Morbus Hunter: Eine Krankheit, die leicht übersehen wird

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Der Morbus Hunter ist eine Krankheit, die selten ist und gerne übersehen wird – worauf Sie achten sollten.

Häufige Mittelohr- und Atemwegsinfekte sind an sich kein Grund zur Sorge, aber in Kombination mit Leisten- oder Nabelbrüchen sowie unbeweglichen oder steifen Gelenken könnte dies für die seltene Erkrankung Morbus Hunter sprechen.

Menschen mit Morbus Hunter mangelt es an einem funktionstüchtigen Enzym, welches normalerweise in den Zellen des Körpers für den Abbau bestimmter Stoffwechselprodukte zuständig ist. Ohne das Enzym sammeln sich die Stoffwechselprodukte in den Zellen an, so dass die Zellen irgendwann nicht mehr gut arbeiten können. Von dieser Erkrankung sind fast ausschließlich Jungen betroffen.

Mittelohrentzündungen und Atemwegsinfekte treten früh und häufig auf

Typischer Gesichtszug eines Jungen mit Morbus Hunter

Typischer Gesichtszug eines Jungen mit Morbus Hunter

Bei der Geburt sind meist noch keine augenscheinlichen Merkmale erkennbar. Mit der Zeit entwickeln sich jedoch viele unterschiedliche Symptome. Da diese auch bei anderen Erkrankungen auftreten können, dauert es in der Regel lange, bis Morbus Hunter erkannt wird. Die Symptome sind allerdings recht auffällig: Sehr früh und überdurchschnittlich häufig treten bei Morbus Hunter Mittelohrentzündungen und Atemwegsinfekte sowie Nabel- oder Leistenbrüche auf. Diese und andere Komplikationen haben zur Folge, dass die kleinen Patienten häufig operiert werden müssen. Beim ersten Eingriff sind die Kinder im Durchschnitt zwischen zwei und drei Jahre alt.
Die Gelenke der Kinder sind oft steif, so dass sie sich nicht gut bewegen können. Ab dem vierten Lebensjahr zeigen viele der Betroffenen typische Gesichtszüge mit einer eingesunkenen Nasenwurzel, buschigen Augenbrauen, einer vorstehenden Stirn und breiten Lippen. Typisch ist zudem ein vorgewölbter Bauch aufgrund einer vergrößerten Milz oder Leber.

So wird Morbus Hunter behandelt

Wenn Sie solche Symptome bei Ihrem Kind beobachten, dann sprechen Sie Ihren Kinderarzt darauf an. Es gibt eine effektive Therapie, die das fehlende Enzym ersetzen und so den Fortschritt der Erkrankung positiv beeinflussen kann.

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