Aktualisierte Ärzte-Leitlinie zur Behandlung von Blasenentzündungen

Kapuzinerkresse und Meerrettich

Um der wachsenden Bedrohung durch Antibio­ti­karesistenzen entgegenzuwirken, fordern Experten schon seit vielen Jahren bei Erkrankungen wie unkomplizierten Blasenent­zündungen weniger Antibiotika zu verordnen.

Vor diesem Hintergrund werden in der jetzt aktualisierten S3-Leitlinie zur Therapie von unkomplizierten Harnwegsinfektionen neue Behandlungsstrategien ohne chemisch-synthetische Antibiotika empfohlen. Medizinische Leitlinien sind Empfehlungen für den Arzt, die ihn bei der Behandlung seiner Patienten unterstützen.

Bei häufig wiederkehrenden Harnweginfekten der Frau wird in der neuen S3-Leitlinie jetzt der Einsatz von Kapuzinerkresse und Meerrettich befürwortet. Die darin enthaltenen Senföle gehören heute zu den am besten untersuchten arzneilich wirksamen Pflanzensubstanzen. Verschiedene Studien belegen, dass sie eine Vielzahl von Krankheitserregern – darunter die häufigsten Erreger von Harnwegsinfektionen – bekämpfen und auch entzündungshemmend wirken. Resistenzentwicklungen der Bakterien wie gegen Antibiotika sind aufgrund der Zusammensetzung der Senföle und der vielfältigen Wirkweise dieser Pflanzenstoffe nicht zu erwarten und wurden bisher auch nicht beobachtet.