Malignes Melanom: Schwarzer Hautkrebs

0

Schaut hin: Hautkrebs spürt man nicht!

Endlich Frühling! Wer sehnt sich nach den langen Wintermonaten nicht nach wärmender Sonne auf der Haut? In richtiger Dosis genossen: wunderbar. Doch Achtung: UV-Strahlung ist der größte Risikofaktor für schwarzen Hautkrebs, das maligne Melanom. Da Hautkrebs in der Regel keine spürbaren Beschwerden verursacht, ist es umso wichtiger, die Haut regelmäßig und genau anzuschauen.

Hautkrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen: Jährlich erkranken in Deutschland über 260.000 Menschen daran, davon rund 23.000 an schwarzem Hautkrebs, dem malignen Melanom. Diese Form des Hautkrebses ist besonders bösartig, da dieser ohne Beschwerden und bei einer relativ geringen Größe Tochtergeschwülste (Metastasen) in Lymphknoten sowie anderen Organen bilden kann.

Verschiedene Faktoren können schwarzen Hautkrebs begünstigen, allen voran UV-Strahlung: Sonnenbrände in der Kindheit und Jugend erhöhen das Risiko um das Zwei- bis Dreifache. 85 Prozent aller Fälle sind darauf zurückzuführen! Aber auch der Hauttyp spielt eine Rolle sowie – wie bei vielen anderen Krebsformen – eine familiäre Veranlagung und das Alter. Auffällig beim schwarzen Hautkrebs ist, dass bereits Menschen im mittleren Alter, also zwischen 40 und 50 Jahren, immer häufiger mit der Diagnose konfrontiert werden – und teilweise sind die Betroffenen sogar noch jünger.

Selbstuntersuchung wichtig

Je früher schwarzer Hautkrebs erkannt wird, desto größer sind die Heilungschancen und desto schonender die Behandlung. Als Vorsichtsmaßnahme sollte früh genug damit begonnen werden, die Haut regelmäßig einmal im Monat nach Veränderungen abzusuchen und auch das, was wie harmlose Leber- oder Altersflecken aussieht, genau zu beobachten.
Verdächtig sind alle Veränderungen der Form oder Farbe eines Pigmentmals. Juckreiz, spontane Blutungen, vermeintliche Wunden, die nicht heilen wollen, oder Irritationen wie eine Rötung am Rand eines Mals – das alles können Hinweise für eine beginnende Entartung sein (siehe Kasten „Checkliste zur Selbstuntersuchung“).

Bei Männern tritt schwarzer Hautkrebs am häufigsten am Rücken auf, bei Frauen bevorzugt an den Unterschenkeln, doch grundsätzlich kann er überall entstehen. Am besten ist es, die Selbst-Untersuchung bei Tageslicht durchzuführen. Dann kann einem weniger entgehen. Ein besonderes Augenmerk sollte auch auf weniger gut sichtbare Körperteile gelenkt werden. Also auch unter den Achseln, zwischen den Fingern und Zehen sowie an den Fußsohlen lohnt sich ein prüfender Blick! Für Kopf, Rücken, Genitalien und After hilft ein Spiegel – hierbei können auch die Partnerin oder der Partner behilflich sein.

Erste Anhaltspunkte, ob es sich bei einer Hautveränderung eventuell um ein malignes Melanom handelt, liefert die sogenannte ABCDE-Checkliste:

Asymmetrie: Das Pigmentmal hat eine ungleichmäßige (asymmetrische) Form. Es kann auch an einer oder mehreren Stellen dicker sein als an anderen.

Begrenzung: Der Rand des Pigmentmals ist unregelmäßig begrenzt, also etwa fransig, unscharf oder zackig.

Colorierung: Das Pigmentmal verändert die Farbe; es kann auch weiß, bläulich oder rot sein, insbesondere mehrfarbige Male sind suspekt.

Durchmesser: Das Pigmentmal hat einen Durchmesser von mehr als 6 Millimetern.

Entwicklung: Das Pigmentmal kann bluten, nässen, jucken, Schorf bilden oder verkrusten. Es ändert seine Größe, Form, Farbe oder Oberfläche

Wann zum Hautkrebsscreening?

Generell sollte man immer achtsam sein und sobald etwas auffällig erscheint – bei einem selbst, einem Familienmitglied oder bei Freunden – den Hautarzt aufsuchen. Ab dem 35. Lebensjahr steht jedem gesetzlich oder privat Versicherten in Deutschland alle zwei Jahre im Rahmen des gesetzlichen Hautkrebsscreenings eine Kontrolle zu.
Der Arzt prüft dabei mit einem sog. Dermatoskop, einer Art Vergrößerungsglas mit einer eigenen Lichtquelle, den Körper von Kopf bis Fuß auf auffällige Hautstellen hin. Ein verdächtiges Mal wird in der Regel direkt herausgeschnitten und mikroskopisch untersucht. So kann der Hautarzt feststellen, ob es sich um eine gutartige Veränderung oder um ein malignes Melanom handelt.
Sollte es sich um ein malignes Melanom handeln, wird die betroffene Stelle operativ entfernt, da sich die Krebszellen über die Lymphbahnen im Körper verteilen können. Haben Krebszellen bereits in benachbarte Lymphknoten oder andere Organe gestreut (Metastasen), kann in Abhängigkeit der individuellen Situation eine medikamentöse Therapie, wie etwa eine sogenannte zielgerichtete Therapie oder Immuntherapie, eingesetzt werden. Ziel dieser Therapie ist, ein Wiederauftreten zu verhindern, oder im Falle einer Metastasierung, die Lebenszeit zu verlängern. In den letzten zehn Jahren wurden mit diesen Therapien große Fortschritte erzielt.

Anleitung zur Selbstuntersuchung

Untersuchung von Beinen und Genitalbereich

1. Schritt
Untersuchen Sie sitzend Ihre Beine, dann die Füße (Sohlen, Zehen, Zehennägel und -zwischenräume) sowie die Genitalien und den After. Nehmen Sie einen Handspiegel zu Hilfe.

Untersuchung von Kopfbereich
2. Schritt

Kontrollieren Sie sorgfältig Ihr Gesicht, den Hals, die Ohren und die Kopfhaut. Im Handspiegel und eventuell mit Hilfe eines Föhns können Sie die Kopfhaut besser sehen.

Untersuchung von Nacken und Rücken

3. Schritt
Untersuchen Sie mit Hilfe des Handspiegels den Nacken, die Rückseiten der Arme sowie den ganzen Rücken.

Untersuchung von Händen und Unterarmen

4. Schritt
Stellen Sie sich vor den Spiegel und heben Sie die Arme nach oben. Betrachten Sie Ihren ganzen Körper, drehen Sie sich dabei leicht nach links und rechts. Untersuchen Sie zum Schluss Ihre Hände und die Unterarme.

Bewerten Sie diesen Beitrag!
[Total: 0 Average: 0]
Weitere Informationen

scHAUThin – Initiative zur Hautkrebsfrüherkennung

In Deutschland ist die Zahl der Hautkrebserkrankungen rasant gestiegen. Insbesondere bei schwarzem Hautkrebs ist ein frühzeitiges Eingreifen entscheidend, da diese Form auch andere Organe im Körper betreffen kann. Umso wichtiger ist eine gezielte Aufklärung über die Risiken von UV-Strahlung und den Nutzen von Vorsorgemaßnahmen wie die Selbstuntersuchung und das zweijährliche, gesetzliche Hautkrebsscreening. Denn: Früh erkannt ist Hautkrebs zu nahezu 100 Prozent heilbar!

Die Initiative #scHAUThin des Unternehmens Pierre Fabre hat sich genau diese Aufklärung auf die Fahnen geschrieben: Mit Unterstützung von Ärzten und Kliniken informiert sie in verschiedenen Aktionen über Ursachen und Risiken der Erkrankung und gibt Tipps zur Früherkennung.

Weitere Informationen gibt es unter www.schauthin-hautkrebs.de / #scHAUThin

Bildnachweise
Beitragsbild: Frau mit Naevi © AdobeStock
Bilder Anleitung zur Selbstuntersuchung: www.hautkrebs-screening.de/de/praevention/selbstuntersuchung.php

Teile diesen Artikel:

Comments are closed.