Die beste Ernährung bei Hashimoto

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Um herauszufinden, welche Ernährung bei Hashimoto am besten geeignet ist, ist es erst einmal wichtig, zu wissen, was sich hinter dieser Krankheit verbirgt. Hashimoto ist eine Erkrankung der Schilddrüse. Diese kleine Drüse ist für zahlreiche Körperfunktionen wichtig. Die Hormone, die in ihr produziert werden, haben einen Einfluss auf den Stoffwechsel, den Kreislauf, das Wachstum und die Psyche.

Ist die Funktion Ihrer Schilddrüse gestört, handelt es sich meistens eine Unterfunktion. Aber nur 3 % der Bevölkerung leiden unter der Hashimoto-Thyreoiditis. Dabei handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung. Das Abwehrsystem des Körpers hält die Zellen der Schilddrüse für schädlich und greift sie an. Am häufigsten erkranken Menschen zwischen dem 30. und dem 50. Lebensjahr an Hashimoto. Da in der Hauptsache Frauen von dieser Krankheit betroffen sind, werden die Symptome oft mit Wechseljahresbeschwerden verwechselt. Aber selbst wenn die Krankheit erkannt wird, ist es von der Schulmedizin oft nicht einfach, sie zu behandeln. Häufig werden Hormone verabreicht, die aber nicht besonders wirksam sind. Stattdessen lässt sich sehr viel erreichen, wenn Sie Ihre Ernährung umstellen. Es gibt verschiedene Ernährungsformen, die den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen können.

Wichtige Ernährungsweise bei Hashimoto

Es gibt zwar verschiedene Ernährungsformen, um mit der Immunerkrankung umzugehen, aber ein paar Grundregeln sollten auf jeden Fall beachtet werden. So sind zum Beispiel Grundnahrungsmittel, wie Gemüse, Salate und Früchte wichtig bei der Ernährung. Zusätzlich sollten Sie fettarme Proteinquellen und ballaststoffreiche Kohlenhydratquellen nutzen. Proteine finden sich in Tofu, Nüssen oder Hülsenfrüchten. Gute Kohlenhydratquellen sind unter anderem Vollkorn und Pseudogetreide. Der Bedarf an gesunden Fetten kann über Nüsse, Avocados oder Omega-3-Fettsäuren gedeckt werden. Einige Kräuter und Gewürze wirken entzündungshemmend. Dazu gehören Oregano, Majoran, Ingwer oder Kurkuma. Sie sollten auf dem täglichen Speiseplan stehen. Zum Trinken ist Wasser ideal, aber auch gelegentlich Kräutertee oder verdünnte Gemüsesäfte sind nicht schädlich.

Die passende Ernährung finden

Natürlich ist die Liste der oben aufgeführten Lebensmittel nicht vollständig. Jeder Betroffene reagiert anders auf verschiedene Hilfsmittel und muss für sich die Ernährung finden, die zu ihm passt. Das ist ganz sicher keine Sache von wenigen Tagen. Bevor man genau sagen kann, ob eine Ernährung anschlägt, sollte Sie diese Ernährungsform einige Wochen lang praktizieren. Ganz wichtig ist auf jeden Fall, dass Patienten mit Hashimoto Zucker in jeder Variante meiden. Welche Lebensmittel noch schädlich sind, kann nur durch Erfahrung und genaues Beobachten festgestellt werden. Es gibt inzwischen zahlreiche Erfahrungsberichte, die bestätigen, dass die Krankheit mit ganzheitlichen Maßnahmen und der passenden Ernährung überwunden oder gestoppt werden kann. Viele Patienten müssen dank einer Ernährungsumstellung nicht lebenslang Hormone schlucken. Auch wenn Hashimoto nie ganz geheilt werden kann, lässt sich doch mit der entsprechenden Disziplin damit leben und der Alltag gut bewältigen.

Für jeden Betroffenen eine andere Ernährung

Es gibt keine Ernährung, die jedem Hashimoto Patienten gleichermaßen helfen kann. Sie müssen für sich selber ganz individuell die passende Ernährung finden. Das liegt vor allem daran, dass es unterschiedliche Dinge sind, die zur Erkrankung führen können. Bei manchen ist es Gluten, bei anderen sind es Kohlenhydrate oder Milcheiweiß, aber auch Obst und Gemüse können verantwortlich sein. Hashimoto hat sehr viele Erscheinungsformen. Am besten ist es deshalb, gemeinsam mit einem Arzt, Heilpraktiker oder Ernährungsberater herauszufinden, welche Lebensmittel auf die eigene Rote Liste gehören.

Welche Ernährungsformen sind möglich?

Je nach Beschwerden gibt es zahlreiche Ernährungsformen, die in Betracht kommen. Ganz wichtig ist allerdings bei jeder Ernährungsform, dass sie vollwertig gestaltet wird. Nach Möglichkeit sollte sie mit Obst und Gemüse ergänzt werden. Mögliche Ernährungsformen sind:

– Getreidefreie Ernährung,
– Glyx-Diat (Ernährung mit Lebensmitteln, die einen niedrigen glykämischen Index haben),
– zuckerfreie Ernährung,
– Paleo-Ernährung,
– milchfreie Ernährung und
– glutenfreie Ernährung.

Je nach Ihren persönlichen Bedürfnissen können Sie auch verschiedene Ernährungsformen miteinander mischen.

Ernährung ohne Getreide

In der modernen Ernährung ist Getreide fast überall vertreten. Häufig haben Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen allerdings Probleme damit. In dem Fall sollten alle Getreidearten, auch glutenfreie oder Pseudogetreide, eine Zeit lang aus Ihrer Ernährung gestrichen werden. Falls sich Getreide als Urheber Ihrer Darmprobleme erweist, sollte allerdings Selen als Nahrungsergänzungsmittel verabreicht werden, da viele Hashimotobetroffene an Selenmangel leiden. Es kann auch sein, das Menschen mit Hashimoto eine Glutenunverträglichkeit haben. Entgegen häufiger Meinungen, dass Glutenunverträglichkeit mit Zöliakie einhergeht, gibt es noch zahlreiche andere Formen der Glutenunverträglichkeit. Handelt es sich um eine Glutenunverträglichkeit und nicht um eine komplette Getreideunverträglichkeit, kann Mais, Hirse oder Reis zu Ernährung gehören. Selbst Pseudogetreide wie Amaranth, Quinoa oder Buchweizen sind unter Umständen erlaubt.

Ernährung ohne Zucker

Zucker hat einen größeren Einfluss auf unseren Gesundheitszustand, als allgemein angenommen wird. Gerade bei Hashimoto können die Auswirkungen sehr groß sein. Gerade für Hashimotopatienten ist es wichtig, den Blutzuckerspiegel konstant zu halten. Spezielle Hashimototherapeuten sind sich inzwischen darüber einig, dass die meisten Betroffenen auf Zucker komplett verzichten sollten. Zucker ist in der Lage, die Autoimmunerkrankung zu beschleunigen oder ihren Stillstand zu verhindern. Das liegt vor allem an den Blutzuckerschwankungen, die im schlimmsten Fall zum Leaky Gut Syndrom führen können, und das wiederum zu Autoimmunerkrankungen. Bei Hashimoto können Insulinspritzen zu erhöhten Antikörperwerten führen und damit die Zerstörung der Schilddrüse beschleunigen.

Ernährung ohne Milch

Von sehr vielen Menschen wird Milch nicht gut vertragen. Häufig hat das etwas mit der Laktose, dem Milchzucker, zu tun. Bei Hashimotopatienten ist die Unverträglichkeit noch viel umfassender. Chronische Gelenks- und Atemwegsbeschwerden, Kopfschmerzen und Übelkeit können ständige Begleiter der Betroffenen sein. Auch wenn es noch keine wissenschaftlichen Erklärungen dafür gibt, lohnt es sich trotzdem, für einige Wochen auf Milch und Produkte mit Milch zu verzichten. Egal, ob die Wissenschaft eine Erklärung dafür hat oder nicht, wenn der Verzicht mit einer Verbesserung des Befindens einhergeht, hat sich die Mühe gelohnt.

Glyx-Diät und Paleo Ernährung

Bei Hashimoto können alle Lebensmittel, die zu größeren Blutzuckerschwankungen führen, eine Gefahr darstellen. Genau aus diesem Grund könnte auch die Glyx-Diät eine sinnvolle Alternative sein. Bei dieser Diät wird auf eine vollwertige Ernährung aus frischen und vitalstoffreichen Lebensmitteln gesetzt. Der Wert Glyx gibt an, wie schnell die Nahrungsmittel den Blutzuckerspiegel beeinflussen. Je länger es dauert, bis der Blutzuckerspiegel ansteigt und fällt, desto besser kann der Körper mit den Lebensmitteln umgehen. Am besten werden Lebensmittel verwendet, die einen sehr niedrigen Glyx-Index haben. Für Betroffene von Hashimoto, kann durch eine Glyx-Ernährung die Lebensqualität beträchtlich steigen.

Die Paleoernährung hat die Essgewohnheiten unserer Vorfahren aus der Steinzeit zum Vorbild. Das bedeutet, dass auf alle Lebensmittel verzichtet wird, die einer Verarbeitung unterzogen wurden. Es gab noch kein Getreide und keine Kühe, also auch keine Milch. Das Gleiche gilt für pflanzliche Öle und Fette. In der Paleoernährung werden vor allem Fisch und mageres Fleisch konsumiert. Der Speiseplan ist damit sehr eingeschränkt. Gleichzeitig werden aber alle Lebensmittel gemieden, die eventuell entzündungsfördernd wirken könnten. Es ist durchaus möglich, dass die Paleoernährung für Betroffene von Hashimoto nur deshalb so gut funktioniert, weil der Gemüseanteil an der Nahrung beträchtlich erhöht wird.

Nicht jede Ernährungsform ist geeignet

Schon allein diese paar Beispiele zeigen, dass es die perfekte Ernährung für Hashimotobetroffene nicht gibt, sondern jeder muss für sich selber herausfinden, welche Lebensmittel ihm schaden und mit welchen Lebensmitteln er gut zurechtkommt. Auf jeden Fall sollten Sie auf Zucker und Weißmehl sowie auf stark bearbeitete Fertigprodukte verzichten. In den meisten Fällen wird sich nach relativ kurzer Zeit eine Verbesserung Ihres Allgemeinbefindens einstellen.

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Beitragsbild © LUM3N / Pixabay
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