Genitalpilz: nicht nur Frauensache

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Unter dem Namen Vulvovaginalkandidose ist Genitalpilz in erster Linie als Erkrankung des weiblichen Intimbereichs bekannt. Obwohl der Anteil betroffener Frauen den Prozentsatz erkrankter Männer deutlich übersteigt, ist die Infektion nicht ausschließlich Frauensache. Tatsächlich gibt mit 75 Prozent die überwiegende Mehrheit der weiblichen Bevölkerung an, mindestens einmal von einer Vulvovaginalkandidose betroffen gewesen zu sein. Demgegenüber deuten wissenschaftliche Untersuchungen darauf hin, dass jährlich nur etwa drei bis elf Prozent der Männer die unangenehmen Folgen einer verstärkten Aktivität von Pilzerregern zu spüren bekommen.

Candida albicans: meist der verantwortliche Erreger

Bei beiden Geschlechtern lässt sich in der Regel der Hefepilz Candida albicans für den Krankheitsverlauf verantwortlich machen. Der mikroskopisch kleine Keim kommt in geringen Mengen bei etwa 60 bis 70 Prozent der gesunden Menschen im Biotop der natürlichen Hautflora vor und führt dort ein unauffälliges Leben. Zu seinen bevorzugten Rückzugsorten zählen neben dem Genitalbereich vor allem der Mund- und Rachenraum, der Darm und die Haut im Umlauf der Nägel. Der Pilz entwickelt einen opportunistischen Charakter und ist in der Lage, Störungen im Ökosystem der Hautflora zu seinen Gunsten zu nutzen. Er wechselt in die Rolle des Krankheitserregers, sobald es ihm gelingt, sich verstärkt zu vermehren.

Genitalpilz bei Frauen: Symptome und Behandlung

Im feuchten Scheidenmilieu fühlen sich Pilzerreger wohler als im besser belüfteten Genitalbereich von Männern. Dennoch verfügt das vaginale Ökosystem einer gesunden Frau über ausgeklügelte Mechanismen der Keimabwehr, die so leicht nicht zu überlisten sind. Unter der Einwirkung des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen gedeihen in der Scheide umgebungsspezifische Milchsäurebakterien. Deren Stoffwechsel sorgt für einen niedrigen pH-Wert, der wiederum das körpereigene Verteidigungssystem gegen unerwünschte Eindringlinge mobilisiert. Zu den Faktoren, die Störungen der fein abgestimmten Vorgänge verursachen und die Ausbreitung von Pilzen begünstigen können, gehören

  • hormonelle Schwankungen,
  • chronische Erkrankungen,
  • übertriebene Intimhygiene mit parfümierten Kosmetika,
  • psychosozialer Stress oder
  • bestimmte Medikamente.

Die verstärkte Aktivität der Pilzerreger äußert sich durch gelblich-weißen, quarkartig dickflüssigen und geruchlosen Ausfluss. Hinzu kommen Jucken und Brennen sowie Rötung und Schwellung im äußeren Intimbereich. Im Unterschied zur bakteriellen Vaginose geht Scheidenpilz nicht mit einer Veränderung des pH-Werts im Vaginalmilieu einher. Frauen, die verdächtige Symptome verspüren und sich über deren Ursachen Klarheit verschaffen möchten, können mit einem frei verkäuflichen Selbsttest aus der Apotheke anhand eines Abstrichs den pH-Wert des Scheidensekrets bestimmen. Liegt er unterhalb einer Grenze von 4,5, gehen die Beschwerden in der Regel auf eine Pilzerkrankung zurück. Zur Behandlung von Scheidenpilz steht mit dem vielfach erprobten Arzneistoff Clotrimazol ein wirksames Antipilzmittel rezeptfrei zur Verfügung. Die örtliche Anwendung als Vaginalkapsel und als Creme bekämpft den Pilz verlässlich innerhalb kürzester Zeit. Im Anschluss kann das Probiotikum Lactobacillus plantarum P17630 lokal eingesetzt werden, um die Erholung des vaginalen Ökosystems zu unterstützen.

Genitalpilz bei Männern: Symptome und Behandlung

Clotrimazol in der Darreichungsform als Creme bewährt sich auch als Mittel zur Behandlung von Genitalpilz beim Mann. Meist deutet eine Entzündung an der Eichel und im Inneren der Vorhaut auf eine Pilzerkrankung hin. In der Folge kann es ebenfalls zu Juckreiz, Brennen und Schmerzen kommen. Bei Männern gilt insbesondere eine Vorhautverengung (Phimose) als Risikofaktor für die Ausbreitung der Pilzerreger, aber auch Vorerkrankungen und ein geschwächtes Immunsystem können ihrer verstärkten Aktivität Vorschub leisten.

Genitalpilz: nicht nur Frauensache
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