Es bleibt noch viel zu tun: Männer, traut Euch!

Arzt untersucht Mann

In Sachen Männergesundheit gibt es noch viel zu tun: Die Jugendvorsorgeuntersuchung J1 nimmt nur knapp die Hälfte der 12- bis 14-jährigen Jungen und Mädchen wahr, die J2 wird nicht einmal von allen Kassen bezahlt, die HPV-Impfung für Jungen nur in Sachsen von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen und der erwachsene Mann schließlich nutzt das jährliche gesetzliche Krebsfrüherkennungsangebot beim Urologen, laut aktueller Erhebung der Techniker Krankenkasse, nur zu 27 Prozent, während 59 Prozent der Frauen die Krebsfrüherkennungsuntersuchung beim Gynäkologen wahrnehmen.

Vor diesem Hintergrund sehen die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) und der Berufsverband der Deutschen Urologen e.V. (BDU) weiterhin großen Aufklärungsbedarf, mit Blick auf die HPV-Impfung für Jungen aber auch gesundheitspolitischen Handlungsbedarf.

Sprechstunde für Jungen

Die Einführung der Jungensprechstunde ist wesentlicher Baustein für eine bessere Männergesundheit. „Auch Jungen brauchen nach dem Kinderarzt einen dauerhaften Ansprechpartner. Mit der Jungensprechstunde beim Urologen verfügen wir inzwischen analog zur Mädchensprechstunde beim Frauenarzt über ein geeignetes Angebot, damit in der nächsten Männergeneration ein vergleichbares Gesundheitsbewusstsein entstehen kann. Die neue Versorgungsstruktur ermöglicht uns zudem, Jungen über die HPV-Impfung aufzuklären und sie zu impfen“, sagt BDU-Präsident Dr. Axel Schroeder.

Was kann Mann tun?

Handfeste Tipps zum diesjährigen Männertag haben DGU und BDU auch. Ihr urologischer Gesundheits-Fahrplan durch das Männerleben beginnt beim Säugling und lautet:

  • Frühzeitige Abklärung urogenitaler Fehlbildungen; Hodenhochstand bis zum Ende des ersten Lebensjahres abschließend behandeln, um das Langzeit-Risiko für Hodenkrebs zu minimieren
  • Alle U-Untersuchungen sowie die J1 und J2 wahrnehmen.Danach die Jungensprechstunde beim Urologen für die rechtzeitige Aufklärung über Verhütung und sexuell übertragbare Infektionen sowie Impfungen einschließlich der HPV-Impfung für Jungen nutzen (Adressen unter jungensprechstunde.de).
  • Ab 14 Jahren Selbstuntersuchung der Hoden zur Früherkennung von Hodenkrebs (Infos unter hodencheck.de).
  • Ab 45 jährliche Krebsfrüherkennungsuntersuchung der Prostata und der äußeren Geschlechtsorgane beim Urologen. Bestimmung eines Basis-PSA-Wertes nach informierter Patientenentscheidung im Alter von 45, bei familiärer Vorbelastung mit 40 Jahren.
  • Typische altersbedingte Männerleiden wie die vergrößerte Prostata, Potenzstörungen oder Testosteronmangel zum Erhalt der Lebensqualität abklären und behandeln lassen. Wichtig: Erektile Dysfunktion kann auch ein Warnzeichen für Schädigungen des Gefäßsystems und damit ein Vorbote von Herzinfarkt oder Schlaganfall sein.

 

(BDU, DGU)