Die Profiler – Dem Krebs auf der Spur

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Dr. Vera Grossmann ist Profilerin – molekulare Profilerin. In ihrem Labor im bayerischen Penzberg Profiler DR. Vera Grossmannuntersucht sie zusammen mit ihrem Team, was Krebs zu Krebs macht. Eine Aufgabe, die schier unmöglich scheint, denn Krebs ist eine Erkrankung der Gene und: Krebs ist nicht gleich Krebs!

Obwohl Krebs in den verschiedensten Formen auftritt, liegt die gemeinsame Ursache dieser Erkrankung häufig in Mutationen (Veränderungen der genetischen Information). Dabei ändert sich z. B. die Reihenfolge der Bausteine (Basen) in einem Chromosom, so dass bei einer folgenden Zellteilung eine neuartige, entartete Zelle entsteht, die ihre Information dann wieder an ihre Tochterzellen weitergibt. Wenn unser Körper diese Zellen nicht erkennt und durch das Immunsystem zerstören kann, bevor ein Tumor entsteht, wächst die entartete Zelle zu einem Tumor heran, wuchert somit über ihren angestammten Platz hinaus und zerstört umliegendes Gewebe. Da es bereits heute eine große Menge an bekannten Mutationen gibt, lässt sich auch verstehen, weshalb jede Krebserkrankung hoch individuell ist. Um die Genveränderungen zu identifizieren, welche bei einem Krebspatient den Tumor verursachen, müssen viele verschiedene Gene analysiert werden. Und es kommt eine weitere Herausforderung dazu: Denn oftmals steht dafür nur eine winzige Menge des Tumors als Probe zur Verfügung.

Die Jäger der Mutationen

In Penzberg, dem Kompetenzzentrum der Personalisierten Medizin vor den Toren Münchens, arbeiten Dr. Vera Grossmann und ihr Team aus Wissenschaftlern als molekulare Profiler. Sie analysieren in den hochmodernen Laboren von Foundation Medicine Gene von Tumorpatienten auf das Vorliegen von Mutationen, die häufig bei einer Krebserkrankung vorkommen. Diese Mutationen sorgen dafür, dass der Tumor schneller wächst und die Krankheit fortschreitet. Gleichzeitig sind sie die Schwachstelle eines Tumors, denn viele Genmutationen können zielgerichtet behandelt werden, sodass der Tumor nicht mehr wachsen kann oder sogar verschwindet.

Den Tumor lesen

Die genetische Struktur eines Tumors ist individuell. Die Genveränderungen können von Patient zu Patient sehr unterschiedlich sein, denn jeder Tumor hat seine eigene molekulare Struktur, sein individuelles genetisches Profil, das Grossmann und ihre Kollegen entschlüsseln wollen.

Mit Hilfe des Services FoundationOne® CDx gelingt es den Forschern, mehr als 300 Gene, welche bei Krebserkrankungen häufig verändert sind, in einem einzigen Test zu analysieren. So werden Mutationen, die den Tumor wachsen lassen und den Krankheitsverlauf treiben, identifiziert. Am Ende entsteht so ein Tumorprofil, quasi ein Fingerabdruck des Tumors.

Den Tumor überlisten

Basierend auf dem Fingerabdruck des Tumors, also den gefundenen Genmutationen, erstellen Grossmann und ihre Kollegen mit Hilfe computergestützter Technologien einen umfassenden Report.[i] Er listet die Mutationen, welche den Tumor verursacht haben und mögliche zielgerichtete Therapien auf, die der Arzt in seine Therapieentscheidung mit einbeziehen kann. Der Patient kann damit eine Therapie erhalten, die sich gegen die ganz individuellen Ursachen seiner Erkrankung richtet – ein Tumorpatient könnte somit aufgrund des FoundationOne® CDx Services eine personalisierte Therapie erhalten, sofern bereits zielgerichtete Therapien für die nachgewiesenen Mutationen zur Verfügung stehen.

Die Onkologie der Zukunft

Gezielte und personalisierte Therapien anhand molekularer Tumorprofile, wie sie bei FoundationOne® CDx  entstehen, werden zukünftig eine immer wichtigere Rolle spielen. Viele neue Medikamente können nur eingesetzt werden, wenn zuvor eine genetische Analyse stattfindet, bei der die individuellen und charakteristischen genetischen Veränderungen der Krebszelle aufgedeckt werden. Wenn die genetische Veränderung der Krebszelle erkannt ist, kann eine Therapie eingesetzt werden, welche gezielt die genetischen Merkmale des Tumors bekämpft. Außerdem bietet das molekulare Tumorprofiling die Möglichkeit, die Entstehung und das Fortschreiten von Krebs noch besser zu verstehen und neue, zielgerichtete Therapien zu entwickeln.

Mit freundlicher Unterstützung der Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen

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Bilder © Roche
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