Pflanzliche Arzneimittel können bei Blasenentzündungen eine gute Option sein

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Jede dritte Frau möchte einer Studie zufolge bei einer unkomplizierten Blasenentzündung gerne auf ein Antibiotikum verzichten. Gründe dafür sind vor allem mögliche Antibiotika-assoziierte Nebenwirkungen wie Durchfall oder Pilzinfektionen.

Wegen der stetig zunehmenden Antibiotikaresistenzen sprechen sich auch die Autoren der für Ärzte wichtigen Leitlinie „unkomplizierte Harnwegsinfektionen“ seit 2017 für neue Behandlungsstrategien ohne Antibiotika aus. Bei einfachen Blasenentzündungen eignen sich zum Beispiel pflanzliche Arzneimittel, bei denen eine vergleichbare Wirkung zur antibiotischen Standardtherapie gezeigt werden konnte.

Mit antibakteriellen und entzündungshemmenden Pflanzenstoffen wie den Senfölen aus Kapuzinerkresse und Meerrettich können unkomplizierte Harnwegsinfekte wirksam und gut verträglich behandelt werden. Studien bestätigen die Wirkung und Verträglichkeit einer Pflanzenkombination aus Kapuzinerkresse und Meerrettich in der Therapie akuter unkomplizierter Blasenentzündungen. Das antibakterielle Potential der Senföle beruht auf einer vielfältigen Wirkweise, wodurch die Erreger auf mehreren Ebenen angegriffen werden. Die Senföle sind außerdem in der Lage, die Bildung von Biofilmen zu hemmen, die häufig für wiederkehrende Infekte und Resistenzentwicklungen verantwortlich gemacht werden. Biofilme sind spezielle Schleimschichten, die manche Bakterien ausbilden, um sich gegen äußere Einflüsse, wie zum Beispiel Antibiotika, oder das Immunsystem zu schützen.

Pflanzliche Arzneimittel mit antibakterieller Wirkung bevorzugen

Aufgrund der zunehmenden Resistenzproblematik bei Antibiotika sind antibakteriell wirksame Pflanzen heute von besonderem Interesse. Denn durch die vielfältigen Wirkungen der Pflanzenstoffe ist bei den Bakterien die Entwicklung möglicher Resistenzmechanismen deutlich erschwert. Bei der Wahl des Arzneimittels sollte die antibakterielle Wirkung im Vordergrund stehen. Werden bei einer akuten Blasenentzündung lediglich die Beschwerden mit nur antientzündlichen, durchspülenden oder schmerzstillenden Präparaten behandelt, besteht aufgrund der fehlenden antibakteriellen Wirkung das Risiko, eine Nierenbeckenentzündung zu entwickeln.

Beitragsbild © Repha
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