Was ist eine Hüftarthrose und wie entsteht sie?

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Wer unter einer Hüftarthrose leidet erfährt im Alltag Einschränkungen und Beschwerden. Patienten können den Schweregrad der Erkrankung nicht anhand der Symptome abschätzen. Der ärztliche Rat ist für die erfolgreiche Behandlung erforderlich. Informieren Sie sich über die Hintergründe einer Hüftarthrose und erfahren Sie, welche vorbeugenden Maßnahmen Sie treffen können und welche Aspekte es für die richtige Behandlung entscheidend sind.

Was ist eine Hüftarthrose und wie entsteht sie?

Eine Hüftarthrose ist eine Verschleißerscheinung des Hüftgelenkes, der ein vorschneller Abbau des Gelenkknorpels vorausgeht. Der Knorpel erfüllt eine wichtige Pufferfunktion. Mechanische Einwirkungen werden abgemildert und geschädigte Substanzen wie Zellbestandteile abgebaut. Umgeben ist der Knorpel von Gelenkflüssigkeit. Im gesunden Gelenk herrscht ein Gleichgewicht zwischen Knorpelabbau und Wiederaufbau. Ist das Gleichgewicht aufgrund verschiedener Einflussfaktoren gestört, baut sich der Knorpel vorschnell ab. In der Folge reichern sich Abbauprodukte vermehrt in der Gelenkflüssigkeit an. Dadurch entstehen Entzündungen und Schwellungen in der Gelenkkapsel. Der Knorpel verliert zunehmend seine Pufferfunktion und kann den unterliegenden Knochen nicht mehr ausreichend schützen. Der Knochen bildet aufgrund der hohen Belastung Kalksalzeinlagerungen und Verdickungen. Die Patienten spüren eine Bewegungseinschränkung und leiden aufgrund der Entzündungen zunehmend unter Schmerzen, da im weiteren Verlauf der Arthrose auch umliegende Muskelgruppen betroffen sind. Um Schmerzen zu vermeiden, bewegen sich Betroffene weniger und bauen im weiteren Verlauf der Arthrose wichtige Stützmuskulatur ab. Die Beschwerden werden dadurch weiter verstärkt.

Diese Faktoren begünstigen die Entstehung einer Hüftarthrose.

Verschiedene Faktoren können den Knorpelabbau hervorrufen und eine Arthrose bei den Betroffenen begünstigen. In Deutschland müssen ca. 5% aller Menschen im Laufe ihres Lebens aufgrund einer Hüftarthrose ärztlich behandelt werden. Mediziner unterscheiden dabei zwischen der sekundären und idiopathischen Arthrose. Bei einer idiopathischen Arthrose bleibt die Ursache ungeklärt und es lassen sich auf keine eindeutigen Faktoren schließen, die die Erkrankung hervorrufen. Sekundäre Arthrosen dagegen lassen zumeist eindeutige Schlüsse auf die Ursachen der Entstehung zu. Dabei handelt es sich beispielsweise um grobe mechanische Einwirkungen wie Knochenbrüche, nach denen betroffene Gelenke in Mitleidenschaft gezogen wurden. Auch eine angeborene Fehlstellung im Hüftgelenk kann die Funktion der Gelenke beeinträchtigen. Hormonelle Veränderungen, wie sie Frauen in den Wechseljahren verstärkt erfahren, können das Gleichgewicht aller im Gelenk stattfindenden Prozesse stören. Leiden Patienten zusätzlich unter einer Stoffwechselerkrankung wie Diabetes, können diese eine Hüftarthrose begünstigen. Aufgrund des erhöhten Blutzuckerspiegels der Diabetespatienten lagern sich Zuckermoleküle im Gelenk ein und rufen dort entzündliche Prozesse hervor. Rheumapatienten haben aufgrund ihrer Erkrankung ein erhöhtes Risiko, im Lauf ihres Lebens an Arthrose zu erkranken. Des weiteren können genetische Faktoren die Ursache der Hüftarthrose sein.

Beschwerden und Verlauf einer Hüftarthrose

Zu Beginn der Beschwerden steht eine Störung des Gleichgewichtes zwischen Knorpelabbau und Knorpelaufbau im Hüftgelenk. Viele Betroffene spüren in frühen Stadien der Erkrankung noch keine Schmerzen oder Einschränkungen. Selbst fortgeschrittene Hüftarthrosen können ohne Symptome verlaufen. Der Grad der empfundenen Schmerzen kann nicht den Schweregrad der Erkrankung wiedergeben. Viele Patienten suchen aufgrund akuter Einschränkungen und Schmerzen den Rat der Ärzte. Verstärkt werden diese oft durch körperliche Bewegung und Belastungen. Handelt es sich bei den Beschwerden anfänglich noch um unregelmäßig auftretende Schmerzen und leichte Bewegungseinschränkungen, werden Betroffene im späteren Krankheitsverlauf bei alltäglichen Abläufen gestört. So wird beispielsweise die tägliche Körperwäsche oder leichte sportliche Aktivität zur Herausforderung. Die Beschwerden können soweit zunehmen, dass Patienten einfachste Abläufe nicht mehr ausführen können. Sie nehmen deshalb eine Schonhaltung ein und versuchen Anstrengungen zu vermeiden. Dadurch kommt es im späteren Stadium zum Muskelschwund und teilweise zur Verknöcherung der Gelenke. Wird dem Voranschreiten der Hüftarthrose nicht entgegen gewirkt, können Patienten langfristig bettlägerig werden und nicht mehr am Alltag teilnehmen.

Wie wird die Hüftarthrose behandelt und Beschwerden vorgebeugt?

Leiden Sie unter Einschränkungen und Schmerzen, sollten Sie sich so früh wie möglich in ärztliche Behandlung begeben. Ein operativer Eingriff ist nicht immer erforderlich. Alternativ kommen neben einer Bewegungstherapie Medikamente anstelle einer Operation zum Einsatz. Schmerzstillende und entzündungshemmende Mittel sowie Präparate für den Knorpelschutz können den Krankheitsverlauf stoppen und im Idealfall das Gleichgewicht im Knorpel wieder herstellen. Besonders für Patienten im fortgeschrittenen Alter, für die eine Operation ein hohes Risiko darstellt, empfehlen Ärzte meist nichtoperative Maßnahmen. Führen diese nicht zum erwünschten Erfolg, wird das betroffene Gelenk operativ gerichtet oder durch ein künstliches Hüftgelenk ersetzt. Eine Operation kann auch vorbeugend erfolgen, um das Auftreten von Beschwerden zu verhindern. Dies ist besonders bei angeborenen Fehlstellungen oder vorangegangenen Knochenbrüchen der Fall, wenn absehbar ist, dass diese eine Hüftarthrose verursachen. Welche Maßnahmen sinnvoll sind, um der Entstehung einer Hüftarthrose vorzubeugen, richtet sich nach den Patienten. Übergewichtigen Personen wird eine Ernährungsumstellung empfohlen, um die Belastung auf das Gelenk durch das eigene Körpergewicht zu minimieren. Allgemein können Anpassungen der beruflichen Belastung, die Wahl des richtigen Sportprogramms oder die Überwachung von Vorerkrankungen wie Diabetes und Rheuma entscheidende Maßnahmen sein, um der Entstehung einer Hüftarthrose erfolgreich entgegenzuwirken.

Weitere Informationen

Quellen:

uniklinikum-dresden.de/de/das-klinikum/kliniken-polikliniken-institute/ouc/krank-und-verletzt-patienteninformation/huefte/die-arthrose-des-hueftgelenkes/ursachen-und-verlauf-einer-hueftgelenk-arthrose
link.springer.com/article/10.1007/s11812-016-0077-x
researchgate.net/publication/241280199_Epidemiologie_und_Risikofaktoren_der_Arthrose_von_Extremitatengelenken
Beitragsbild © MabelAmber/ Pixabay
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