Die stille Bedrohung: Gestörtes Phosphatmanagement bei chronisch Nierenkranken

Aufgabe der Nieren ist es, neben der Regulation des Flüssigkeits- und des Säure-Basenhaushalts auch den Mineralstoffwechsel im Gleichgewicht zu halten. So bleiben z. B. die Serumspiegel von Kalzium und Phosphat auch dann relativ konstant, wenn die Mineralien im Übermaß mit der Nahrung aufgenommen oder aus den Knochen mobilisiert worden sein sollten.

Erkrankt die Niere jedoch, kann sie ihre Funktion nicht mehr oder nicht mehr genügend wahrnehmen. Der Phosphatspiegel steigt daraufhin an, meist auch bereits deutlich vor der Phase, in der der Patient dialysiert werden muss (Prädialysephase). Dieser Anstieg bleibt häufig unbemerkt, denn er macht zunächst keine Symptome. Langfristig aber führt er zu einem schweren, auch lebensbedrohlichen Krankheitsbild. Durch einen stärkeren Knochenumbau werden Kalzium und Phosphat vermehrt freigesetzt und die Knochenstabilität nimmt spürbar ab.

Gefahr für die Arterien

Das überschüssige Phosphat wird zusammen mit Kalzium in Form von schwerlöslichem Kalziumphosphat im Körper abgelagert und führt zur Verkalkung und Versteifung der inneren Organe, der Haut sowie sämtlicher Gefäßabschnitte der Blutgefäße. Die damit verbundene Steifigkeit der Gefäße führt zur Entstehung einer vergrößerten linken Herzkammer mit der Folge einer Beeinträchtigung der koronaren Durchblutung. Hieraus können Herzinsuffizienz und plötzlicher Herztod resultieren. Eine Kontrolle des Phosphatspiegels sollte deshalb frühzeitig erfolgen und im angestrebten Zielbereich von unter 1,45 mmol/l liegen.

Probleme mit Fast Food und Cola

Vor allem bei Dialysepatienten kommt der Phosphataufnahme mit der Nahrung eine besondere Bedeutung zu. Die Leitlinien empfehlen, diese zu vermindern, gleichzeitig aber eine genügende Proteinzufuhr zu gewährleisten, denn ein guter Ernährungsstatus wirkt sich positiv auf die Lebenserwartung des Dialysepatienten aus. Leider enthalten aber proteinreiche Nahrungsmittel auch besonders viel Phosphat, wobei das Phosphat aus tierischem Eiweiß stärker absorbiert wird als das aus pflanzlicher Quelle.

Ein besonderes Problem stellt das in Nahrungsmittelzusätzen „versteckte“ Phosphat dar, das insbesondere bei der Fleischverarbeitung und im sogenannten Fast Food zum Einsatz kommt. Dadurch kann der Phosphatgehalt um bis zu 70 % höher sein als in Lebensmitteln ohne solche Zusätze, zudem wird dieses Phosphat noch besonders effektiv absorbiert. So werden Schinken oder Wurst, Fischkonserven, Schmelzkäse, Backwaren, Cola-Getränke und andere Soft-Drinks zu einem echten Überlebensrisiko für chronisch nierenkranke Menschen. Dies umso mehr, als der Phosphatgehalt der Nahrungsmittel nicht ausgewiesen werden muss und so für den untrainierten Laien auch nicht erkennbar ist. So ist eine effektive Kontrolle des Phosphatspiegels mit diätetischen Maßnahmen allein kaum zu bewerkstelligen. Daher wird oft eine Therapie mit sog. Phosphatbindern benötigt, um den Patienten beim Phosphatmanagement zu helfen.

Hohe Tablettenlast – niedrige Therapietreue

Dialysepatienten müssen durchschnittlich 19 Tabletten täglich einnehmen, manche von ihnen sogar bis zu 40 Stück pro Tag. Bei einer Phosphatbinder-Therapie steigt die Zahl noch weiter an. Erwiesenermaßen sinkt jedoch die Therapietreue im gleichen Maße, wie die Zahl der einzunehmenden Tabletten steigt. Besonders wichtig für den Patienten ist deshalb eine hohe Phosphatbindungskapazität des eingesetzten Medikaments, denn die entscheidet wesentlich mit über die Gesamt-Tablettenlast des Betroffenen.
Phosphatbinder senken den Serum-Phosphatspiegel und werden in der Regel gut vertragen. Dank der forschenden Pharmaindustrie steht solch ein bewährter Phosphatbinder mit hoher Bindungskapazität z. B. als Kautablette zur Verfügung, der in geeigneter Wirkstärke die Verminderung der täglich einzunehmenden Tablettenzahl ermöglicht und deshalb geeignet ist, die Therapietreue und damit auch das klinische Therapieergebnis zu verbessern. Ihr behandelnder Arzt wird Sie gerne beraten.

Quelle: aus Shire – Knowledge Exchange 2014, Frankfurt am Main