Vor allem Jungs sind betroffen
Daddeln, chatten, zocken: Haben Sie das Gefühl, Ihr Kind verbringt zu viel Zeit vor dem Computer? Ihre Vermutung könnte stimmen. Vor allem 12- bis 25-jährige Jungen und Männer sind von einer Abhängigkeit betroffen.
So zeigte eine Studie der DAK-Gesundheit und des Deutschen Zentrums für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf: In Deutschland ist jeder zwölfte Junge oder junge Mann süchtig nach Computerspielen.
So antworteten die männlichen Befragten:
Am Wochenende spielen sie im Durchschnitt fast drei Stunden pro Tag am Computer. Sechs Prozent hatten durch Computerspiele „ernsthafte Probleme mit Familie oder Freunden“. 13 Prozent konnten das Spielen gegen den Rat anderer Menschen nicht reduzieren. Fast jeder Fünfte hatte Streit durch sein Spielverhalten und mehr als jeder Vierte (26 Prozent) fühlte sich unglücklich, weil er nicht spielen konnte.
Befragte Mädchen berichteten dagegen nur halb so häufig oder noch seltener von derartigen Problemen.
Die Studie zeigt auch, dass Computerspiele häufig negative soziale Auswirkungen in verschiedenen Bereichen haben: fast die Hälfte der Befragten vernachlässigen soziale Kontakte zu Freunden oder zu Familienangehörigen, die ihnen früher wichtigen waren. Vier von zehn der Befragten haben wegen der Nutzung von Computerspielen Streit mit den Eltern und gut jeder Sechste der Befragten nimmt wegen der Nutzung von Computerspielen nicht an gemeinsamen Mahlzeiten teil.
Achten Sie auf Warnsignale!
Die ersten Anzeichen für einen übermäßigen Computerspielgebrauch werden häufig von den Betroffenen selbst gar nicht bemerkt oder lange Zeit nicht als störend empfunden. Ein Hinweis von vielen, der auf eine Abhängigkeit deuten kann ist, dass der Jugendliche weniger schläft und bis spät in die Nacht hinein am Computer sitzt. Häufig wird auch die Schule vernachlässigt. Ein anderes Indiz
ist die Launenhaftigkeit. Betroffene Jugendliche sind launisch, wütend, aggressiv, depressiv verstimmt, vielleicht sogar ängstlich. Letzteres vor allem, wenn kein Internet- oder Computer-Zugang besteht.
Betroffene verhandeln immer wieder vehement über Computer-Zeiten, sie werden laut, drohen oder schalten nachts heimlich den Computer an.
(aus dem DAK-Report „Game over“)