im Hüftbereich auf.

So wird die Diagnose gestellt

Der Arzt wird die Augen des Patienten untersuchen und nach der Krankengeschichte fragen. Der Arzt wird außerdem Augentropfen einsetzen, um die Pupillen zu öffnen. Mit einem Ophthalmoskop (Augenspiegel) kann er die Netzhaut auf Blockaden oder Blutungen überprüfen. Weitere Untersuchungen können zur Diagnosestellung wichtig sein

Gesichtsfeldmessung (Perimetrie)

Hier wird gemessen, ob Einschränkungen oder Ausfälle im Gesichtsfeld vorhanden sind.

Spaltlampe

Das Spaltlampenmikroskop gehört zu den wichtigsten Untersuchungsgeräten eines Augenarztes. Damit kann der Arzt die Augen stereoskopisch untersuchen.

Fluoreszein-Angiographie

Der Arzt injiziert dem Patienten einen harmlosen Farbstoff in den Arm. Durch den Blutkreislauf gelangt der Farbstoff zur Netzhaut. Eine spezielle Kamera nimmt Bilder des Auges auf, um zu zeigen, welche Blutgefäße blockiert sind.

Optische Kohärenztomographie

Auch hier bekommt der Patient Tropfen, um die Pupillen zu erweitern. Dann scannt eine Maschine die Augen, um ein detailliertes Bild der Netzhaut zu machen.

Wenn der Arzt der Meinung ist, dass ein Blutgerinnsel von einem anderen Körperteil die Blockade verursacht, schlägt er möglicherweise andere Tests vor, um nach Problemen in Ihren Arterien und im Herzen zu suchen. So kann das Blut zum Beispiel auf Gerinnungsstörungen und erhöhtem Cholesterinspiegel überprüft werden. In den meisten Fällen wird der Arzt beide Augen untersuchen, da die Durchblutung von beiden Sehnerven gefährdet ist. Der Sehverlust ist manchmal nur das erste Symptom.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Bleibende Schäden können vermieden werden, wenn es dem Arzt gelingt den Blutfluss der blockierten Arterie innerhalb von 90 bis 100 Minuten wiederherzustellen. Nach vier Stunden ohne Behandlung ist das Sehvermögen für immer geschädigt. Ist die Diagnose gesichert, stehen dem Arzt folgende Behandlungsmethoden zur Verfügung.

Augenmassage

Der Arzt massiert das geschlossene Augenlid, um das Gerinnsel zu entfernen.

Kohlendioxyd-Sauerstoff

Der Patient atmet eine Mischung aus Kohlendioxyd und Sauerstoff ein, um den Blutfluss zur Netzhaut zu erhöhen. Die Mischung erweitert auch die Arterien.

Parazentese

Mit einer kleinen Nadel werden ein paar Tropfen Flüssigkeit von der Vorderseite des Auges entnommen. Die reduziert den Druck und kann den Blutfluss zur Netzhaut erhöhen.

Medikamente

Oft verordnet der Arzt Medikamente, die das Blutgerinnsel beseitigen und den Augendruck senken. Dazu gehören Medikamente für Glaukom wie zum Beispiel Acetazolamid.

Kortikosteroide erhöhen nachweislich die Sehschärfe in einigen Fällen eines Augenschlaganfalls, wenn die Behandlung früh genug begonnen wird. Deshalb ist es wichtig, dass Patienten den Arzt aufsuchen, wenn sie eine plötzliche Veränderung der Sehkraft bemerken. Kortikosteroide verringern die Undichtigkeit der Gefäße, die Schwellungen bilden sich zurück und die Zirkulation verbessert sich. Diese Wirkstoffe sind bei der Behandlung von Augenschlaganfalls erste Wahl, wenn die Erkrankung durch eine Durchblutung und Entzündung verursacht wird.

Nach Untersuchung des Augenhintergrunds ist es sehr leicht möglich festzustellen, welche Art von Augeninfarkt vorliegt. Einige Ärzte verschreiben Medikamente zur Senkung des Augendrucks um den Blutfluss zum Sehnerv zu verbessern. Eine andere Behandlung zielt darauf ab, kardiovaskuläre Risikofaktoren und den Innendruck des Auges zu kontrollieren, so dass ein Infarkt für das andere Auge nicht auftritt. Ansonsten besteht eine Wahrscheinlichkeit von etwa 30 Prozent, dass das andere Auge in den nächsten drei Jahren ebenfalls betroffen sein könnte.

Welche Vorbeugung ist möglich?

Nur etwa 10 Prozent aller an Patienten mit einem Augenschlaganfall sind jünger als 45 Jahre. In der Regel bekommen Menschen einen Augenschlaganfall wegen eines anderen medizinischen Problems, wie Bluthochdruck oder Diabetes. Die beste Vorbeugung besteht darin den Cholesterinspiegel, Blutdruck und Blutzuckerspiegel unter Kontrolle zu halten. Besondern Patienten mit Diabetes sollten ihre Augen jedes Jahr überprüfen lassen.

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Beitragsbild: © Pexels / Pixabay
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