Herzrasen – das sind die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

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Herzrasen kann beispielsweise bei Nervosität auftreten. Doch es gibt auch viele andere Ursachen, die dazu führen können. Wenn Herzrasen häufiger auftritt, sollten diese genauer geprüft werden. Im schlimmsten Fall kann eine gefährliche Herzerkrankung dahinter stecken. Doch dies muss nicht der Fall sein. Mit gut ausgewählten Hausmitteln lassen sich harmlosere Varianten erfolgreich in den Griff bekommen.

Bekannte Ursachen für das Herzrasen

Viele Menschen kennen das Herzrasen von Situationen, in denen sie nervös sind. Das berühmte Lampenfieber von Schauspielern kann zum Herzrasen führen. Aber auch das erste echte Date kann das Herz eines Menschen förmlich zum springen bringen. Tatsächlich sind Emotionen wie Aufregung oder Vorfreude eine gängige Ursache für Herzrasen. Wenn wir starke Gefühle dieser Art empfinden oder sehr unsicher werden, wirkt sich dies als Stressfaktor für das Herz aus. In Fällen dieser Art spüren die Betroffenen ihr Herz. Ein Herzrasen dieser Art ist in aller Regel aber gesundheitlich unbedenklich.

Eine andere Ursache kann in einer starken körperlichen Belastung bestehen. Wer beispielsweise einen ausdauernden Leistungssport betreibt und gerade nicht gut trainiert ist, kann recht schnell einen erhöhten Herzschlag bekommen. Dieser wird von Personen natürlich wahrgenommen und als Herzrasen empfunden.

Auch der Konsum von Kaffee, Alkohol, schwarzem Tee und anderen Genussmitteln kann ein Herzrasen zur Folge haben. Auch manche Drogen beschleunigen den Herzschlag. Wer viel Alkohol trinkt, kann in der Nacht an einem erhöhten Herzschlag leiden. Manchmal ist auch eine einseitige Ernährung die Ursache für das Phänomen. Durch die Unterversorgung an wichtigen Mineralstoffen kommt der Herzschlag ins Stolpern. Dem Körper kann in diesem Fall beispielsweise Magnesium, Kalium oder Natrium fehlen.

Bei Frauen gibt es noch eine weitere Ursache für das Herzrasen: Hormonelle Veränderungen während der Schwangerschaft oder kurz vor der Periode können den Herzschlag beschleunigen. Zum anderen tritt das Phänomen ach in den Wechseljahren verstärkt auf. In allen diesen Fällen ist eine Veränderung des körpereigenen Hormonhaushaltes die Ursache für das Herzrasen.

Wenn das Herzrasen jedoch immer wiederkehrt, sollten Sie einen Mediziner aufsuchen. Dies deutet darauf hin, dass ernsthafte gesundheitliche Probleme die Ursache sein könnten. Eine Ursache dieser Art kann beispielsweise eine Schilddrüsenüberfunktion sein. Zudem können Bluthochdruck, Anämie oder ein erhöhter Cholesterinspiegel Herzrasen hervorrufen. Wenn Sie starken Stress oder Hormonschwankungen ebenso ausschließen können wie der Konsum von Genussmitteln nicht als Ursache in Frage kommt, so sollten Sie sich an einen Arzt wenden. Falls Atemnot und Brustschmerzen in Kombination mit dem Herzrasen vorkommen, kann auch ein Herzinfarkt die Ursache sein.

Auch längerfristiger Rauchen, Diabetes und ein Mangel an Bewegung können zu Herzrasen führen. In diesem Fall verengen sich die Arterien. Das Herz wie auch das Gehirn des Menschen werden in der Folge mit zu wenig Sauerstoff versorgt. Auch kann es dem Körper an wichtigen Nährstoffen mangeln. Das Herz kann dann aus seinem Rhythmus geraten und wird durch die verstopften Arterien nicht mehr richtig mit dem Blutkreislauf rückgekoppelt.

Das sind die typischen Symptome von Herzrasen

Vom Herzrasen spricht die Medizin dann, wenn eine Person ihren eigenen Herzschlag im Körper spürt. Diese Wahrnehmung ist in der Regel mit einem beschleunigten Herzschlag verbunden. In manchen Fällen schlägt das Herz dabei einfach nur schneller. In anderen Fällen kann es zu einem unregelmäßigen Herzschlag kommen. Es treten also auch Störungen des Rhythmus auf, in dem das Herz schlägt. Herzrasen wird manchmal auch als Tachykardie bezeichnet. Das Fachwort bezeichnet eine erhöhte Herzfrequenz.

Das Herz des Menschen schlägt ungefähr 60 bis 90 Mal in einer Minute. Wenn sich der Mensch körperlich anstrengt, kann der Herschlag auf über 100 solcher Schläge innerhalb einer Minute ansteigen. Aber nicht nur durch die körperliche Anstrengung beschleunigt sich der Schlag des Herzens. Auch psychische Belastungen oder Erkrankungen können den Herzschlag steigen lassen. Einen entsprechenden Anstieg spüren wir dann in unserem Körper und nehmen ihn als ein Herzrasen wahr, dessen Ursache uns unbekannt ist.

Typische Formen des Herrasens treten plötzlich und unvermittelt auf. In manchen Fällen kann starker Stress oder eine konkrete Situation dieses Herzrasen hervorrufen. Aber auch in Situationen ohne Stress kann das Herzrasen auftreten. So ist beispielsweise ein nächtliches Herzrasen nichts ungewöhnliches. Auch wer im Bett liegt, kann Stress ausgesetzt sein oder an einem bestimmten körperlichen Mangel leiden. Ein Herzrasen in völlig ruhiger Lage ist keine Seltenheit. Es muss nicht automatisch auf einen Herzinfarkt hindeuten. Wer keine typischen Begleitsymptome aufweist, wie sie zu starken Herzerkrankungen zählen, sollte also nicht gleich in Panik verfallen.

Wenn eine tiefergehende Erkrankung hinter dem Herzrasen steckt, treten meist noch Begleitsymptome auf. So taucht das Herzrasen in diesem Fall nicht nur plötzlich auf und verschwindet dann wieder. Es kann den Betroffenen regelmäßig heimsuchen. Bei einem Herzinfarkt treten zudem oft noch Schmerzen im Brustbereich auf. Zudem zählt kalter Schweiß auf der Haut, Übelkeit und Angst zu den typischen Begleitsymptomen. Wenn diese auftreten und der Verdacht auf einen Herzinfarkt besteht, sollten Sie nicht in Panik verfallen, da dadurch die Symptome nicht verstärkt werden können. Aber es sollte umgehend ein Notarzt informiert werden. Bei einem Herzinfarkt ist eine schnellstmögliche Behandlung notwendig.

Behandlung von Herzrasen

Um Herzrasen zu behandeln, sollten die genauen Ursachen geklärt werden. Wenn es sich um Bluthochdruck oder Krankheiten des Herzens handelt, setzen manche Mediziner Betablocker oder ACE-Hemmer ein. Diese Medikamente sind jedoch keineswegs harmlos. Sie müssen von Medizinern verschrieben werden. Zudem können sie Müdigkeit zur Folge haben, die dann durch andere Medikamente ausgeglichen werden kann. Neben der medikamentösen Therpaie empfehlen sich die folgenden Veränderungen der Lebensweise: Sie sollten nach Möglichkeit ersten nicht mehr Rauchen. Zweitens sollte Übergewicht vermieden oder gezielt abgebaut werden. Drittens sollten Sie ausreichend Sport und Bewegung betreiben und sich viertens gesund ernähren. Alle diese Tipps tragen auch zu einer gesunden körperlichen Grundverfassung bei, die Personen resistenter gegen Stress werden lässt. Auch ein Herzrasen, das von Stress ausgelöst wurde, kann dadurch unterbunden werden.

Wenn das Herzrasen auf eine Überfunktion der Schilddrüse zurückgeführt wird, ist eine langfristige Behandlung mit Medikamenten notwendig. In diesem Fall setzen Mediziner Thyreostatika ein. Sie sorgen dafür, dass der Körper wieder seinen üblichen Rhythmus erhält und das Herzrasen abnimmt. Im Gegensatz zu anderen Ursachen kann in diesem Fall auch ein besonders niedriger Blutdruck vorliegen. Durch die Medikamente wird der Hormonhaushalt wieder ausgeglichen. Das Mittel muss hierbei genau auf die Bedürfnisse des Patienten abgestimmt werden. Deshalb ist in diesem Fall ebenfalls eine Diagnose eines Arztes notwendig.

Bei Stress oder psychischen Belastungen als Ursache von Herzrasen können Entspannungsübungen für Abhilfe sorgen. Die progressive Muskelrelaxation gilt in diesem Fall als ein bewährtes Hausmittel. Wer abends nicht einschlafen kann und an Herzrasen leidet, sollte ebenfalls für Entspannung sorgen. Als gutes Hausmittel gilt hier ein Lavendeltee vor dem Schlafengehen oder Baldrian. Aber auch viel Bewegung über den Tag hat sich bewährt. Diese sorgt dafür, dass der Körper abends müde ist und gut einschlafen kann. Eine Verbesserung der Schlafhygiene und die gezielte Einrichtung von Schlafräumen können ebenfalls erfolgreich gegen ein Herzrasen dieser Art eingesetzt werden.

Vorbeugung gegen Herzrasen

Herzrasen kann man mit einer gesunden Lebensweise oder einer gezielten Vorbereitung auf Stresssituationen behandeln. Eine ausgewogene Ernährung kann dafür sorgen, dass es dem Herzen nicht an bestimmten Nährstoffen mangelt. Mit viel Bewegung sorgen Sie dafür, dass die Arterien und der Blutkreislauf gut funktionieren und sowohl das Herz wie auch das Gehirn mit einem ausreichenden Maß an Sauerstoff versorgt werden.

Wer in bestimmten Situationen stressbedingt Herzrasen bekommt, sollte sich seinen Ängsten stellen. Wie Schauspieler spezielle Techniken haben, um das Lampenfieber in den Griff zu bekommen, so kann auch jede Alltagsangst überwunden werden. Wer sich vor einer bestimmten Situation fürchtet, kann diese vor seinem geistigen Auge durchgehen oder probeweise im Rollenspiel mit einem guten Freund üben. Auf diese Weise eignen Sie sich erfolgreiche Handlungsstrategien an und verlieren allmählich die Angst vor der Situation.

Eine weitere wichtige Maßnahme gegen das Herzrasen ist der Verzicht auf Nikotin. Das Rauchen zählt zu den Eigenschaften, die in vielfacher Hinsicht Herzrasen hervorrufen können. Wer raucht, tut weder seinen Arterien noch seinem Herzen einen Gefallen. Auch die Lunge wird damit geschädigt und somit die Sauerstoffzufuhr des Körpers beeinträchtigt. Eine wichtige Maßnahme zum Vorbeugen gegen Herzrasen ist deshalb der Verzicht auf das Rauchen.

Es kann auch helfen, die Koffeinzufuhr besser regulieren. Das bedeutet, dass Sie nicht sofort auf den geliebten Kaffee am Morgen verzichten müssen. Aber am Nachmittag sollten Sie nicht noch weitere Tassen oder andere Getränke mit Koffein folgen lassen. Wer zu viel dieses Genussmittels zu sich nimmt, erhöht damit den eigenen Blutdruck. Schlafstörungen aber auch Herzrasen gegen Abend können dann die Folge eines solchen Lebenswandels sein.

Weitere Informationen

Quellen:

Johannes Hinrich von Borstel (2015): Herzrasen kann man nicht mähen. Alles über unser wichtigstes Organ
https://www.herzstiftung.de/Herzrasen.html
https://www.gesundheit.de/krankheiten/herz/herzrhythmusstoerungen/herzrasen

 

Beitragsbild © Pexels / Pixabay
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