Arzneipflanzen helfen bei Darmkrämpfen

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Verdauungsbeschwerden wie Darmkrämpfe, Völlegefühl oder Blähungen hat fast jeder schon einmal erlebt. Denn kaum ein anderes Organsystem lässt sich so schnell aus dem Gleichgewicht bringen wie unser Magen-Darm-Trakt. Ungesunde Ernährung, Medikamente, Gifte und auch psychische Belastungen wie Stress oder Angst machen ihm schwer zu schaffen.

Prof. Martin Storr

Prof. Martin Storr

Hinter ständig auftretenden Darmproblemen wie Krämpfen oder Durchfall verbirgt sich oft eine ernste Erkrankung wie zum Beispiel ein Reizdarm, eine Pankreasschwäche oder eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung. Da diese chronischen Erkrankungen eine lebenslange Behandlung erfordern, kommen hierbei häufig auch pflanzliche Arzneimittel zum Einsatz. Sie sind gut verträglich, schädigen nicht die Darmflora und sind daher für eine Langzeitanwendung be­sonders geeignet.

Eine aktuelle Studie der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München hat erneut bestätigt, dass ein Arzneimittel mit Myrrhe und anderen Arzneipflanzen Darmkrämpfe lindern kann. In aufwändigen Zellversuchen zeigte das Wissen­schaftlerteam um den Magen-Darm-Facharzt und Studienleiter Professor Martin Storr, Zentrum für Endoskopie Starnberg und LMU München, dass die in dem Phytotherapeutikum enthaltenen Arzneipflanzen die Darmmuskulatur entspannen und damit zu einem entkrampfenden Effekt im Darm führen. „Da vor allem Patienten mit chroni­schen Darmerkrankungen wie Reizdarm oder Colitis ulcerosa sehr häufig von Krämpfen und krampfartigen Durchfällen geplagt sind, stärken unsere neuen Ergeb­nisse die Empfehlung, Arzneipflanzen wie Myrrhe in der Therapie dieser Erkrankungen einzusetzen“, so Storr.

Myrrhe lindert Darmkrämpfe und hemmt Entzündungen

Myrrhe wird kombi­niert mit weiteren Arzneipflanzen seit mehr als fünfzig Jahren erfolgreich zur Unterstützung der Magen-Darm-Funktion bei chronischen Darmerkrankungen eingesetzt. Wichtige Inhaltsstoffe sind das ätherische Öl, Harz sowie Bitter- und Gerbstoffe. Im Harz der Myrrhe konnten außerdem so genannte Triterpensäuren isoliert werden, die stark entzündungshemmende Effekte aufweisen.

Verschiedene Laboruntersuchungen konnten zeigen, dass Myrrhe anti-entzündlich wirkt sowie Darmkrämpfe lin­dern und eine gestörte und durchlässige Darmbarriere stabilisieren kann. Ein „Leck“ in der Darmschleimhaut kann zu Durchfällen und Entzündungsreaktionen führen und wird mit verschiedenen Krankheiten in Verbindung gebracht. Eine Studie mit mehr als 1000 Patienten in 131 deutschen Arztpraxen hat außerdem ergeben, dass ein pflanzliches Arzneimit­tel mit Myrrhe zu einer deutlichen Besserung der Durchfall­symptomatik und des Ge­samtbeschwerdebilds bei Reizdarm, chronischen Darmerkrankungen und akuten Durchfällen führte.

Arzneipflanzen helfen bei Darmkrämpfen
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Fotos © Repha
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