Pflanzliche Antibiotika: Geheimwaffe der Natur

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Wer bei einfachen Infekten z.B. pflanzliche Senföle als Antibiotika einsetzt, kann dazu beitragen, lebensbedrohliche Resistenzen zu vermeiden…

Aufgrund der weltweit zunehmenden Bakterienresistenzen rücken wirksame Substanzen, die keine Resistenzen verursachen, immer mehr in den Fokus der Forschung. Dazu gehören unter anderem Pflanzenstoffe wie die Senföle, die eine gute Wirksamkeit gegenüber Bakterien besitzen. Bemerkenswert ist dabei unter anderem, dass die behandelten Bakterien bisher keine Resistenzen gegen die Senföle entwickelten.

Laborstudien der Universität Freiburg belegen, dass Senföle aus Kapuzinerkresse und Meerrettich kombiniert eine ausgeprägte keimhemmende Wirkung auf alle 13 untersuchten Erreger von Atemwegs- und Harnwegsinfektionen besitzen. „Um der wachsenden Bedrohung durch Antibiotikaresistenzen entgegenzuwirken, ist es daher sinnvoll, bei einfachen Harnwegs- und Atemwegsinfektionen wirksame pflanzliche Präparate einzusetzen“, erklärt Dr. Klaus Biehler, Institut für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene der Universität Freiburg.

Auch nach Langzeittherapie keine Resistenzen

Pflanzliche Antibiotika wie die Senföle sind eine der Geheimwaffen im Überlebenskampf der Natur. Sie werden aus Pflanzen gewonnen, die sich mit diesen Stoffen selbst wirkungsvoll gegen Bakterien, Viren und Pilze verteidigen. Während chemisch-synthetische Antibiotika zum Beispiel bei bakteriellen Harnwegsinfekten immer häufiger wirkungslos bleiben, zeigen die Senföle selbst gegen antibiotikaresistente Spezies von E. coli – dem häufigsten Auslöser von Blasenentzündungen – eine ausgeprägte Wirkung. Verschiedene Studien belegen, dass die Senföle aus Kapuzinerkresse und Meerrettich bei akuten Blasenentzündungen und Atemwegsinfekten wirksam und gut verträglich sind und sogar neuen Infekten vorbeugen können. Für die Senföle ist bisher auch nach Langzeittherapie keine Resistenzentwicklung bekannt.

So entstehen Resistenzen

Gegen chemisch-synthetische Antibiotika resistente Bakterien können zum Beispiel dadurch entstehen, dass eine Antibiotikatherapie zu früh beendet wird, zu niedrig dosiert ist oder die Einnahme unregelmäßig erfolgt. Dann überleben einige Bakterien und sind danach nicht mehr empfindlich gegenüber diesem Medikament. Diese Eigenschaft geben sie dann auch an die nachfolgenden Generationen weiter. So entstehen resistente Bakterienstämme, die nur noch schwer zu bekämpfen sind.

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Foto © Repha
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