Nährstoffdefizit – Ursachen und Auswirkungen

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In den reichen Industrienationen mangelt es niemandem an Nahrung. Dennoch leiden immer mehr Menschen an Unterversorgungen und Mangelerscheinungen. Die Symptome reichen von leichtem Unwohlsein über Konzentrationsstörungen bis hin zur unerwünschten Gewichtszunahme. Aber welche Mechanismen spielen bei der Entstehung eines Nährstoffdefizits eine Rolle und welche Maßnahmen können Sie dagegen einleiten?

Wie ist ein Nährstoffmangel definiert?

Von einem Nährstoffmangel ist dann die Rede, wenn der Körper unter einer Unterversorgung mit lebensnotwendigen Stoffen wie Vitaminen oder Eiweißen leidet. Neben den Makronährstoffen wie Eiweißen, Fetten und Kohlenhydraten benötigt der menschliche Organismus zahlreiche Mikronährstoffe wie Mineralstoffe und Vitamine. Einige dieser Stoffe kann der Körper selbst synthetisieren, andere sind essenziell: Die Zufuhr erfolgt ausschließlich über die Ernährung.

Da sich die Zusammensetzung der Nährstoffe in verschiedenen Lebensmitteln differenziert, kann eine einseitige Ernährung schnell zu einer Unterversorgung eines spezifischen Nährstoffs führen. Auch eine Ernährung mit wenig naturbelassenen Lebensmitteln wie Obst und Gemüse oder wenn eine Funktionsstörung die Aufnahme der Nährstoffe verhindert, kann eine Mangelerscheinung auslösen. Diese äußern sich im Körper durch diverse Symptome. Welche Symptome genau entstehen, hängt von der Art des Mangels ab. Während einige Mängel nur einen leichten Krankheitsverlauf annehmen, können andere Mängel mitunter lebensbedrohlich ausfallen.

Welche Ursachen kommen in Frage?

Die Ursachen für die Entstehung von Mangelerscheinungen sind vielfältig. Bei Verdacht auf ein Nährstoffdefizit ist der Hausarzt der erste Ansprechpartner. Ein dort angefertigtes und analysiertes Blutbild kann Aufschluss über die Art und Intensität der Unterversorgung liefern. Häufig entstehen diverse Mängel über eine Fehlernährung. Stark verarbeitete Lebensmittel und Produkte enthalten essenzielle Spurenelemente häufig nur in sehr geringen Mengen. Fehlen zeitgleich frisches Obst und Gemüse im Ernährungsplan, machen sich Mangelerscheinungen schnell bemerkbar. Auch durch eine zu geringe Aufnahme von Lebensmitteln, etwa während einer strikten Diät, kann es zu Engpässen in der Versorgung mit lebensnotwendigen Nährstoffen kommen.

Doch nicht immer ist eine mangelhafte Ernährung hierfür verantwortlich. Chronische Krankheiten wie das Reizdarmsyndrom oder diverse Entzündungen des Magen-Darm-Systems können die Resorption von Nährstoffen über den Darm verhindern. Obwohl die Zufuhr an Nährstoffen in ausreichender Menge gegeben ist, gelangen nur minimale Mengen in den Kreislauf. Nicht zuletzt können Erkrankungen wie Krebs oder Diabetes für eine schlechte Verarbeitung der Nährstoffe verantwortlich sein. Zudem können starker Stress und eine hohe Belastung in Folge der Erkrankungen zu Appetitlosigkeit führen.

Wie äußert sich ein Nährstoffdefizit?

Die Auswirkungen eines Nährstoffdefizits sind nicht einheitlich. Betroffene leiden unter allgemeiner Antriebslosigkeit und Müdigkeit. Vermehrt treten unter anderem Schlafstörungen, Verstopfungen oder Unruhe auf.

Die wohl bekannteste Mangelerscheinung ist vermutlich der Skorbut. Die ehemalige Seefahrerkrankheit wird durch einen Mangel an Vitamin C verursacht und äußert sich im Anfangsstadium durch Muskelschmerzen, Schwäche und Müdigkeit. Da Vitamin C zur Aufrechterhaltung des Immunsystems unerlässlich ist, tritt eine erhöhte Anfälligkeit für Infekte ein. Bei einem fortgeschrittenen Vitamin C Mangel treten Blutungen, Gelenkschmerzen und Ödeme auf. Durch die verminderte Fähigkeit zur Bildung von Kollagen und blutendem Zahnfleisch kann es mitunter zum Zahnausfall kommen. Unbehandelt kann Skorbut zum Tod führen.
Doch auch ein Mangel an Makronährstoffen führt gerne zu diversen Mangelerscheinungen. Während der Körper Kohlenhydrate durch den Vorgang der Gluconeogenese selbstständig herstellen kann, ist er auf die externe Zufuhr von Eiweißen angewiesen. Vor allem im Alter wird der Eiweißmangel gerne unterschätzt. Die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) führt als Empfehlung eine Dosis von 800 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht an. Eine Unterversorgung kann zu Ödemen, Haarausfall, Muskelschwäche oder Gewichtsverlust führen.

Diagnose, Krankheitsverlauf und Komplikationen

Diagnostiziert wird ein Nährstoffdefizit durch ein großes Blutbild beim Arzt. Symptome liefern zwar erste Hinweise, doch lässt sich durch die Analyse der Symptomatik keine eindeutige Diagnose erstellen. Der Krankheitsverlauf richtet sich nach der Schwere des Mangels. Hat die Mangelerscheinung bleibende Schäden angerichtet, so ist eine weiterführende medizinische Behandlung notwendig. Andernfalls ist die Behandlung durch die Gabe spezieller Präparate zur Beseitigung des Mangels ausreichend.

Befinden sich Betroffene im Wachstum, kann ein Nährstoffmangel mit einigen Komplikationen einhergehen. So kann es zu einem verzögerten Wachstum, Fehlbildungen, Schäden der Wirbelsäule oder gar Hirnschäden kommen. Säuglinge und Kleinkinder sind besonders in Mitleidenschaft gezogen. Ein Mangel an Vitamin B12 kann so beispielsweise zu irreversiblen Hirnschäden führen.

Bei beständigem Nährstoffmangel ist ein Gewichtsverlust unvermeidbar. Durch pathologisches Untergewicht bedingt sinkt die Leistungsfähigkeit und Konzentrationsfähigkeit. Die Funktionalität der körpereigenen Immunabwehr ist nicht mehr gewährleistet. Ein langanhaltendes starkes Untergewicht kann letztlich den Tod durch Organversagen herbeiführen.

Behandlung und Vorbeugung

Erste Anlaufstelle bei einer Mangelerscheinung ist der Arzt. Präparate lassen sich zwar ohne Rezept aus Apotheken und Drogerien beziehen, doch ist die wahllose Einnahme von Vitaminpräparaten nicht zielführend. Wurde ein Nährstoffmangel durch ein Blutbild diagnostiziert, kann die Einnahme von Präparaten dem schnell entgegenwirken. Die Zufuhr dieser erfolgt bei Möglichkeit oral. Alternativ erfolgt die Verabreichung der Substanz per Injektion.

Grundsätzlich lässt sich der Bedarf aller Nährstoffe über eine ausgewogene Ernährung decken. In manchen Fällen liegt das Problem nicht in einer einseitigen Ernährung, sondern in einer schlechten Resorption der Nährstoffe. In diesen Fällen erfolgt die Behandlung zunächst über die Beseitigung der vorliegenden Erkrankung und einer vermehrten Zufuhr des entsprechenden Nährstoffs über Nahrungsergänzungsmittel.

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Foto: © dbreen - pixabay.com
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