Zecken

Zecken und Haustiere – was Sie über Risiken, Vorsorge und Behandlung wissen müssen

Der Gemeine Holzbock ist die verbreitetste Zecke in Deutschland © Bayer Vital GmbH

Der Gemeine Holzbock ist die verbreitetste Zecke in Deutschland © Bayer Vital GmbH

Zecken gehören zu den bekanntesten Parasiten von Hund und Katze. Die achtbeinigen Spinnentiere leben an Wegrändern, im Gebüsch und auf Wiesen, aber auch in städtischen Parks oder Gärten. Dort verstecken sie sich in Gräsern und Büschen und lauern auf vorbeistreifende Tiere. Zu den bevorzugten Wirten der Zecke gehören z. B. Rehe, Füchse, aber auch Hunde und Katzen oder der Mensch. Meist ist es ein Spaziergang im Wald, an dessen Ende ein Zeckenbefall steht. Gefährliche Krankheiten können die Folge sein. Zum Glück gibt es Präparate, die gut wirken – auch vorbeugend. Und die Entfernung einer Zecke (zum Beispiel mit einer Pinzette) ist auch schnell erlernbar. Allerdings achten Sie darauf, keine typischen Fehler zu begehen (zum Beispiel die Zecken beim Entfernen zu quetschen).

Deshalb ist ein geeigneter Zeckenschutz gerade für Hunde ein Muss. Hunde werden z. T. stark befallen und können zudem durch von Zeckenstichen übertragenen Erreger ernsthaft erkranken. Häufige Krankheiten bei Hunden sind Infektionen wie Borreliose und Anaplasmose. Wer das Risiko einer Krankheitsübertragung durch die Parasiten minimieren möchte, sollte über die Anwendung eines repellierenden Mittels nachdenken, das die Parasiten abwehrt, bevor sie stechen können, und anschließend tötet. Es gibt Spot-on-Produkte (z. B. von Bayer), die gegen alle relevanten einheimischen Zecken (inklusive der Auwaldzecke) und weitere gefährliche Blutsauger wie Flöhe, Stechmücken und Sandmücken wirken. Sie müssen monatlich angewendet werden und sind beim Tierarzt erhältlich. Dieser ist auch bei Unsicherheiten hinsichtlich der Wahl des richtigen Parasitenschutzes gerne behilflich.

Was geschieht beim Zeckenbiss?

Die Zecke besitzt ein äußerst empfindliches Riechorgan am vordersten Beinpaar (Hallersches Riechorgan). Mit ihm identifiziert sie Schweiß- und andere Geruchsstoffe sowie das Kohlendioxid in der Atemluft eines geeigneten Säugetieres. Auch hormonelle Mechanismen scheinen hier eine Rolle zu spielen. Wie genau die Zecke ihre potentiellen Opfer wahrnimmt, ist allerdings noch Gegenstand aktueller Forschung. Allerdings scheinen sie dabei erstaunlich wählerisch zu sein. Sie reagieren z. B. nicht auf Blutstropfen, die ihnen angeboten werden. Streift ein Beutetier die Zecke, zum Beispiel an einer Pflanze im Wald, so hält sich der Parasit blitzschnell mit seinen Beinen fest und vergräbt sich unter das Fell.

Zeckenbiss oder Zeckenstich?

Einmal auf dem Tier angelangt, wandert die Zecke über die Haut und sucht sich eine möglichst unbehaarte, weiche und gut durchblutete Stelle. Auch wenn sie theoretisch überall Blut saugen können, stechen Zecken aus diesem Grund häufig an eher typischen Stellen des Kopfes (z. B. Lippen, Augenlidern, hinter den Ohren), Hals, in Kniefalten oder auch zwischen den Zehen. Beim Zeckenbiss schneidet der Parasit mit seinen scherenartigen Beißwerkzeugen die Oberhaut auf und sondert gleichzeitig ein Sekret ab, das eine Blutgerinnung verhindert und die Wunde betäubt, so dass die Verletzung nicht bemerkt wird. Weil es zunächst keine Symptome gibt, ist der Zeckenbiss so gefährlich. Trotzdem kommt es oft zu starkem Juckreiz. Mit einem Stechrüssel öffnet sie die Blutgefäße und saugt das hervorquellende Blut. Obwohl man immer von einem Zeckenbiss spricht, ist es daher eigentlich ein Zeckenstich. Um dabei nicht den Halt zu verlieren, befestigen sie ihren Stechapparat mit einem zementartigen Klebstoff in der Wunde.

Ausgewachsene weibliche Tiere können mit einem Zeckenbiss mehrere Milliliter Blut aufnehmen und ihr eigenes Gewicht so um das bis zu 120-fache erhöhen. Auch der Zeckenkörper dehnt sich dabei, und ausgewachsene vollgesogene Tiere sind bis zu 3 Zentimeter lang. Für den gesamten Saugvorgang benötigen sie oft mehrere Tage. Dabei filtert der Parasit die nahrhaften Bestandteile aus dem Blut und gibt die ungenutzte Flüssigkeit wieder in den Wirt zurück. Auf diese Weise gelangen beim Zeckenbiss Krankheitserreger, die sich in der Zecke befinden, in den Körper ihres Opfers. Im Anschluss fallen die Zecken ab.

Zecken in Deutschland

Wind und Wetter haben starke Auswirkungen darauf, ob, wann und in welchem Ausmaß Zecken in der Natur anzutreffen sind. Stimmen Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Regenmenge und Sonnenstunden, ist das Risiko groß und die Blutsauger können (je nach Zeckenart) theoretisch das ganze Jahr über Hunde und Katzen befallen und mit Erregern infizieren. Spätestens wenn das Thermometer die 8-Grad-Marke durchbricht, ist mit ihren Attacken zu rechnen. Optimale Bedingungen bestehen vor allem in Frühling und Herbst. Zu den verbreitetsten Arten in Deutschland gehören neben dem Gemeinen Holzbock (Ixodes ricinus), die Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus) und die Igelzecke (Ixodes hexagonus).

Durch Zecken verursachte Krankheiten

Zecken gehören zu den wenigen wirklich bedeutenden Krankheitsüberträgern in Deutschland. Tierärzte haben häufig mit den Folgen von Zeckenbissen zu tun und behandeln viele Hunde und Katzen, die gestochen/gebissen wurden. Zu den wohl wichtigsten Krankheiten gehören die Borreliose, die Anaplasmose und die Babesiose – besonders für den Menschen auch die FSME. Eine Übertragung kann – je nach Erreger – innerhalb weniger Stunden und Tage oder aber direkt mit dem Stich der Zecke erfolgen.

Zecken aus der Sicht des Tierarztes

Bayer-Tierarzt Dr. Stefan Pachnicke: „Bekannt ist zum Beispiel die Borreliose, an der nicht nur Menschen, sondern auch Hunde erkranken können. Gefährlicher für Hunde ist die so genannte Babesiose, die unter anderem hohes Fieber auslösen und unbehandelt sogar tödlich enden kann. Die Erreger werden in Deutschland von Auwald-Zecken übertragen, die ursprünglich aus südlicheren Ländern stammen, sich inzwischen aber auch hierzulande immer weiter ausbreiten.“ Da viele der genannten Erkrankungen mitunter gravierende Auswirkungen auf die Gesundheit und Lebensqualität betroffener Vierbeiner (oder auch des Menschen) haben können, wurde die Zecke von Parasitenforschern der Universität Hohenheim unlängst auch als das „gefährlichste Tier Deutschlands“ bezeichnet.

Zecken entfernen – so geht’s

Zecken sollten nach ihrer Entdeckung immer entfernt werden. Haben sie sich bereits auf Hund und Katze festgebissen, kann z. B. eine Zeckenzange benutzt werden, um die Schmarotzer sanft zu lösen.

Zecken: Hausmittel nicht anwenden

Hausmittel wie Öl, Alkohol oder Klebstoff sollten nicht angewendet werden, da sie eine Übertragung von Krankheitserregern indirekt schlimmstenfalls weiter beschleunigen können und dem befallenen Tier somit mehr schaden als nutzen.

Vorsorge gegen Zecken: Spot-on-Produkte empfohlen

Um Zecken bereits am Stich zu hindern, empfehlen Experten eine prophylaktische Behandlung mit Anti-Zeckenmitteln. Diese Mittel, sind als Spot-On-Lösungen zum Auftropfen oder auch als Halsband erhältlich. Die Wahl von repellierend und abtötend wirkenden Präparaten ist ratsam. Die Behandlungen sollte lückenlos, die gesamte Zeckensaison hindurch aufrechterhalten bzw. wiederholt werden. Wie häufig Hund und Katze behandelt werden sollten, entscheidet der Tierarzt. Er kann auch bei der Wahl der Mittel beraten. Bayer-Tierarzt Dr. Pachnicke: „Während der gesamten Zeckensaison, also je nach Wetterlage bis in den November, sollten Hunde vor Zeckenstichen geschützt sein, zum Beispiel durch spezielle Antiparasiten-Halsbänder. Oder auch durch so genannte Spot-On-Mittel, die auf die Haut aufgetropft werden. Besonders effektiv schützen Präparate, die Zecken eben nicht nur abtöten, sondern zuvor repellieren können – die Blutsauger also vor dem Stich abwehren. Ihr Tierarzt berät Sie gerne, wie Sie Ihren Hund am besten schützen können.“

Info: Spot-on-Präparate

Spot-on-Präparate werden direkt mit der Spot-on-Pipette auf die Haut des Tieres im Nacken aufgetragen. Dazu wird das Fell mit den Fingern gescheitelt und die Flüssigkeit langsam aus der Pipette gedrückt. Bei größeren Hunden kann der Inhalt der Pipette auch auf mehrere Stellen am Rücken verteilt werden. Die Anwendung erfolgt am besten abends, damit sich die Substanz über Nacht verteilen und trocknen kann. Dann kann am nächsten Tag wieder unbesorgt mit dem Vierbeiner gekuschelt werden.

Info: Parasitenschutzhalsbänder

Parasitenschutzhalsbänder haben den Vorteil, dass sie direkt dort wirksam sind, wo Zecken am Tier bevorzugt angreifen: nämlich im Kopf-, Nacken- und Schulterbereich. Das gilt vor allem für Katzen und kleinere Hunde. Dafür kann der Wirkstoff vom Fell auch auf die Hände des Menschen gelangen. Vor allem Kleinkinder sollten vor dem Kontakt mit dem Wirkstoff geschützt werden. Da Tiere mit einem Halsband hängenbleiben können, sollten diese unbedingt eine Sollbruchstelle aufweisen.

Damit Hunde im Urlaub keine unangenehme Überraschung erleben sollte der Schutz gegen Mücken und Zecken vor Reiseantritt aufgefrischt werden © Bayer Vital GmbH

Damit Hunde im Urlaub keine unangenehme Überraschung erleben sollte der Schutz gegen Mücken und Zecken vor Reiseantritt aufgefrischt werden © Bayer Vital GmbH

Mein Hund hat Zecken: Was tun?

Suchen Sie Ihren Hund nach jedem Spaziergang gründlich ab und entfernen Sie Zecken sofort (am besten mit einer Pinzette oder einer Zeckenzange). Achten Sie darauf, dass Sie den Zecken dabei nicht den Körper quetschen, sondern ziehen Sie sie vorsichtig am Kopfbereich ansetzend heraus. Ausführliche Informationen zur gesamten Zeckenthematik finden Tierhalter auch auf parasitenfrei.de.
Sollten Sie unsicher sein, was die Bestimmung des Parasiten angeht, können Sie auf dieser Seite auch einen Schnelltest machen. Hier der Link:
http://www.parasitenfrei.de/de/service/parasiten-finder/

Zecken-Risikogebiete – das sagt der Experte

Wer wissen möchte, wie hoch das Zeckenrisiko in seiner Region ist, sollte mal im Internet nachschauen. Dazu Dr. Olaf Kahl von zeckenwetter.de: „Wir bieten eine Deutschlandkarte mit verschiedenen Regionen, das ist farblich ganz anschaulich gemacht: Dunkelrot steht für eine sehr hohe Zeckenaktivität, dann sollte man sich schon sehr gut informieren, wie man Zeckenstiche vermeiden kann.“ Das Risiko eines Zeckenbefalls kann von Region zu Region stark variieren.

Wirksamkeit gegen Flöhe und Zecken im Zeitraffer

Hundehalter, die mehr über die praktische Anwendung und Wirksamkeit des Seresto®-Halsbandes wissen möchten, können sich umfassend auf der Internetseite www.seresto.de informieren. Das innovative Polymermatrix-Halsband schützt bis zu acht Monate dauerhaft gegen Zecken, Flöhe und auch Haarlinge. Es ist damit eine bequeme Alternative zur monatlichen Spot-on-Behandlung gegen Ektoparasiten beim Hund. Von der abtötenden Wirksamkeit gegen Flöhe und der repellierenden und abtötenden Wirkung gegen verschiedene Zeckenarten kann der Besucher der Seite sich in Zeitraffervideos selbst überzeugen.

Auf www.seresto.de finden Hundebesitzer detaillierte Hinweise und anschauliche Abbildungen etwa zum richtigen Anlegen des Halsbandes. Wichtig dabei ist, dass es weder zu eng noch zu locker sitzt. Der korrekte Sitz des Halsbandes sollte, insbesondere bei schnell wachsenden jungen Hunden, regelmäßig überprüft werden. Auch der patentierte Freisetzungs-Mechanismus wird erläutert. Dieser gewährleistet eine bedarfsgerechte, niedrige Abgabe der beiden Wirkstoffe Imidacloprid (gegen Flöhe) und Flumethrin (gegen Zecken). Das Halsband ist dabei geruchsneutral und wasserbeständig. Auf der Internetseite werden darüber hinaus Sicherheitsaspekte von Seresto® – gerade im Hinblick auf Familien – dargestellt. Von der abtötenden Wirksamkeit gegen Flöhe und der repellierenden und abtötenden Wirkung gegen verschiedene Zeckenarten kann der Besucher der Seite sich in Zeitraffervideos selbst überzeugen.

Weitere Information: Die Lebensweise von Zecken

Zecken sind sehr langlebig und wahre Hungerkünstler. Sie können wenigstens monatelang auf ein passendes Opfer warten. Bis sie Eier legen, beträgt die Lebensspanne ausgewachsener Zeckenweibchen gewöhnlich 3 bis 5 Jahre. Grundsätzlich gilt, dass eine Zecke nicht nur saugt, um sich zu ernähren, sondern auch, um eine neue Entwicklungsstufe zu erreichen.

Aus den Eiern schlüpfen die Larven, die sechs Beine besitzen und mit bloßem Auge kaum zu erkennen sind. Für ihre Blutmahlzeit suchen sie sich kleine Nagetiere. Waren sie erfolgreich, dauert es einige Monate, bis sie sich zu den so genannten Nymphen häuten. Diese besitzen acht Beine, klettern höher als Larven und befallen größere Säugetiere wie Katzen oder Füchse, gelegentlich aber auch den Menschen. Auch Zeckennymphen sind noch so klein, dass man ein festgebissenes Tier kaum von einem Muttermal unterscheiden kann, sondern es eher an der winzigen Erhebung spürt. Bei Tieren mit dichtem Fell ist es fast unmöglich, Nymphen zu identifizieren. Auch Nymphen müssen nur einmal erfolgreich Blut saugen, um sich in das letzte Stadium, die ausgewachsene (adulte) und geschlechtsreife Zecke, zu verwandeln. Adulte Zecken sind etwa stecknadelkopfgroß, wobei die Weibchen deutlich größer sind. Für gewöhnlich erreichen Zecken eine maximale Größe von 30 Millimeter und ein Gewicht von bis zu 4 Gramm. Je nach Zeckenart paaren sich Männchen und Weibchen während des Blutsaugens oder danach. Adulte Zecken suchen sich große Säugetiere wie Hunde, Rotwild oder auch den Menschen. Ein vollgesogenes und befruchtetes Weibchen lässt sich nach der bis zu 2 Wochen andauernden Blutmahlzeit vom Wirt auf den Boden fallen und beginnt sofort mit der Eiablage. Dabei legt produziert sie etwa 3000-5000 Eier, die – je nach Art – entweder einzeln oder in ganzen Gelegen, abgelegt werden. Die männlichen Zecken sterben nach der Begattung, die Weibchen erst nach der Eiablage.

Stimmen Temperatur- und Witterungsbedingungen und sind immer genügend Wirtstiere in unmittelbarer Nähe vorhanden, kann eine Zecke ihren kompletten Entwicklungszyklus in wenigen Monaten abschließen. Unter normalen mitteleuropäischen Bedingungen kann dies aber auch bis zu 6 Jahre dauern und sich überdies je nach Zeckenart unterscheiden. Die Bedingungen für Zecken sind optimal, wenn die Temperatur zwischen 17 und 20°C beträgt und die relative Luftfeuchtigkeit nicht unter 80 Prozent sinkt, aber auch nicht über 95 Prozent ansteigt. Als Faustformel lässt sich sagen, dass je wärmer es ist, die Verwandlungen der Zecke schneller stattfindet. Eine Klimaerwärmung kann also auch dazu führen, dass Zecken sich schneller vermehren.