Epilepsie – 200.000 Menschen trifft sie im Alter

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Etwa ein Drittel aller Epilepsie-Erkrankungen bricht in den späteren Lebensjahren aus. Altersepilepsie ist damit die dritthäufigste Erkrankung des Gehirns im Alter. Statistiken zeigen: Nach dem 60. Lebensjahr steigt die Zahl der Patienten mit Epilepsie steil an.

Anfall dauert nur ein bis zwei Minuten

Altersepilepsie ist ein wenig bekanntes Leiden. Es ist schwierig zu erkennen und wird häufig fehldiagnostiziert. Im Alter äußert sich Epilepsie in der Regel durch „fokale“ Anfälle: Sie sind auf einzelne Gebiete im Gehirn begrenzt und dauern bis zu zwei Minuten. Im günstigsten Fall erholen sich Ältere innerhalb von 24 Stunden, häufig dauert es aber bis zu mehreren Tagen. Die Häufigkeit fokaler Anfälle schwankt. Es kann einmal jährlich dazu kommen, jedoch auch ein- bis zehnmal pro Tag. Nach Angaben der Deutschen Epilepsievereinigung entwickelt jeder zehnte ältere Schlaganfallpatient eine epileptische Erkrankung. Auch Arteriosklerose kann Epilepsie im Alter verursachen. Studien zufolge liegt die Arterienverkalkung als Risikofaktor sogar noch vor Krankheiten, die die Gehirnzellen schädigen (neurodegenerative Erkrankungen).

Gefäßgesundheit und Labortests spielen eine wichtige Rolle

Um Herz, Kreislauf und Gefäße im Laufe des Lebens möglichst gesund zu halten, können Versicherte regelmäßig mit Labortests abklären lassen, ob Risikofaktoren wie ungünstige Fettstoffwechselwerte und Diabetes-Erkrankungen vorliegen. Auch bei älteren Patienten gilt es, die Diagnose mit Labortests zu untermauern. Blutzucker- und Nierenfunktionswerte geben Aufschluss darüber, ob möglicherweise Stoffwechselprobleme die Anfälle auslösen. Da wichtige Stoffwechselorgane wie Leber und Niere im Alter zudem nicht mehr so gut arbeiten, verwertet der Organismus Medikamente anders als bei jüngeren Patienten. Wie es um Leber- und Nierenfunktion bestellt ist, zeigen Blut- und Urintests. Wie gut der Körper verordnete Medikamente gegen Epilepsie aufnimmt, lässt sich ebenfalls mit Labortests bestimmen.

Infozentrum für Prävention und Früherkennung (IPF)

Weitere Informationen

Weitere Informationen zu den genannten Labortests enthalten die IPF-FaltblätterBlutzucker- und Cholesterintests„, „Lebererkrankungen“ und „Nierenerkrankungen„. Kostenloser Download auf www.vorsorge-online.de. Lesen Sie auch den IPF-Tipp „Krampfanfälle bei Kindern: Ursachenklärung mit Labortests„.

Beitragsbild © DAK Gesundheit: Katarzyna Bialasiewicz
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