Erkältungskrankheiten mit pflanzlichen Senfölen behandeln

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Nasskaltes Schmuddelwetter, schniefende Kollegen und trockene Heizungsluft – unter diesen Bedingungen lässt die nächste Erkältung nicht lange auf sich warten. „Obwohl fast immer durch Viren verursacht, werden bei Erkältungskrankheiten nach wie vor zu oft und zu leichtfertig chemisch-synthetische Antibiotika eingesetzt“, beklagt Dr. Dr. Erwin Häringer, Arzt für Allgemeinmedizin und Naturheilkunde, München. Dadurch werde die Zunahme von Resistenzen gefördert.

Grippale Infekte und Erkäl­tungen werden in den meisten Fällen durch Vi­ren verursacht. Antibiotika helfen hier nicht, denn diese wirken nur ge­gen Bak­terien. „Gleich bei den ersten Erkältungsanzeichen ist es sinnvoll, pflanzliche Senföle aus Kapuzinerkresse und Meerrettich einzusetzen“, rät der Experte.

Senfölhaltige Pflanzen wie zum Beispiel Kapuzinerkresse, Senf oder Meerrettich sind den meisten Menschen als Zierpflanze bzw. als Beilage für Fleisch- oder Fischgerichte bekannt. Die traditionelle Klostermedizin setzt die heilende Wirkung der Senföle aus Kapuzinerkresse und Meerrettich schon seit Jahrhunderten zur Behandlung von Infektionen der oberen Atemwege und der Harnwege ein. Inzwischen ist die Wirksamkeit und Verträglichkeit der Pflanzenarznei bei einfachen Atem- und Harnwegsinfekten durch klinische Studien belegt.

Pflanzliche Senföle wirken 3fach: gegen Viren und Bakterien, entzündungshemmend

Die Pflanzenstoffe wirken 3fach: gegen Viren, antibakteriell und entzündungshemmend. So werden die Erreger und die Entzündungsreaktion gleichzeitig bekämpft und es wird bakteriellen Superinfektionen entgegengewirkt. Die Senföle werden in unserem Körper über die Lunge und die Blase ausgeschieden und reichern sich dort an. So können die Erreger direkt am Ort des Krankheitsgeschehens bekämpft werden. Da die pflanzlichen Wirkstoffe bereits im oberen Darmabschnitt ins Blut gelangen, greifen sie die „guten“ Darmbakterien nicht an und schädigen so die Darmflora nicht. Denn die im Darm natürlich vorkommenden Bakterien sind für unsere Verdauung und ein funktionierendes Immunsystem von großer Bedeutung.

Tipp bei Husten – Arzneipflanze des Jahres 2018

Bei Erkältungshusten kann zur Schleimlösung Andorn – die Arz­neipflanze des Jahres 2018 – z. B. in Form von Tropfen zum Einsatz kommen. Sie enthält unter anderem den Bitterstoff Marrubiin. Bindet dieser Bitterstoff an die Rezeptoren im Bronchialsystem, werden dadurch verschiedene Reaktionen in Gang gesetzt: Die Erreger werden bekämpft, die verengten Bronchien erweitert und festsitzender Schleim kann besser abgehustet werden.

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Beitragsbild © Repha

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