Gesetzesänderung zum Brillenkauf: Der ZVA sorgt für Durchblick

Die gute Nachricht: Seit dem Frühjahr übernehmen Krankenkassen wieder teilweise die Kosten für Sehhilfen. Die schlechten Nachrichten: Für die Mehrheit der Brillenträger greift die Änderung nicht. Details zur Abwicklung sind noch ungeklärt. Stellt sich die Frage: Wer bekommt einen Zuschuss?

Für sage und schreibe 97 Prozent der Brillen- und Kontaktlinsenträger ändert sich gar nichts. Für sie gibt es keinen Grund, mit dem Brillenkauf oder der Kontaktlinsen-Anpassung zu warten. Nur Erwachsene mit einer Kurz- oder Weitsichtigkeit von mehr als sechs Dioptrien haben Anrecht auf einen Zuschuss für Brillengläser oder Kontaktlinsen. Die Krankenkassen zahlen grundsätzlich nicht für die Fassung. Versicherte erhalten auch eine Zuzahlung, wenn sie an einer Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) von mehr als vier Dioptrien, schweren Sehbeeinträchtigungen oder Blindheit der Stufe 1 auf beiden Augen leiden. Bei Kindern und Jugendlichen (bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres) gilt wie bisher: Es werden Zuschüsse entsprechend der alten Festbeträge bezahlt.

Kaum Zuschuss in Sicht

Der Zentralverband der Augenoptiker und Optometristen (ZVA) schätzt, dass nur etwa drei Prozent der 41,2 Millionen fehlsichtigen Deutschen einen Zuschuss erhalten. Wie hoch der ausfällt, ist noch nicht final geklärt. Bis Ende 2018 gelten die alten Festbeträge, die mitunter nur einen Zuschuss von zehn Euro pro Brillenglas vorsehen.

Patienten haben das Nachsehen

Foto: Augenoptiker 2, Refraktion © ZVA /Skamper

Der Augenoptiker ist der Spezialist für gutes Sehen und gutes Aussehen. Ob Brille oder Kontaktlinsen: Der Augenoptiker bietet Beratung, Qualität und Service aus einer Hand (Foto: Augenoptiker 2, Refraktion © ZVA /Skamper)

Geht es nach Ärztevertretern, sollen Anspruchsberechtige künftig beim Brillenkauf ein Augenarzt-Rezept vorweisen – auch wenn die Krankenkasse bereits zuvor einen Zuschuss gewährt hat (Folgeverordnung). Wer jüngst einen Vorsorge-Termin beim Augenarzt vereinbart hat, weiß: Wartezeiten von mehreren Monaten sind nicht selten. Dazu ZVA-Präsident Thomas Truckenbrod: „Gerade für Menschen mit einer starken Sehschwäche – und diese sind ja von der Neuregelung betroffen – sind diese langen Wartezeiten unzumutbar. Die Sehhilfenversorgung wird dadurch komplizierter und erfordert bei allen Beteiligten mehr Aufwand. Das ist nicht im Sinne der Verbraucher. Augenoptiker sind die Fachleute für gutes Sehen, Mediziner die für Augen-Erkrankungen. Das soll auch so bleiben.“